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Modekonzern Gerry Weber verkauft Hallhuber an Robus Capital

Die Frankfurter Investmentgesellschaft übernimmt die Modekette. Die Verhandlungen mit Investoren für Gerry Weber laufen noch.
Update: 08.07.2019 - 10:59 Uhr Kommentieren
Gerry Weber verkauft Hallhuber an Robus Capital Quelle: dpa
Hallhuber

Gerry Weber hat die Mehrheitsanteile an dem Modeunternehmen abgegeben.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Topmanagement des insolventen Modekonzerns Gerry Weber kommt bei der Sanierung voran: Der Frankfurter Finanzinvestor Robus Capital hat 88 Prozent an der Tochtergesellschaft Halluber übernommen. Damit nutzt der Investor eine Option, die er bereits seit Februar hatte.

Damals sprang Robus mit einer sogenannten Brückenfinanzierung ein, um Hallhuber zu retten. Dafür erhielt Robus die Option zur Übernahme von 88 Prozent der Gesellschaftsanteile von Hallhuber und die Zahlung von 500.000 Euro. Der Investor hatte den Einstieg bei Hallhuber aber an die Bedingung geknüpft, dass die Banken einer langfristigen Finanzierung der Textilkette zustimmen. Das ist nun der Fall, wie Gerry Weber mitteilte.

Robus ist ein Finanzinvestor, der in Unternehmen in Kontinentaleuropa investiert. Zum Geschäftsmodell des Unternehmens gehört es, Unternehmen wie Hallhuber wieder in die schwarzen Zahlen und auf Wachstumskurs zu bringen und sie dann zu verkaufen Das Management mit Rouven Angermann, seit Januar 2018 Geschäftsführer von Hallhuber, wird das Unternehmen auch künftig leiten.

Hallhuber verkauft seine Kollektionen in über 400 Boutiquen und Verkaufsflächen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Benelux, Polen, Großbritannien, Irland und Norwegen. Außerdem vertreibt die Textilkette, die im Geschäftsjahr 2017/18 einen Umsatz von 197 Millionen Euro erreichte, seine Mode über eigene Online-Plattformen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich.

Gerry Weber hatte Hallhuber 2015 gekauft, um eine jüngere Zielgruppe im Modemarkt zu erreichen. Allerdings schrieb Hallhuber die gesamten vergangenen Jahre rote Zahlen, wie Ex-Vorstandschef Ralf Weber dem Handelsblatt sagte. Das lag auch am massiven Ausbau des Filialnetzes von Hallhuber.

Hallhuber-Geschäftsführer Angermann sieht für die Textilkette eine Chance „als einzige vertikale Fashion-Marke im sogenannten Bridge-to-Premium-Bereich“. Diese Marktposition will er ausbauen, also die Marke als hochwertigere Marke für jüngere Damenmode zu „entspannten Preisen“ etablieren, wie er es nennt.

Aber der nächste Schritt zur Sanierung der Gerry-Weber-Gruppe steht noch bevor: Das Topmanagement muss einen Käufer für das Kernunternehmen Gerry Weber finden. So ist zu hören, dass es im Juli noch eine Entscheidung geben soll. Zuletzt war die Rede von drei potenziellen Interessenten. Dazu gehörte auch eine Investorengruppe um Ralf Weber, den früheren Vorstandschef und Sohn des Firmengründers.

Gerry Weber musste im Februar die Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden. Seitdem versucht das Management um Vorstandschef Johannes Ehling, das Unternehmen zu sanieren. Gerry Weber bekommt die Krise in der Modebranche zu spüren. Hinzu kommen viele hausgemachte Probleme. So hatte Gerry Weber das Filialnetz zu stark ausgebaut und sich zu spät darauf eingestellt, dass seine Kunden sich jünger als früher kleiden wollen.

Mehr: S.Oliver will mit Ex-Hugo-Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs seine Probleme im Modemarkt lösen. Er ist allerdings der vierte Chef in fünf Jahren.

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