Modekonzern im Umbau Hugo Boss leidet in Deutschland

Der neue Vorstandschef Mark Langer hat die Preise für Herrenanzüge von Hugo Boss erhöht. Vielen Männern ist die Business-Kleidung jetzt zu teuer. So bleiben in deutschen Geschäften viele Anzüge in den Läden hängen.
Update: 02.11.2016 - 11:32 Uhr 1 Kommentar
Der Modekonzern verdient erneut weniger. Vor allem in Europa und Amerika gerät das Geschäft ins Stocken. Quelle: dpa
Hugo Boss

Der Modekonzern verdient erneut weniger. Vor allem in Europa und Amerika gerät das Geschäft ins Stocken.

(Foto: dpa)

DüsseldorfViele deutsche Männer halten Hugo Boss nicht mehr die Treue. „Wir haben einen der stärksten Umsatzrückgänge in Deutschland im dritten Quartal“, räumte Vorstandschef Mark Langer bei einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen ein. Der Umsatz sackte im dritten Quartal um zehn Prozent ab. Langer erklärte dies auch mit der Preiserhöhung bei Anzügen. Dies habe „einen dämpfenden Effekt auf den Umsatz“ gehabt. Boss hat die Einstiegspreise für Herrenanzüge dieses Jahr von 400 auf 500 Euro erhöht. Das gefällt offensichtlich vielen Männern nicht.

Der neue Vorstandschef, der im Mai den Chefposten übernahm, erklärte dies vor kurzem im Interview mit dem Handelsblatt damit, dass Boss dafür aber die Kollektion bei den Einstiegspreisen verbreitert habe. Boss bietet also weniger teure Anzüge für mehr als 700 Euro an als vorher, sondern mehr zu den Einstiegspreisen ab 500 Euro. Er begründet die höheren Preise damit, dass Deutschlands größter Herrenschneider bessere Qualitäten wie hochwertigere Oberstoffe und Innenfutter verwende.

Damit konzentriert sich Langer wieder auf das Kerngeschäft Herrenmode und verabschiedet sich von der Luxusstrategie seines Vorgängers Claus-Dietrich Lahrs. Der musste Ende Februar abrupt abtreten, weil er seine Prognosen nicht halten konnte. „Die Bemühungen, in den Luxusmarkt vorzudringen, haben sich nicht als besonders hilfreich für unser Geschäft erwiesen“, sagte er vor kurzem im Handelsblatt-Interview.

Kleider machen Milliardäre
Platz 10: Burberry
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Der Hoflieferant von Queen Elizabeth und Prince Charles gehört zu den luxuriösesten Modelabels der Welt – und zu den teuersten. Gegründet wurde das Unternehmen 1856. Seit 1920 ist Burberry an der Londoner Börse notiert, die Marke ist Mitglied im FTSE 100 Index.

Umsatz 2015: 3,4 Milliarden Euro*

*Geschäftsjahr 2014/15

Quelle: Umsatzrangliste europäischer Bekleidungsmarken nach der Zeitschrift „TextilWirtschaft“, dfv-Mediengruppe

Platz 9: Prada Group
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Die bekannteste Marke der Prada Group ist heute noch Prada, allerdings sind Marke und Unternehmen nicht mehr synonym: Weitere Marken der Prada Group sind Miu Miu, Church’s und The Original Car Shoe. Das Unternehmen Prada wurde 1913 von Mario und Martino Prada gegründet, 1919 stieg der exklusive Hersteller von Handschuhen, Taschen und Koffern zum königlichen Hoflieferanten auf. 1978 übernahm Miuccia Prada, Enkelin von Firmengründer Mario, die Geschäfte und baute die Prada Group zu einem global agierenden Modekonzern aus. Prada eröffnete erst im Jahr 1983 ein zweites Ladenlokal, wie das erste in Mailand liegend.

Umsatz 2015: 3,5 Milliarden Euro

Platz 8: Next
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Der britische Modehändler Next, 1982 gegründet, besitzt mittlerweile nach eigenen Angaben über 500 Geschäfte im Vereinigten Königreich und Irland, sowie „nahezu“ 200 Franchise-Stores in 40 Ländern. Er ist mittlerweile zum führenden Online-Modehändler Großbritanniens aufgestiegen und liefert seine Kollektionen in über 72 Länder. Next setzt auf eigene Designs und vertreibt ausschließlich die eigene, gleichnamige Modemarke.

Umsatz 2015: 5,6 Milliarden Euro

Platz 7: C&A
4 von 10

Im Jahr 1841 gründeten die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer das Unternehmen 'C. en A.' und eröffneten ein Geschäft, das als eines der ersten Kleidung in Konfektionsgrößen verkaufte. Bis heute befindet sich das Unternehmen in mittlerweile sechster Generation in Besitz der Familie Brenninkmeijer. C&A ist mit 1575 Filialen in 21 europäischen Ländern vertreten und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter.

Umsatz 2015: 6 Milliarden Euro

Platz 6: Primark
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Die erste deutsche Filiale des 1969 gegründeten Textil-Discounters wurde 2009 in Bremen eröffnet, mit mittlerweile 20 Läden ist die Bundesrepublik das Land mit den drittmeisten Primark-Filialen außerhalb des Vereinigten Königreichs. Strategie des irischen Unternehmens ist es, auf in der Regel mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche modische Textilien, Schuhe und Accessoires zu extrem niedrigen Preisen anzubieten – damit ist der Konzern anders als andere Textil-Discounter vor allem bei jungen Menschen erfolgreich. Wegen Arbeits-, Lohn- und Produktionsbedingungen in Billiglohnländern steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik.

Umsatz 2015: 7,6 Milliarden Euro

Platz 5: Kering
6 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering wurde 1963 von dem französischen Unternehmer François Pinault gegründet und bis 2005 von diesem geführt. Seit dem 21. März 2005 wird der Konzern von Pinaults Sohn, François-Henri Pinault (im Bild), geleitet. Der Name Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnliche Umsätze.

Umsatz 2015: 11,5 Milliarden Euro

Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2015: 12,3 Milliarden Euro

Der deutsche Markt ist wichtig für Hugo Boss. So entfallen rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes von knapp zwei Milliarden Euro in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf den Heimatmarkt des Metzinger Unternehmens.

Noch mehr muss Langer auf dem US-Markt kämpfen. Im dritten Quartal ist dort der Umsatz um 14 Prozent eingebrochen. Langer hat die Zahl der Handelspartner deutlich reduziert, um die Rabattschlachten in den Griff zu bekommen. „Wir haben uns vor allem von den Vertriebskanälen getrennt, die unsere Ware permanent in Rabattaktionen verkaufen“, sagte Langer in der Telefonkonferenz.

Erste Fortschritte gibt es auf dem chinesischen Markt. Dort hat Langer die Preise gesenkt. Denn viele Chinesen kaufen Ihre Anzüge lieber auf Ihren Reisen in Europa ein, weil sie dort deutlich billiger sind. Inzwischen steige die Frequenz in den chinesischen Boss-Läden auf dem chinesischen Festland aber wieder, beobachtet Langer. So konnte er die Preissenkungen durch einen höheren Absatz mehr als ausgleichen.

Langer muss vor allem die Rendite des Modekonzerns wieder steigern. In den ersten neun Monaten fiel der Konzerngewinn kräftig um 45 Prozent auf 130 Millionen Euro. Das lag zum großen Teil an einmaligen Aufwendungen. Denn Boss will insgesamt 40 Stores weltweit schließen, weil sie nicht profitabel sind. Das belastet das Ergebnis. Dennoch sieht sich Langer auf dem richtigen Weg. So konnte er bisher im Konzern statt der geplanten 50 Millionen Euro rund 65 Millionen Euro einsparen.

Aber viele Fragen bleiben nach der Telefonkonferenz noch offen: Hält Langer an der Strategie seines Vorgängers fest, bis 2020 Dreiviertel des Umsatzes über eigene Läden zu erzielen? Wie soll sich das Verhältnis von Outlet-Stores und dem eigenen Retail entwickeln? Welche Umsatz- und Ergebnisziele peilt er mittelfristig an? „Diese Fragen kann ich Ihnen erst am 16. November beantworten“, sagte der Vorstandschef. Dann stellt er auf dem Investorentag in London seine Mittelfriststrategie vor.

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1 Kommentar zu "Modekonzern im Umbau: Hugo Boss leidet in Deutschland"

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  • Ich habe BOSS-Artikel bislang immer nur mit satten Rabatten gekauft und bin bisher damit gut gefahren.

    Allerdings muss man auch feststellen, dass die Gewebe nicht mehr so gut sind wie früher und die Textilien eher kaputt gehen (Hosen und Hemden) ...

    Das kann auch ein Grund für die Kaufzurückhaltung sein!

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