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Modekette Nächste Pleite in der Modebranche – Miller & Monroe meldet Insolvenz an

Die erst vor wenigen Monaten in Deutschland gestartete Textilkette Miller & Monroe ist schon insolvent. Hunderte Arbeitsplätze sind in Gefahr.
Update: 05.03.2019 - 16:52 Uhr Kommentieren
Der Plan, in Deutschland das neue Textilkonzept durchzusetzen, ist erst einmal gescheitert. Quelle: dpa
Miller & Monroe ist pleite

Der Plan, in Deutschland das neue Textilkonzept durchzusetzen, ist erst einmal gescheitert.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es ist derzeit nicht leicht, in Deutschland mit neuen Filialkonzepten in der Textilbranche zu starten. Diese Erfahrung macht auch Miller & Monroe. Die Vidrea Deutschland GmbH, welche die Läden des Modefilialisten Miller & Monroe in Deutschland betreibt, hat beim Amtsgericht in Hechingen einen Antrag auf Insolvenz gestellt.

Die „Wirtschaftswoche“ hatte zuerst darüber berichtet. Ein Sprecher des Amtsgerichts bestätigte dem Handelsblatt die Insolvenzanmeldung. Demnach ist der Stuttgarter Sanierungsspezialist Jochen Sedlitz von der Kanzlei Menold Bezler vorläufiger Insolvenzverwalter.

Miller & Monroe ist in Deutschland noch neu. Die Vidrea Deutschland GmbH gehört zur niederländischen Victory & Dreams Gruppe mit Sitz in Breukelen bei Amsterdam. Sie hatte erst im vergangenen Jahr unter anderem die deutschen Filialen der insolventen Schweizer Bekleidungskette Charles Vögele übernommen und sie zu Miller-&-Monroe-Filialen umgebaut. Vidrea betreibt nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Sedlitz über 163 Filialen in Deutschland und beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter.

Sie betrieb zu diesem Zeitpunkt schon in den Niederlanden die Modekette Miller & Monroe – benannt nach der Schauspielerin Marilyn Monroe und dem Autor Arthur Miller –, die Kunden ab Mitte 40 anvisiert. Die niederländischen Filialen der Gruppe sind nicht von der Insolvenz betroffen.

Doch der Plan, in Deutschland das neue Textilkonzept durchzusetzen, ist erst einmal gescheitert. Die Kette setzt stark auf Eigenmarken für Männer und Frauen.

Insolvenzverwalter Sedlitz will gemeinsam mit seinem Team und der Geschäftsleitung um Alexander (Lex) Hes ein Sanierungskonzept aufstellen, das möglichst viele Arbeitsplätze und Standorte erhält. „Wir werden uns schnellstmöglich einen Überblick verschaffen und den Geschäftsbetrieb stabilisieren. Erste Maßnahmen dazu sind bereits veranlasst. Die Geschäfte werden uneingeschränkt fortgeführt“, so Sedlitz in einer Pressemitteilung.

Durch den Insolvenzantrag ändere sich auch für die Kunden nichts, sagte Geschäftsführer Lex Hes: „Unsere Kunden werden weiterhin vollumfänglich bedient. Wir werden gestärkt aus dem Prozess gehen und bitten daher alle, weiterhin bei Miller & Monroe einzukaufen.“

Hes begründete die Insolvenz damit, dass unter anderem wichtige finanzielle Zusagen des Verkäufers Sempione Fashion AG (vormalige Charles Vögele Schweiz) durch die Insolvenz der Vögele Gruppe letztes Jahr nicht eingehalten worden seien. „Das Konzept Miller & Monroe ist gut und tragfähig“, versicherte Hes. „Die wirtschaftliche Lage der vormaligen Charles Vögele GmbH, der die deutschen Filialen gehören, war bei der Übernahme durch die Victory & Dreams Gruppe deutlich schlechter als dargestellt“, behauptet Hes.

Die Muttergesellschaft der Vidrea Deutschland GmbH, die Victory & Dreams Holding BV, wurde erst 2016 gegründet und hatte auch andere insolvente Modeketten in den Niederlanden übernommen.

„Mit der Übernahme und der Tatsache, dass das in den Niederlanden sehr erfolgreiche Mehrmarkenkonzept auch in Deutschland umgesetzt wird, bin ich sehr zufrieden“, äußerte sich Armin Funk, damals General Manager der Charles Vögele Deutschland GmbH, noch im vergangenen Jahr. Doch bereits Ende letzten Jahres trat er als Geschäftsführer der neu gegründeten Vidrea Deutschland GmbH ab – nach Informationen der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Art der Geschäftsführung.

Es ist schwer für Unternehmen wie Miller & Monroe, sich im mittleren Preissegment durchzusetzen. Denn der Markt ist stark von Discountern wie Primark, aber auch von Filialisten wie Zara geprägt. Außerdem erwarten Experten wie Achim Berg von McKinsey, dass das Niedrigpreis- sowie das Premium- und das Luxussegment in der Modebranche in den nächsten Jahren am stärksten wachsen werden.

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