Modehaus Chanel enthüllt ein Geheimnis – So profitabel ist die Luxusmarke

Der Modekonzern hat seinen ersten vollständigen Geschäftsbericht veröffentlicht. Der beweist, dass Chanel zur Spitze des Luxusmarktes zählt.
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Wie seine Konkurrenten kann das Unternehmen davon profitieren, dass das wirtschaftliche Umfeld für Mode weltweit bestens ist – vor allem in Asien. Quelle: Reuters
Chanel-Geschäft in Singapur

Wie seine Konkurrenten kann das Unternehmen davon profitieren, dass das wirtschaftliche Umfeld für Mode weltweit bestens ist – vor allem in Asien.

(Foto: Reuters)

ParisIn der Modebranche ist es eine Sensation: Chanel hat sein bestgehütetes Geheimnis enthüllt. Das berühmte Luxushaus, das den diskreten Brüder Alain und Gérard Wertheimer gehört, hat zur großen Überraschung aller zum ersten Mal einen richtigen Geschäftsbericht veröffentlicht. Im Jahr 2017 erzielte Chanel danach einen Umsatz von 9,62 Milliarden Dollar (rund 8,4 Milliarden Euro). Das seien elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Damit hat Chanel, Arbeitgeber von Karl Lagerfeld, bewiesen, dass es zu den größten Luxusmarken der Welt gehört. Chanel-Modenschauen sind immer wieder ein Ereignis, wie vor einigen Monaten in der Elbphilharmonie in Hamburg, Lagerfelds Heimatstadt.

Die Luxusmarke platziert sich im Rennen der Nobelmarken Kopf an Kopf mit Louis Vuitton und liegt kurz vor Gucci, das zum Kering-Konzern gehört und im vergangenen Jahr 6,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht hat. Der Umsatz des Luxushauses Louis Vuitton, das zu LVMH gehört, wird auf über acht Milliarden Euro geschätzt.

„Wir haben erkannt, dass unsere Kultur der Diskretion uns nichts mehr nützt“, erklärte Finanzdirektor Philippe Blondiaux. Mit der Veröffentlichung erlaube man den Analysten, die gute finanzielle Situation von Chanel zu kommentieren. Blondiaux schloss aber einen Börsengang oder einen Verkauf des Unternehmens aus, das 1910 von Coco Chanel gegründet wurde. Das Unternehmen sei allein sehr solide.

Die neue Transparenz hat gute Gründe. Chanel tritt nun in einen Wettkampf mit seinen wichtigsten Konkurrenten. Das war zwar vorher auch schon der Fall, aber nun geben die Zahlen klar Auskunft.

Analysten betonen, der Schritt sei eine Reaktion darauf, dass Kering gerade angekündigt hat, bei Gucci noch mehr zu Gas geben und den Umsatz steigern zu wollen, um Louis Vuitton zu überholen und auf zehn Milliarden Euro Umsatz zu gelangen. Mit dem Gewinn von 2,12 Milliarden Euro hat Gucci die Chanel-Konkurrenz allerdings schon überholt.

Der Nettogewinn von Chanel legte um 18,5 Prozent auf umgerechnet 1,54 Milliarden Euro zu, die operative Marge erreichte 28 Prozent. Alle Produktbereiche haben zum Wachstum beigetragen, Mode, Uhren und Parfüms - und das in allen Regionen weltweit. Make-up und Parfüms laufen besonders gut. Zum Klassiker Chanel No 5 kamen viele neue Bestseller dazu, unter anderem „Gabrielle“, der richtige Vorname von Coco Chanel.

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Die Schönheitsprodukte werden online verkauft, die Mode allerdings nicht. Wie seine Konkurrenten kann Chanel davon profitieren, dass das wirtschaftliche Umfeld für Mode weltweit bestens ist und vor allem von den Chinesen gestützt wird.

Weiterhin führt das Unternehmen aus, dass im vergangenen Jahr 1,25 Milliarden Euro in Werbung investiert wurden, 14,5 Prozent mehr als im Vorjahr. 370 Millionen Euro, plus zehn Prozent, wurden in die Geschäfte und die technische Entwicklung investiert. Diese Zahl dürfte sich in diesem Jahr noch verdoppeln, so die Gruppe.

Im Vergleich zur Gesamtgruppe LVMH ist Chanel aber klein. Louis Vuitton ist das Zugpferd des Konzerns LVMH. Dieser erzielte 2017 einen Gewinn von 5,1 Milliarden Euro, während der Umsatz auf 42,6 Milliarden Euro zulegte.

Dior, das auch zum LVMH-Imperium gehört, machte einen Umsatz von 2,33 Milliarden Euro, aber nur 353 Millionen Euro Gewinn. Der Pariser Konkurrent Hermès kam auf 5,45 Milliarden Euro Umsatz und lag damit hinter Gucci.

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