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Modelabel Benetton macht Werbung mit Flüchtlingen in Not

Die Modekette ist bekannt für ihre provokante Werbung. Für ein neues Motiv, das Flüchtlinge auf hoher See zeigt, erntet Benetton erneut Kritik.
20.06.2018 - 13:49 Uhr 1 Kommentar
Die aktuelle Kampagne des Modehauses wirbt mit Flüchtlingen in Not. Quelle: Twitter/Benetton
Benetton-Werbebild

Die aktuelle Kampagne des Modehauses wirbt mit Flüchtlingen in Not.

(Foto: Twitter/Benetton)

Düsseldorf Das italienische Modehaus Benetton sorgte vor allem in den 1990er-Jahren und zu Beginn des Jahrtausends mit provokanten Werbemotiven für Aufsehen. Ein Aidskranker auf dem Sterbebett, die blutbefleckte Kampfkleidung eines im Bosnienkrieg erschossenen Kroaten oder ein nackter Po mit dem Stempelaufdruck „H.I.V. positive“ – diese Bilder zierten in der Vergangenheit Kampagnen der Marke.

Nun hat Benettons aktuelle Werbeoffensive, die sowohl in europäischen Zeitungen als auch in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde, für scharfe Kritik gesorgt: Das Label wirbt mit einem Foto eines vollen Flüchtlingsbootes. Ein Helfer der Organisation „SOS Mediterranee“ verteilt auf dem Bild Rettungswesten, in der unteren rechten Ecke prangt das Logo des Modelabels. Ein zweites Bild zeigt eine Gruppe von weiblichen Flüchtlingen mit ihren Kindern auf einem Rettungsschiff.

Die Hilfsorganisation distanzierte sich scharf von den Werbemotiven. „SOS Mediterranee“ stimme keinerlei kommerziellen Nutzung seiner Bilder zu, hieß es in einem auf Twitter veröffentlichten Statement. „Die Würde der Überlebenden muss zu jeder Zeit respektiert werden“, hieß es weiter. „Die humanitäre Tragödie im Mittelmeer darf niemals für kommerzielle Zwecke benutzt werden.“ „SOS Mediterranee“ kritisierte auch die Fotografen Kenny Karpov und Orietta Scardino, die die Fotos zur Verfügung gestellt hatten.

Auch mehrere Twitter-Nutzer äußerten sich kritisch zu dem Motiv. „Schämen Sie sich für einen solchen Marketing-Missbrauch. Großes Unternehmen, aber mit schlechten Ideen“, schrieb einer. „Mit diesen Anzeigen werden Sie auf jeden Fall Kunden verlieren“, schrieb ein anderer. Einige riefen sogar zum Boykott auf.

Benetton befindet sich derzeit in der Krise. Vor zehn Jahren hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 155 Millionen Euro gemacht, im vergangenen Jahr verbuchte es einen Verlust in Höhe von 81 Millionen Euro. Im Januar kehrte Mitgründer Luciano Benetton zum Konzern zurück und wurde zum Präsidenten der Gruppe ernannt.

Um auf den alten Erfolgskurs zurückzukehren, engagierte Luciano Benetton anschließend wieder Oliviero Toscani – eben jenen Fotografen, der zwischen 1982 und 2000 immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hatte.

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1 Kommentar zu "Modelabel: Benetton macht Werbung mit Flüchtlingen in Not"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es wäre nur konsequent, die Models in Mailand statt wie dereinst mit Daunen- demnächst mit halbzerfetzten Schwimmwesten auf den Laufsteg zu schicken. Kommt bestimmt.

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