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Modehersteller Entscheidung über das Schicksal von Gerry Weber rückt näher

Das insolvente Modeunternehmen schließt bis Ende November 146 Filialen. Eine Hand voll Investoren will bei Gerry Weber einsteigen.
Update: 04.06.2019 - 16:37 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen hatte im Januar beim Amtsgericht Bielefeld einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Quelle: dpa
Filiale von Gerry Weber in Düsseldorf

Das Unternehmen hatte im Januar beim Amtsgericht Bielefeld einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEs ist schon lange beschlossene Sache: Der Modekonzern Gerry Weber muss 146 Filialen und Verkaufsflächen schließen. Nur so kann sich der insolvente Konzern von einem Großteil der Kostenlast befreien. Gläubiger haben inzwischen Forderungen von rund 275 Millionen Euro angemeldet.

Doch erst jetzt ist klar, wann die betroffenen Filialen endgültig schließen. Die Schließung soll Ende September starten und bis Ende November in drei Schritten erfolgen, teilte das Unternehmen aus Halle in Westfalen mit.
Dadurch fallen 330 Vollzeitarbeitsplätze weg.

Entsprechende Gespräche über Kündigungen und Sozialpläne mit dem Betriebsrat befänden sich „in weit fortgeschrittenen Verhandlungen“. Das teilten der Vorstand und der Sachwalter auf der Gläubigerversammlung der Gerry Weber International AG in Bielefeld mit.

Das ist einer der wichtigen Sanierungsschritte, um Investoren den Einstieg leichter zu machen. Zur Zahl der möglichen Interessenten äußert sich das Management nicht. Aus Finanzkreisen ist jedoch zu hören, dass „sich eine gute Hand voll Investoren ernsthaft für Gerry Weber interessiert“, wie das Handelsblatt erfuhr.

Zu ihnen gehört auch eine Gruppe um den früheren Vorstandschef Ralf Weber, dem Sohn des Firmengründers Gerhard Weber. Ralf Weber hatte vor kurzem im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt, er wolle mit einer Investorengruppe für Teile von Gerry Weber bieten.

Klar ist jedenfalls, dass nicht mehr allzu viel Zeit bleibt. Denn noch im Juni soll die Entscheidung fallen, ob Gerry Weber an einen Investor verkauft oder im Rahmen des Insolvenzplanes saniert werden soll. „Auch eine Mischform von beiden Verfahren ist möglich“, sagte ein Unternehmenssprecher. Bis zur endgültigen Entscheidung für den Verkauf an einen Investor dürften danach aber noch einige Wochen vergehen.

Weiter ist da schon der Verkauf des Tochterunternehmens Hallhuber. Dort hatte das Management mit einem Finanzinvestor eine Option zur Übernahme von 88 Prozent vereinbart. Obwohl der Name des Investors nicht offiziell genannt wurde, ist es ein offenes Geheimnis, dass es sich beim Frankfurter Finanzinvestor um Robus Capital handelt.

Die Übernahme ist aber an die Bedingung geknüpft, dass mit den Banken eine Anschlussfinanzierung für Hallhuber vereinbart wird. Diese Gespräche aber laufen noch.

Gerry Weber leidet unter dem Besucherschwund in den Innenstädten, aber auch unter hausgemachten Problemen. Firmengründer Gerhard Weber hatte das Filialnetz zu stark ausgebaut und die Kollektion nicht rechtzeitig verjüngt. So hat Gerry Weber viele Kunden an Konkurrenten verloren. Im Geschäftsjahr 2017/18 hatte Gerry Weber einen operativen Verlust von 192 Millionen Euro bei einem Umsatz von 795 Millionen Euro ausgewiesen.

Mehr: Der Sohn des Gerry-Weber-Gründers gibt Aufsichtsrat und Vorständen eine Mitschuld am Absturz des Modekonzerns. Er sucht Investoren, um für Gerry Weber zu bieten.

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