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Modemarken Labels setzen auf den Laden

Immer mehr Modemarken eröffnen eigene Läden. Sie müssen gerade in Zeiten des Online-Booms mit Markenstores ihr Profil im Konkurrenzkampf schärfen. Denn auch junge Kunden wollen nicht nur im Internet einkaufen.
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In Deutschlands Innenstädten verdrängen Markenstores der Hersteller die klassischen Boutiquen. Quelle: dpa
Passanten auf der Düsseldorfer Königsallee

In Deutschlands Innenstädten verdrängen Markenstores der Hersteller die klassischen Boutiquen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Wer über die Düsseldorfer Königsallee bummelt, entdeckt viele Schaufenster mit der Aufschrift „Opening 2015“. Große Modemarken von Chanel über Karl Lagerfeld bis Dior investieren Millionen in neue Markenstores auf dem Prachtboulevard der rheinischen Metropole.

Dieser Trend ist derzeit überall zu beobachten von Hamburg bis München. Die Modebranche steckt viel Geld in eigene Läden. Und das obwohl mehr Kunden ihre Ware online kaufen als noch vor ein paar Jahren.

Eva Stüber überrascht diese Entwicklung nicht. „Der traditionelle Handelskäufer stirbt aus, nicht jedoch der stationäre Handel“, sagt die Leiterin Reasearch und Consulting am Institut für Handelsforschung IFH in Köln. Das belegt eine neue Studie von ECC Köln und Hybris Software, einem Tochterunternehmen des Software-Konzerns SAP. Demnach informieren sich zwar viele Kunden online und kaufen auch im Internet ein. Aber auch künftig wird selbst bei jungen Leuten „nur eine Minderheit ausschließlich online einkaufen“, wie Stüber zusammenfasst. Das heißt: Sie wollen nicht alleine über ihren Tablet-Computer ordern, sondern auch in wirklichen Läden shoppen gehen.

Denn je mehr die Kunden im Internet surfen, desto mehr wird das Geschäft anonymisiert, desto mehr reißt der direkte Kontakt zum Kunden ab. Deshalb erfordert – so widersprüchlich das auch klingen mag – der Boom im Onlinegeschäft, dass die Marken gleichzeitig in eigene Läden investieren, um das Profil zu schärfen. Denn nur so wird die Marke erlebbar und emotional aufgeladen, durch die Atmosphäre im Laden, die Beratung durch den Verkäufer oder das Ausprobieren verschiedener Kombinationen. 

Fehlgriff Markenname
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Sie hatten die besten Absichten in der Marketing-Abteilung. Gut muss er klingen, ansprechen soll er den Kunden: der Produktname. Besonders wegen mangelnder Fremdsprachenkenntnis haben internationale Unternehmen mit besten Ambitionen doch immer wieder genau das Gegenteil mit ihren Namensgebungen erreicht. Immerhin sorgen die Fehlgriffe für Aufsehen, nur eben nicht ganz so wie sie sollten.

In Japan vermutet wohl niemand hinter Uniqlo ein WC für beide Geschlechter oder in einer Hochschule, in Deutschland vielleicht schon – trotz des „q“ statt des „k“ im Unternehmensnamen. Tatsächlich werden unter diesem Namen Hosen, Strickjacken und Hemden verkauft. Am 11. April 2014 eröffnet die erste deutsche Filiale des japanischen Modehauses in Berlin.

(Foto: AFP)
Mitsubishi stellt Elektroauto "Miev" vor
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Wer möchte in ein Auto einsteigen, das I-Miev heißt? Der Name wird hierzulande doch eher mit Gestank als mit Fahrspaß verbunden. 2010 brachte Mitsubishi das elektronisch betriebene Fahrzeug auf den deutschen Markt. Inzwischen besannen sich die Autoverkäufer jedoch auf einen weniger stinkenden Namen. Seit März läuft das Auto in Deutschland als „Mitsubishi Electronic Vehicle“.

(Foto: dpa)
Grolsch Stender
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Meistens sprechen die Niederländer sehr gut deutsch. Doch offenbar nicht die Produktentwickler und Marketingexperten der holländischen Biermarke Grolsch. Sie nannten ihr Bier mit dem geringem Alkoholgehalt Stender. In deutschsprachigen Gebieten wird das Bier wegen des anrüchigen Namens belächelt. Wer sagt schon gerne an der Bar: „Ich hätte gerne ein Stender.“

(Foto: Screenshot)
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Wir Deutschen haben mit dem Namen Persil kein Problem. Doch in anderen Ländern klingt der deutsche Produktname ganz anders. In Frankreich, wo das Waschmittel ebenfalls Persil heißt, bedeutet es eigentlich Petersilie. Zwar wissen die Franzosen inzwischen, dass es um ein Waschpulver geht und keine Kräuter enthalten sind. Doch bei der Einführung war das anders. Vielleicht dachte der ein oder andere sogar, seine Wäsche würde künftig nach Petersilie duften.

(Foto: dpa - picture-alliance)
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Nicht einmal die Models lächeln, als sie den Pajero von Mitsubishi präsentieren. Vielleicht wissen sie, dass Pajero ein Schimpfwort ist: Es bedeutet „Wichser“. Auf welche Resonanz dieser SUV bei allen Kennern des Spanischen stieß, hätte ein kluger Marketingexperte möglicherweise vorhersagen können.

(Foto: dpa - picture-alliance)
KAFFEE CAFE NESCAFE PRODUKTION EINWEIHUNG NEUE PRODUKTIONSSTAETTE NESTLE
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„N'es café“ – so hört sich Nescafé in portugiesischen Ohren an. Und das bedeutet: kein Kaffee. Aber was ist dann in diesem Plastikbehälter drin? Kaffee! Das mussten die skeptischen Portugiesen erst noch herausfinden.

(Foto: ap)

Auch deshalb investieren Marken von den deutschen Firmen Gerry Weber und Liebeskind bis hin zu internationalen Luxusmarken wie Chanel in neue Geschäfte. Während die einen immer mehr Läden in immer mehr Städten eröffnen, verfolgt der französische Luxuskonzern Hermès eine andere Strategie. „Es geht uns nicht darum, neue Städte zu erschließen“, sagte Produktionsvorstand Guillaume de Seynes einmal im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Sondern an vorhandenen Standorten die Flächen zu vergrößern.“

Diese Strategie verfolgen auch Marken aus dem mittleren Preisbereich. Denn viele Kunden sind vom Internetangebot verwöhnt. Wenn sie in den Laden kommen, sind sie oft enttäuscht, weil sie dort nicht die ganze Kollektion finden. Daniel Lopéz, Vice President der spanischen Modemarke Mango, verfolgt deshalb eine klare Strategie. Er will den Kunden mehr Auswahl anbieten als bisher und deshalb nur noch große Läden eröffnen. So will er die „durchschnittliche Ladenfläche von bislang 300 auf 1 000 bis 1 200 Quadratmeter erhöhen“.

Inditex ist Vorreiter
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