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Modebranche Tochterunternehmen von Gerry Weber stellt Insolvenzantrag

Für Vorstandschef Johannes Ehling ist der Insolvenzantrag der Gerry-Weber-Tochter ein wichtiger Schritt. So kann er sich leichter von unprofitablen Filialen trennen.
Update: 08.02.2019 - 06:54 Uhr Kommentieren
Der Modekonzern könnte die Tochter Hallhuber verkaufen. Quelle: dpa
Gerry Weber

Der Modekonzern könnte die Tochter Hallhuber verkaufen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfJetzt ist eingetreten, was Branchenexperten schon länger erwartet haben: Ein weiteres Unternehmen des Modekonzerns Gerry Weber hat den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens auf Eigenverwaltung gestellt. Auch für das Tochterunternehmen Gerry Weber Retail GmbH reichte Vorstandschef Johannes Ehling den Antrag beim Amtsgericht Bielefeld ein, wie der Konzern mitteilte.

Die auf den ersten Blick schlechte Nachricht ist ein weiterer, wichtiger Schritt, um den angeschlagenen Modekonzern zu sanieren. Denn Ehling muss sich möglichst schnell von 230 unprofitablen Filialen und Verkaufsflächen trennen, um die Kostenlast des Unternehmens aus Halle/Westfalen zu verringern. Das schafft er aber nur relativ schnell, wenn er das Sonderkündigungsrecht bei Mietverträgen im Rahmen des Insolvenzverfahrens nutzen kann.

„Erst ab der Eröffnung des Insolvenzverfahrens kann Gerry Weber leichter aus Mietverträgen aussteigen, wie man es im Dezember angekündigt hat“, erklärte Werner Meier, Insolvenzexperte und Chef der deutschen Restrukturierungspraxis der internationalen Wirtschaftskanzlei Simmons & Simmons, vor kurzem dem Handelsblatt.

Das geht frühestens ab dem 1. April, dann wird voraussichtlich das Insolvenzverfahren für die Gerry Weber International AG eröffnet. Derzeit läuft noch das vorläufige Insolvenzverfahren. Ein Teil der zu schließenden Filialen gehört aber zur Tochtergesellschaft Gerry Weber Retail GmbH.

Mit dem jetzt eingereichten Insolvenzantrag kann Ehling dann in voraussichtlich drei Monaten ebenfalls dort das Sonderkündigungsrecht bei Mietverträgen der Filialen nutzen. Das heißt: Er muss sich dann nicht mehr auf mühsame, lange Verhandlungen mit Vermietern einlassen, um die unprofitablen Läden zu schließen. Denn dafür fehlt dem Vorstandschef in der schwierigen finanziellen Lage des Konzerns die Zeit.

Übrig bleiben dann nur noch die rund 60 Filialen, die zur Modekette Hallhuber gehören und ebenfalls auf der Liste der Schließungen stehen. Ehling verhandelt, wie er am Donnerstagmorgen in einer Adhoc-Mitteilung erklärte, derzeit mit einem Investor, der die Tochtergesellschaft kaufen will.

Mit dem Investor hat Ehling in der Nacht auf Freitag eine Brückenfinanzierung in Höhe von zehn Millionen Euro vereinbart. „Mit den nun zur Verfügung stehenden Mitteln aus der Brückenfinanzierung wird der laufende Geschäftsbetrieb von Hallhuber bis auf Weiteres sichergestellt“, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung von Gerry Weber.

Wird die vereinbarte Kaufoption für Hallhuber gezogen, bleibt Gerry Weber der Mitteilung zufolge nach eigener Wahl entweder mit 14 Prozent an Hallhuber beteiligt oder mit 12 Prozent zuzüglich eines Barkaufpreises in Höhe von 500.000 Euro. Die Kaufoption könne erst nach Erfüllung verschiedener Bedingungen gezogen werden, die voraussichtlich im Mai 2019 vorlägen.

Das Handelsblatt hatte bereits vor Tagen über das Interesse von Investoren an Hallhuber berichtet. Nach Informationen der Zeitung „Haller Kreisblatt“ soll ein Hedgefonds der potenzielle Käufer sein. Die 2015 von Gerry Weber gekaufte Textilkette Hallhuber lässt sich relativ gut aus dem Konzern herauslösen und verkaufen, weil sie im Gerry-Weber-Konzern noch relativ selbstständig arbeitet.

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