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Modekonzern Hugo Boss schreibt im Halbjahr tiefrote Zahlen

Die Geschäftsschließungen in der Corona-Pandemie brocken dem Modekonzern einen hohen Verlust ein. Wachstum bringt allerdings das Online-Geschäft
04.08.2020 Update: 04.08.2020 - 12:47 Uhr Kommentieren
Wegen der behördlich verfügten Ladenschließungen brach der Umsatz um 59 Prozent auf 275 Millionen Euro ein. Quelle: Reuters
Hugo Boss

Wegen der behördlich verfügten Ladenschließungen brach der Umsatz um 59 Prozent auf 275 Millionen Euro ein.

(Foto: Reuters)

Metzingen Die Auswirkungen der Coronakrise haben den Modekonzern Hugo Boss im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Das operative Minus (Ebit) belief sich auf 250 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Metzingen mitteilte. Dabei belasteten Abschreibungen über 125 Millionen Euro die Entwicklung. Ein Jahr zuvor hatte Hugo Boss noch ein Ergebnis von plus 80 Millionen Euro erzielt. Unter dem Strich fiel der Verlust dank einer Steuergutschrift mit 186 Millionen Euro niedriger aus, nach einem Gewinn von 52 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Wegen der behördlich verfügten Ladenschließungen brach der Umsatz um 59 Prozent auf 275 Millionen Euro ein. Ein starkes Wachstum verzeichnete hingegen das Onlinegeschäft, das inzwischen ein Fünftel des Umsatzes ausmacht. „Wir werden das weiter mit voller Kraft vorantreiben und 24 neue Online-Märkte erschließen“, sagte Finanzvorstand Yves Müller, der den Restvorstand des größten deutschen Modeherstellers in den kommenden zehn Monaten führen wird.

Vorstandschef Mark Langer ist inzwischen ganz ausgeschieden und nur noch beratend tätig. Sein Nachfolger an der Unternehmensspitze, Daniel Grieder vom direkten Wettbewerber Tommy Hilfiger, kommt wegen einer Konkurrenzausschlussklausel erst am 1. Juni 2021. Einen alten Weggefährten aber bringt Grieder schon früher in Position: Zu Jahresanfang fängt Oliver Timm als neuer Vertriebschef an. Timm kommt ebenfalls von Tommy Hilfiger. „Wir drei verbliebenen Vorstände geben Vollgas“, sagte Müller.

Die Vorstandswechsel sind nicht die einzigen Turbulenzen, in denen sich börsennotierte Unternehmen befindet. Auch in der Inhaberstruktur geht es turbulent zu. Im Juni hat der britische Milliardär Mike Ashley seine Beteiligung am Unternehmen auf rund zehn Prozent aufgestockt. Damit ist Ashley nach der italienischen Marzotto-Familie (mehr als 15 Prozent) zweitgrößter Einzelaktionär. Müller sprach von „sehr vernünftigen ersten Gesprächen“ mit der von Ashley kontrollierten Faser-Group. Deren Engagement bei Hugo Boss sei „strategisch und langfristig“, betonte der Finanzvorstand. Er habe keine Kenntnis über Konflikte mit Marzotto.

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    Die Fraser Group ist der wichtigste Handelspartner von Hugo Boss in Großbritannien. Ashley hatte den Modehändler House of Fraser 2018 aus der Insolvenz gekauft und strebt eine Höherpositionierung im Marktsegment an. Im Februar hat er sich zudem mit 12,5 Prozent an der Luxustaschenmarke Mulberry beteiligt. Die Pläne des streitbaren Investors und Eigentümers des Fußballklubs Newcastle United bleiben weiter unklar.

    Bei Hugo Boss erwartet Müller eine sukzessive Erholung im zweiten Halbjahr. Für Zuversicht sorge China, wo der Umsatz im Juni wieder zweistellig angezogen habe. Im zweiten Quartal etwa habe Hugo Boss monatlich eine stetige Verbesserung im eigenen Einzelhandel verzeichnet, dies habe sich zu Beginn des dritten Quartals fortgesetzt. Die im MDax gelistete Boss-Aktie reagierte mit einem Kursanstieg um drei Prozent auf 23,70 Euro.

    Wegen der anhaltenden Unsicherheiten über die weitere Entwicklung wagte der Vorstand erneut keine Jahresprognose. Aus Vorsichtsgründen haben sich die Schwaben mit Liquidität eingedeckt und ihr Konsortialkredit von 450 auf 633 Millionen Euro aufgestockt. Darüber hinaus wurde ein KfW-Kredit über 250 Millionen Euro mit Laufzeit für zwei Jahre abgeschlossen, der noch nicht in Anspruch genommen wurde. Solange dieser Kredit läuft, darf keine Dividende ausgezahlt werden. Allerdings ist der Kredit nach Müllers Angaben monatlich kündbar.

    Mehr: Hugo Boss baut Onlinegeschäft aus – 400 Millionen Umsatz bis 2022

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