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Modeunternehmen Strenesse meldet Insolvenz an – zum zweiten Mal

Erneut ist das bayerische Unternehmen gescheitert. Auch dem neuen Eigentümer von Strenesse ist die Trendwende nicht gelungen.
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Zum zweiten Mal meldet das Modeunternehmen Insolvenz an. Quelle: dpa
Strenesse-Schaufenster

Zum zweiten Mal meldet das Modeunternehmen Insolvenz an.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Bundestrainer Jogi Löw strahlte mit der kompletten Fußballnationalmannschaft um die Wette. Sie posierten im neuen Dress von Strenesse für die Fotografen. Aber diese Glanzzeiten des bayerischen Modeunternehmens sind schon lange vorbei.

Jetzt hat Strenesse erneut den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Nördlingen gestellt, um sich unter den Augen eines Sachwalters in Eigenregie zu sanieren. Es ist bereits das zweite Mal, dass sich Strenesse über dieses Verfahren retten will.

„Die Eigenverwaltung eröffnet uns die Chance, die aus der Vergangenheit übernommen Belastungen und Verpflichtungen anzupassen”, erklärte Geschäftsführerin Micaela Sabatier in einer Pressemitteilung. Darum wird sie sich aber nicht mehr alleine kümmern.

Der Sanierungsexperte Hubert Ampferl der Kanzlei Dr. Beck & Partner wird sich um die Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen kümmern. Und zum vorläufigen Sachwalter des Gerichts wurde der in Eigenverwaltungsverfahren versierte Rechtsanwalt Martin Hörmann, Anchor Rechtsanwälte, Augsburg, eingesetzt.

Sabatier hat viel versucht: Sie hat Personal abgebaut, Läden geschlossen und an der Kollektion der Premiummarke gearbeitet. Doch am Schluss reichten die finanziellen Mittel offensichtlich nicht mehr, um die neue Strategie umzusetzen. Das will die Geschäftsführerin nun im Insolvenzverfahren schaffen.

Doch das erneute Verfahren gleicht einem Déjà-vu. Denn bereits 2014 rutschte Strenesse in die Insolvenz. Das kleine, von Gerd Strehle und seiner Frau, der legendären Designerin Gabriele Strehle, gegründete Unternehmen hatte sich zu viel aufgebürdet: eine Herrenkollektion und noch eine günstigere Zweitlinie für jüngere Kunden. Die großen Pläne überforderten die Finanzkraft des Mittelständlers. Hinzu kamen private Probleme der Strehles, die zur Trennung des Paares führten.

Dann zogen Interimsvorstand Gerhard Geuder und Marcus Katholing von der Kanzlei Pluta innerhalb von zwei Jahren ein strammes Sanierungsprogramm durch und senkten die Kosten um 40 Prozent.

Nach Beendigung des Insolvenzverfahrens stieg damals ein Schweizer Family Office ein, das anonym blieb. Doch auch die neuen Anstrengungen, die einst gefragte Marke wieder zu beleben, blieben letztlich erfolglos.

Der Modemarkt ist in einem großen Umbruch. Erfolg haben vor allem Billigketten wie Primark und Luxus- oder Premiummarken. Und für Strenesse ist es nach so vielen Jahren der Sanierung schwierig, sich in dem mit Ware überfüllten Modemarkt zu profilieren.

Jetzt heißt es aus Nördlingen, es werde an einer internationaleren Kollektionsaussage und Designsprache gearbeitet. Es gibt Zweifel, ob das schnell genug gelingen wird, um die Trendwende zu schaffen.

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