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Modelleisenbahnen Spielwaren in der Pandemie – Märklin profitiert von „extremer Nachfrage“ vor Weihnachten

Das Geschäft mit Modellbahnen läuft für den schwäbischen Traditionshersteller überraschend gut. Trotzdem stagniert der Umsatz des Mittelständlers.
22.01.2021 - 10:00 Uhr Kommentieren
Die Auftragsbücher des Modelleisenbahnherstellers Märklin sind prall gefüllt. Quelle: dpa
Märklin

Die Auftragsbücher des Modelleisenbahnherstellers Märklin sind prall gefüllt.

(Foto: dpa)

München Ab in den Hobbyraum: Modelleisenbahnen sind in der Pandemie gefragt wie lange nicht mehr. Vor Weihnachten habe es eine „extreme Nachfrage“ gegeben, sagt Märklin-Eigentümer Florian Sieber. Im November habe der Mittelständler einen um 75 Prozent höheren Auftragseingang verzeichnet als im Vorjahr, im Dezember habe das Plus noch immer 20 Prozent betragen.

Trotzdem werde das schwäbische Traditionsunternehmen im laufenden Geschäftsjahr, es endet im April, kaum wachsen. Denn im vergangenen Frühjahr musste Sieber seine Fabrik in Ungarn wegen Corona wochenlang schließen. Dadurch stand auch das Stammwerk in Göppingen still. So konnte der Unternehmer viele der teuren Lokomotiven und Waggons nicht wie geplant ausliefern. Der Umsatz werde daher bei rund 113 Millionen Euro stagnieren.

Florian Sieber hat Märklin gemeinsam mit Vater Michael Sieber vor acht Jahren übernommen. Gemeinsam sanierten die Franken den zeitweise hochdefizitären Hersteller, während die Umsätze vor sich hindümpelten. Märklin verschwand immer mehr aus den Kinderzimmern. Nun scheint die Wende aber gelungen. Für das nächste Geschäftsjahr erwartet Florian Sieber ein Umsatzplus von rund vier Prozent. Sieber: „Wir haben unsere Produktionskapazitäten, den Maschinenpark und das Personal aufgestockt und rechnen damit, bei normalen Bedingungen die erhöhten Aufträge auch in Umsätze überführen zu können.“

Vater und Sohn Sieber sind die größten Spielwarenproduzenten in Deutschland. Ihr Hauptgeschäft ist die Simba-Dickie-Gruppe. Unter dem Dach des Fürther Familienunternehmens finden sich eine ganze Reihe von Marken, vom Rutschauto-Hersteller Big (Bobby Car) bis zum Spielespezialisten Zoch. Simba-Dickie hat die Krise bisher gut überstanden. Der Umsatz ist vergangenes Jahr um knapp zwei Prozent auf 715 Millionen Euro geklettert.

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    Was unterm Strich übrig blieb, sagte Sieber nicht. Nur so viel gab Finanzchef Manfred Duschl preis: Die Ertragssituation sei „unverändert gut, stabil und sehr solide.“

    Das Geschäft der Fürther Spielwarenfabrikanten Florian Sieber und Michael Sieber läuft auch in der Krise rund. Quelle: Simba-Dickie
    Florian und Michael Sieber

    Das Geschäft der Fürther Spielwarenfabrikanten Florian Sieber und Michael Sieber läuft auch in der Krise rund.

    (Foto: Simba-Dickie)

    So wie Simba-Dickie, so haben auch viele andere mittelständische deutsche Spielwarenmarken die Corona-Pandemie bisher ordentlich gemeistert. Die Miniatur-Laster und -Traktoren von Bruder etwa waren vergangenes Jahr sehr begehrt. Der Umsatz des Fürther Familienunternehmens stieg um sieben Prozent auf 85 Millionen Euro. „Viele, die nicht in den Urlaub fahren konnten, steckten ihr Geld offenbar auch in Spielwaren. Kinder sind halt immer wichtig“, meinte Eigentümer Paul Heinz Bruder.

    Beim Tierfigurenhersteller Schleich stiegen die Einnahmen um zehn Millionen auf 210 Millionen Euro. Ein für die Spielwarenbranche positiver Effekt von Lockdown und Schulschließungen sei gewesen, dass besonders Familien wieder näher zusammengekommen und aktiv miteinander Zeit verbracht hätten, resümierte die Firma aus Schwäbisch Gmünd.

    Ob es weiter aufwärts geht? „Es lässt sich schwer planen“, sagt Spielwarenfabrikant Sieber. Allein schon die geschlossenen Läden würden das Geschäft belasten. Bekannte Marken würden sich zwar auch online gut verkaufen. Günstige Impulsartikel hingegen besorge kaum jemand im Netz, sondern vor allem in den Geschäften.

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