Modekonzern Zur Unterstützung des Konzernumbaus – Gerry Weber gibt Sanierungsgutachten in Auftrag

Der Vorstand der angeschlagenen Modekette Gerry Weber will seinen Sanierungskurs extern überprüfen lassen. Die Ergebnisse sollen schnell vorliegen.
Update: 22.09.2018 - 08:50 Uhr Kommentieren
Herrenhemden des Modeherstellers Gerry Weber hängen in einem Ladenlokal auf Kleiderbügeln. Der deutsche Modekonzern hat jetzt ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben. Quelle: dpa
Gerry Weber

Herrenhemden des Modeherstellers Gerry Weber hängen in einem Ladenlokal auf Kleiderbügeln. Der deutsche Modekonzern hat jetzt ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben.

(Foto: dpa)

San FranciscoGerry Weber sucht externe Hilfe, um sich aus dem Abwärtsstrudel zu befreien. Der Modekonzern aus Halle in Westfalen hat sich laut einer Pflichtinformation an die Börsenaufsicht vom späten Freitag dazu entschlossen, ein Sanierungsgutachten in Auftrag zu geben. Das Gutachten wird nach dem sogenannten „S6-Standard“ der deutschen Wirtschaftsprüfer erstellt werden, heißt es. Was der daraus wahrscheinlich resultierende massive Umbau des Unternehmens für Aktionäre und Mitarbeiter bedeuten wird, ist unklar. Weitere Informationen will das Unternehmen geben, wenn das Gutachten vorliegt.

Wie groß die Probleme sind, zeigte die Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres sank der Umsatz weiter um 11,4 Prozent auf 170 Millionen Euro. Das Ebitda, das Ergebnis noch vor Berücksichtigung von Zinsen, Steuern und Abschreibungen, brach massiv von Plus 6,1 Millionen Euro auf Minus 1,3 Millionen ein. Die bisherigen, erst jüngst nach unten angepassten, Jahresziele bestätigte der Vorstand zwar, das Umsatzziel wird mittlerweile aber als „ambitioniert“ bezeichnet.

Die Kosten sollen in den kommenden drei bis fünf Jahren in einem zweistelligen Bereich gesenkt werden. Doch das alles scheint nicht zu reichen. Jetzt soll die Effektivität des Sparprogramms extern überprüft werden.

Weber ist nicht alleine mit seinen Sorgen. Auch die deutsche Marke Tom Tailor rechnet mit einem deutlichen Umsatzrückgang. So wie Tom Tailor will auch Gerry Weber zahlreiche Filialen schließen. Selbst Deutschlands Vorzeige-Onlinemodehändler Zalando musste eine Gewinnwarnung herausgeben. Sie alle leiden unter dem Vormarsch von agilen Billigketten wie Primark oder H&M, die eine Kollektion selten länger als wenige Wochen im Programm haben.

Traditionelle Hersteller halten dagegen unbeirrt am Wechsel von „Winter- und Sommerkollektion“ fest, an den die alternde Stammkundschaft zwar gewöhnt ist, aber nicht junge, agile Käuferschichten.

Das Gutachten über die Zukunft von Gerry Weber soll noch im Oktober vorliegen.

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