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Möbelhaus Ikea bespitzelte Mitarbeiter in Frankreich – eine Million Euro Geldstrafe

Über drei Jahre hat Ikea seine Mitarbeiter ausgespäht. Der Ex-Chef der Möbelkette in Frankreich wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt – auf Bewährung.
15.06.2021 Update: 15.06.2021 - 12:42 Uhr Kommentieren
Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Ikea die Daten seiner Mitarbeiter durchforstet und deren Finanzen und Privatleben überprüft hat. Quelle: Reuters
IKEA

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Ikea die Daten seiner Mitarbeiter durchforstet und deren Finanzen und Privatleben überprüft hat.

(Foto: Reuters)

Paris Ein Gericht in Frankreich hat das schwedische Einrichtungshaus Ikea wegen Verletzung der Privatsphäre seiner Mitarbeiter zu einer Geldstrafe von einer Million Euro verurteilt. Der ehemalige Chef der Möbelkette in Frankreich, Jean-Louis Baillot, wurde ebenfalls für schuldig befunden und zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem muss er eine Geldstrafe von 50.000 Euro berappen.

Sein Anwalt kündigte der Nachrichtenagentur AFP zufolge an, in Berufung gehen zu wollen. Ein weiterer früherer Verantwortlicher erhielt 18 Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe von 10.000 Euro.

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Ikea die Daten seiner Mitarbeiter durchforstet und deren Finanzen und Privatleben überprüft hat. Dabei wurde der Zeitraum 2009 bis 2012 ins Visier genommen, obwohl die Staatsanwaltschaft dem Konzern vorwarf, seine Mitarbeiter seit Anfang der 2000er Jahre bespitzelt zu haben.

Ikea Frankreich teilte auf Anfrage mit, man habe die Entscheidung zur Kenntnis genommen. Sie erlaube, nun nach vorne zu blicken. Man habe die Geschehnisse, welche die Werte und ethischen Standards des Unternehmens stark verletzt hätten, immer entschieden verurteilt, sich entschuldigt und Reformen eingeleitet, die auch heute das Verhalten leiteten.

Enthüllungsblatt Canard Enchaîné deckte Bespitzelung auf

Die Staatsanwaltschaft hatte Ende März eine Strafe von zwei Millionen Euro für Ikea-Frankreich gefordert. Das Gericht solle eine starke Botschaft an alle Firmen senden, zitierte die französische Nachrichtenagentur AFP die zuständige Staatsanwältin damals.

Das französische Enthüllungsblatt „Canard Enchaîné“ hatte 2012 über eine systematische Bespitzelung berichtet. Die Sicherheitsabteilung der französischen Ikea-Tochter hatte demnach 2003 eine private Sicherheitsfirma gegen Bezahlung beauftragt, dem Unternehmen teils vertrauliche Daten über Personal und Bewerberinnen und Bewerber zu übermitteln – etwa Angaben zu möglichen Vorstrafen oder Bankauszüge.

Ähnliche Auskünfte sollen auch zur Kundschaft verlangt worden sein, die mit Ikea im Rechtsstreit lag. Die Gewerkschaft FO hatte daraufhin Anzeige gegen Unbekannt wegen der illegalen Verwendung von Personaldaten erstattet.

Das Ausspähsystem soll sich über das gesamte Gebiet Frankreichs erstreckt haben. Die externe Sicherheitsfirma soll demnach zwischen 30.000 und 600.000 Euro im Jahr von Ikea-Frankreich erhalten haben.

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  • rtr
  • dpa
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