Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Modebranche Handtaschenikone Bree ist insolvent

Der Hamburger Handtaschen-Hersteller ist trotz Radikalkur gescheitert – und muss Insolvenz anmelden. Aber Firmenerbe Axel Bree hat Hoffnung.
Kommentieren
Handtaschen-Hersteller Bree ist insolvent Quelle: Pressebild
Bree-Geschäft

Den Großteil des Umsatzes macht Bree immer noch in Geschäften, nicht online.

(Foto: Pressebild)

DüsseldorfEs muss bitter sein für Axel Bree. Das Unternehmen, das seinen Namen trägt, hat beim Hamburger Amtsgericht den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Er hatte zwar seine verbliebenen Anteile an dem bekannten Handtaschenhersteller Ende 2017 verkauft. Aber: „Natürlich schlägt noch immer mein Herz für diese Marke“, sagte er dem Handelsblatt.

Er sei überzeugt davon, dass es „Bree, seine Mitarbeiter und Partner nicht verdient haben, durch eine Insolvenz vom Markt zu verschwinden“. Und er könne sich vorstellen, sich "wieder für die Marke, die von meiner Familie stammt, zu engagieren“. Wie das sein könnte, lässt er zunächst offen.

Das Geschäft in den 30 eigenen Filialen sei zufriedenstellend gelaufen, erklärte das Unternehmen zu den Problemen. Der Anteil des Online-Geschäfts am Umsatz hingegen liege immer noch bei fünf Prozent. Das sei selbst für die erfolgreiche Traditionsmarke Bree zu wenig, um überleben zu können. Andere Taschenhersteller erzielten bereits 20 Prozent ihres Geschäfts online.

Um dies zu schaffen, brauche Bree einen starken, internationalen Investor aus der Branche. Er soll auch die rund 200 Arbeitsplätze der Mitarbeiter retten, die zuletzt einen geschätzten Umsatz von 50 Millionen Euro erreichten.

Die Insolvenz ist das vorläufige Ende einer lange Zeit erfolgreichen Firmengeschichte. Bree wurde 1970 von Renate und Wolf Peter Bree in Isernhagen bei Hannover gegründet. Sie formten eine Marke, die für ihr puristisch-funktionales Design bekannt wurde. Doch es gelang später nicht, die Marke zeitgemäß weiterzuentwickeln, um sich gegen die zunehmende Konkurrenz im Markt zu behaupten. Sie hatte das Image, eine Marke für linksliberale Studienräte zu sein.

Nach dem Tod des Vaters 2001 stiegen seine beiden Söhne Axel und Philipp ein. Doch ihre Wege trennten sich später. Philipp gründete 2012 seine eigene hochpreisige Marke PB0110. Axel Bree blieb geschäftsführender Gesellschafter und versuchte, das Familienunternehmen mit externen Investoren wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Doch das gelang ihm nicht. Der Handtaschenhersteller rutschte in die roten Zahlen.

Ende 2017 verkaufte er seinen verbliebenen 20 Prozent-Anteil und stieg aus. Seitdem gehört das Unternehmen einem norddeutschen Family Office, das anonym bleiben will.

Für den neuen Eigentümer versuchte Stefan Treiber, der in München die Unternehmensberatung Candidus leitet, Bree mit einem Radikalschnitt zu retten. Er trennte sich von Mitarbeitern, verjüngte die Kollektion und verlegte das komplette Unternehmen vom beschaulichen Isernhagen nach Hamburg. Und er plante große Flagshipstores in Hamburg, Berlin und München. Doch die Radikalkur gelang nicht.

Jetzt hofft Axel Bree auf einen Neuanfang. Bei der Insolvenz in Eigenverwaltung versucht ein Unternehmen, sich in Eigenregie zu sanieren. Ideen hat der frühere Gesellschafter schon: „Ein Unternehmen wie Bree braucht nicht unbedingt teure eigene Shops, sondern smarte Shop-in-shop-Verkaufsflächen in frequenzstarken Toplagen und eine klare Digitalstrategie.“  Das klingt gut, ist aber nicht leicht umzusetzen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Modebranche - Handtaschenikone Bree ist insolvent

0 Kommentare zu "Modebranche: Handtaschenikone Bree ist insolvent"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.