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Modefirma Herrenausstatter Ahlers verdient dank Sparkurs mehr

Textilunternehmen wie Gerry Weber leiden unter Rabattschlachten in der Branche. Auch Ahlers hat mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Dank Kostensenkungen verdient der Herrenausstatter aber mehr – vor allem in Russland.
12.10.2016 - 13:00 Uhr 1 Kommentar

Darum gehen viele Traditionsfirmen pleite

Düsseldorf Insolvenzen, rote Zahlen und Entlassungen – die Modebranche geht gerade durch schwere Zeiten. Da ist es schon eine Erfolgsmeldung, wenn der Umsatz nur wenig sinkt und der Gewinn sogar steigt – wie bei der Ahlers-Gruppe: Die Modegruppe mit Marken wie „Pierre Cardin“ steigerte ihr Ergebnis vor Ertragsteuern in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 um fast zwölf Prozent auf 7,5 Millionen Euro. Der Umsatz ging nur leicht um 1,5 Prozent auf gut 184 Millionen Euro zurück.

Die Strategie der Modegruppe aus dem westfälischen Herford geht auf. Sie setzt noch konsequenter als bisher auf ihre Premiummarken wie „Baldessarini“, „Otto Kern“ und „Pierre Cardin“. Mit diesen Marken und mit ihrer Jeans-Marke „Pioneer“ steigerte die Ahlers-Gruppe ihren Umsatz um 2,4 Prozent.

Das börsennotierte Unternehmen, das mehrheitlich der Vorstandschefin Stella Ahlers gehört, hat sich in den vergangenen Jahren konsequent von seinem unprofitablen Geschäft getrennt. Dazu zählten zuletzt die Marke Gin Tonic sowie die Produktion für Handelsmarken.

Kleider machen Milliardäre
Platz 10: Burberry
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Der Hoflieferant von Queen Elizabeth und Prince Charles gehört zu den luxuriösesten Modelabels der Welt – und zu den teuersten. Gegründet wurde das Unternehmen 1856. Seit 1920 ist Burberry an der Londoner Börse notiert, die Marke ist Mitglied im FTSE 100 Index.

Umsatz 2015: 3,4 Milliarden Euro*

*Geschäftsjahr 2014/15

Quelle: Umsatzrangliste europäischer Bekleidungsmarken nach der Zeitschrift „TextilWirtschaft“, dfv-Mediengruppe

(Foto: Reuters)
Platz 9: Prada Group
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Die bekannteste Marke der Prada Group ist heute noch Prada, allerdings sind Marke und Unternehmen nicht mehr synonym: Weitere Marken der Prada Group sind Miu Miu, Church’s und The Original Car Shoe. Das Unternehmen Prada wurde 1913 von Mario und Martino Prada gegründet, 1919 stieg der exklusive Hersteller von Handschuhen, Taschen und Koffern zum königlichen Hoflieferanten auf. 1978 übernahm Miuccia Prada, Enkelin von Firmengründer Mario, die Geschäfte und baute die Prada Group zu einem global agierenden Modekonzern aus. Prada eröffnete erst im Jahr 1983 ein zweites Ladenlokal, wie das erste in Mailand liegend.

Umsatz 2015: 3,5 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 8: Next
3 von 10

Der britische Modehändler Next, 1982 gegründet, besitzt mittlerweile nach eigenen Angaben über 500 Geschäfte im Vereinigten Königreich und Irland, sowie „nahezu“ 200 Franchise-Stores in 40 Ländern. Er ist mittlerweile zum führenden Online-Modehändler Großbritanniens aufgestiegen und liefert seine Kollektionen in über 72 Länder. Next setzt auf eigene Designs und vertreibt ausschließlich die eigene, gleichnamige Modemarke.

Umsatz 2015: 5,6 Milliarden Euro

(Foto: Screenshot)
Platz 7: C&A
4 von 10

Im Jahr 1841 gründeten die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer das Unternehmen 'C. en A.' und eröffneten ein Geschäft, das als eines der ersten Kleidung in Konfektionsgrößen verkaufte. Bis heute befindet sich das Unternehmen in mittlerweile sechster Generation in Besitz der Familie Brenninkmeijer. C&A ist mit 1575 Filialen in 21 europäischen Ländern vertreten und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter.

Umsatz 2015: 6 Milliarden Euro

(Foto: dapd)
Platz 6: Primark
5 von 10

Die erste deutsche Filiale des 1969 gegründeten Textil-Discounters wurde 2009 in Bremen eröffnet, mit mittlerweile 20 Läden ist die Bundesrepublik das Land mit den drittmeisten Primark-Filialen außerhalb des Vereinigten Königreichs. Strategie des irischen Unternehmens ist es, auf in der Regel mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche modische Textilien, Schuhe und Accessoires zu extrem niedrigen Preisen anzubieten – damit ist der Konzern anders als andere Textil-Discounter vor allem bei jungen Menschen erfolgreich. Wegen Arbeits-, Lohn- und Produktionsbedingungen in Billiglohnländern steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik.

Umsatz 2015: 7,6 Milliarden Euro

(Foto: dpa)
Platz 5: Kering
6 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering wurde 1963 von dem französischen Unternehmer François Pinault gegründet und bis 2005 von diesem geführt. Seit dem 21. März 2005 wird der Konzern von Pinaults Sohn, François-Henri Pinault (im Bild), geleitet. Der Name Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnliche Umsätze.

Umsatz 2015: 11,5 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2015: 12,3 Milliarden Euro

(Foto: dpa)

Mit den verbliebenen Modelinien versucht sich Ahlers von den vielen Konkurrenten abzusetzen, die sich im mittleren Preissegment des Marktes bewegen. Denn dort herrscht ein harter Verdrängungswettbewerb und Preiskampf. Marken wie S.Oliver haben es schwer, sich gegenüber den großen Filialisten wie der spanischen Inditex-Gruppe („Zara“, „Massimo Dutti“) und Billiganbietern wie der irischen Kette Primark zu behaupten.

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    Außerdem hat sich Stella Ahlers nicht von der Filialisierungs-Euphorie der vergangenen Jahre hinreißen lassen. Viele Konkurrenten wie Gerry Weber haben immer mehr eigene Läden eröffnet – zu viele, wie sich inzwischen herausstellt. Nun müssen die lange erfolgreichen Ostwestfalen unprofitable Läden schließen.

    Diese Designer machen gemeinsame Sache mit H&M
    Kenzo bei H&M
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    Die Marke Kenzo gehört zum Luxus-Imperium LVMH. Doch statt Luxus setzt die Marke nun auf Masse – zumindest eine Kollektion lang. Das Label der ursprünglich japanischen Kenzo – Namensgeber ist Kenzo Takada (77) – ist für seine intensiven Farben und ausgefallenen Aufdrucke bekannt.

    (Foto: PR)
    Kenzo und H&M
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    Auffällige Tigermuster und leuchtende Farben bestechen die Kollektion der Luxusmarke Kenzo, die seit dem 3. November in den Filialen des schwedischen Modefilialisten angeboten wird.

    (Foto: imago/Future Image)
    Kenzo-Kollektion
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    Die Kollektion reicht von Kleidern, Jacken über Boots und Taschen in knalligen Farben. Die Designermode zu erschwinglichen Preisen ist stets schnell vergriffen.

    (Foto: Getty Images for H&M)
    Kenzo
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    Die Kollektion der Kreativdirektoren Humberto Leon und Carol Lim (im Bild) ist seit dem 3. November online und in etwa 250 von weltweit rund 3.000 Filialen zu kaufen.

    Eine Auswahl ihrer Vorgänger ...

    (Foto: dpa)
    Karl Lagerfeld
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    Karl Lagerfeld gehört zu den bekanntesten Modedesignern der Welt. Der Deutsche vertreibt nicht nur unter seinem eigenen Namen Kleidung, sondern ist auch Chefdesigner bei Chanel und Fendi. Das hielt Lagerfeld allerdings nicht davon ab, für den Massenmarkt zu arbeiten: 2004 entwarf er eine eigene Kollektion für H&M. Mit großem Erfolg: Es gab lange Schlangen vor den Läden und Totalausverkauf. Auf Ebay blühte der Schwarzhandel mit den Lagerfeld-Stücken. Der Umsatz stieg damals um 24 Prozent. Es war die erste Kooperation mit einem Stardesigner – gelobt wurde sie sogar von Analysten: Die H&M-Aktie kletterte nach dem PR-Getöse über die 200-Kronen-Marke.

    (Foto: AP)
    Versace
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    Auch Donatella Versace ließ sich 2011 von H&M verpflichten. Das Unternehmen, von ihrem Bruder Gianni 1978 gegründet, ist nicht für den dezenten Auftritt bekannt. Auffällige Muster und Drucke fanden sich dann auch auf den H&M-Kleiderstangen. Neben Klamotten entwarf Versace auch noch Wohnaccessoires für die schwedische Kette.

    (Foto: Reuters)
    Roberto Cavalli
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    Ungefähr genauso „laut“ wie Versace ist auch der ebenfalls italienische Designer Roberto Cavalli. Gerade tierische Muster wie Leoparden-Prints finden sich immer wieder in der Kollektion. Auch bei H&M zierten diese einige Stücke, als Cavalli 2006 für die schwedische Kette designte.

    (Foto: Reuters)

    „Wir fokussieren uns unverändert auf das Wholesale-Geschäft mit dem Einzelhandel“, sagte Vorstandschefin Stella Ahlers. So eröffnete sie im laufenden Geschäftsjahr in Deutschland 71 und im Ausland 25 Flächen bei Handelspartnern.

    Auch im schwierigen Russlandgeschäft zeichnet sich eine Trendwende ab. So konnte Ahlers in den ersten drei Quartalen 6,6 Prozent mehr Männermode von „Pierre Cardin“ und „Baldessarini“ in der Ukraine und Russland verkaufen als im Vorjahr. Bei vielen Modefirmen war dieses wichtige Auslandsgeschäft in den vergangenen Jahren wegen Wirtschaftssanktionen und schlechter Konjunktur eingebrochen.

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    1 Kommentar zu "Modefirma: Herrenausstatter Ahlers verdient dank Sparkurs mehr"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Natürlich verdient er in Russland mehr, denn dort ist die Welt noch in Ordnung.
      Der lupenreine Demokrat weiß eben wie es geht. Wird Zeit das Trump ans Ruder kommt.

      !Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.!

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