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Möbelhaus in der Innenstadt Wie Ikea junge Städter begeistern will

Von der U-Bahn zum Möbelhaus: Mit Innenstadtnähe und veganen Gemüsebällchen lockt Ikea eine urbanere Kundschaft. Dabei standen auch bei Konzernchef Peter Agnefjäll bisher eher Köttbullar auf dem Speiseplan.
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Ikea setzt auf urbane Zentren als Standorte. Quelle: Reuters
Zielgruppe junge Städter

Ikea setzt auf urbane Zentren als Standorte.

(Foto: Reuters)

Älmhult Der Möbelriese Ikea will auf seinem wichtigsten Markt Deutschland näher an seine Kunden rücken und dadurch weiter wachsen. Mit Häusern näher an der Innenstadt, drahtlosen Handy-Ladestationen in Möbeln und Gemüsebällchen buhlen die Schweden dabei auch um die Kaufkraft junge Städter.

„Wenn wir früher Ikea-Häuser gebaut haben, dann haben wir nach einem Autobahnkreuz gesucht und den Laden dorthin gesetzt, weil die ganze Gesellschaft auf Autos ausgerichtet war“, sagte Konzernchef Peter Agnefjäll der Deutschen Presse-Agentur. „Heute sind wir natürlich an einer guten Erreichbarkeit für Autos interessiert. Aber es ist in Zukunft noch wichtiger, dass es eine gute Erreichbarkeit mit den Öffentlichen gibt.“

Was Sie noch nicht über Ikea wussten
Auf den Hund gekommen
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Ein Bello zwischen Billys: Bei Ikea gibt es auch Hunde. Allerdings hat der Möbelriese nicht gleich die Lampen-Abteilung zum Welpen-Paradies umfunktioniert. Und zusammenbauen muss die Kläffer auch niemand. Die Hunde im Geschäft sind nur Pappaufsteller und dienen einem guten Zweck: Sie sind originalgetreue Abbilder realer Hunde im Tierheim, die ein neues Zuhause suchen. "Wir dachten, es sei die perfekte Möglichkeit, Menschen zu zeigen, wie ihr Zuhause mit einem Haustier darin aussehen würde“, erklärt eine Ikea-Marketing-Mitarbeiterin dem „Business Insider“. Für das Projekt „Home for Hope“ arbeitet Ikea mit mehreren Tierheimen zusammen. Bislang gibt es die Ikea-Hunde in den Städten Tempe (Arizona) und Singapur.

(Foto: Screenshot)
Eine Menge Holz
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Ikea ist der unangefochtene Gigant unter den Möbelhäusern – und einer der ganz Großen auf dem weltweiten Holzmarkt. Dem „Pacific Standard“ zufolge verbraucht der schwedische Konzern rund ein Prozent der weltweiten Holzproduktion. Insgesamt sind das rund 14 Millionen Kubikmeter Holz, die Ikea pro Jahr in Bretter und Spanplatten steckt – Papier- und Verpackung nicht mit eingerechnet.

(Foto: dpa)
Gut gebettet
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Jeder zehnte Westeuropäer wird auf einer Ikea-Matratze gezeugt – behauptet Jan Kluge in seinem Buch „Unliebsame Wahrheiten“. Besonders die Engländer scheinen sich dabei auf schwedischen Matratzen wohlzufühlen. In dem Königreich soll sogar jedes fünfte Neugeborene ein Ikea-Kind sein.

(Foto: dpa)
Beliebter als die Bibel
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Jedes Jahr im Herbst beginnt für Ikea die hektischste Phase des Jahres. Dann bringt das Unternehmen nämlich seinen neuen Katalog heraus – und lockt in den folgenden Monaten die meisten Kunden in die Einrichtungszentren. Mittlerweile gibt es den 300-seitigen Katalog zwar auch digital und als App, aber auch die gedruckte Variante geizt nicht mit Superlativen: Der Katalog für 2016 wurde rund 220 Millionen Mal gedruckt. Zum Vergleich: Die Bibel wird, Schätzungen zufolge, rund 100 Millionen Mal verkauft oder verteilt.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)
Spielplatz für Männer
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Wer einmal im Möbelhaus drin ist, soll so schnell nicht mehr rauskommen. So lautet die Formel von Ikeas Kundenpolitik. Die Besucher sollen sich Zeit nehmen, stöbern, schlendern und kaufen – vor allem Frauen. Und damit die beim Einkaufsbummel nicht gestört werden, erprobt Ikea eine „Männerkrippe“.  Bei kostenlosen Softdrinks, Playstation und Kicker können Frauen ihre Männer dort „abgeben“, um ungestört die Kreditkarte heiß laufen zu lassen. In einer Filiale in Sydney hat Ikea das Programm „Mänland“ bereits getestet. Mit Erfolg, sagt der Konzern.

(Foto: ap)
Erfolgreich mit Köttbullar und Hot Dogs
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Ikea gehört in  Deutschland zu den umsatzstärksten Systemgastronomen. Mit einem Jahresumsatz von 230 Million Euro (2017) hängt der Möbel-Riese selbst Vapiano und Starbucks locker ab.

(Foto: dpa)
Alle zehn Sekunden ein Billy
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Das Bücherregal „Billy“ ist einer der Ikea-Verkaufsschlager schlechthin. Seit 1979 verkauft der Konzern das schlichte Bücherbord in rauen Mengen. Deutlich über 41 Millionen Stück sollen es bisher sein, genaue Zahlen veröffentlicht das Möbelunternehmen nicht. Wie BBC News errechnet hat, nimmt das Bücherregal damit weltweit einen Spitzenplatz ein: Alle Ikea-Filialen und rund 690 Millionen Besucher jährlich zusammengenommen, kauft alle zehn Sekunden ein neuer Kunde ein Billy-Regal. Seit Sie das erste Bild dieser Galerie aufgerufen haben, sind also wieder Dutzende neue Bücherregale verkauft worden.

(Foto: dpa)

Manchmal bedeute das, dass die Geschäfte näher an den Innenstädten lägen. „Manchmal gibt es auch um die Städte herum eine gut ausgebaute Verkehrssituation, auch danach suchen wir.“ Für diese Art von Geschäften sei das Möbelhaus in Hamburg-Altona, das nur wenige Minuten Fußweg entfernt vom Bahnhof liege, ein Test - über dessen Erfolg Agnefjäll allerdings noch nichts verraten wollte.

„Aber es ist interessant, die Reaktionen der Kunden zu sehen - was funktioniert, was weniger gut“, sagte der Ikea-Chef über das Kaufverhalten der Städter. „Was wir normalerweise sehen, wenn wir an Orten sind, die bequemer zu erreichen sind, ist, dass die Leute öfter kommen. Dann kaufen sie nicht alle zwei Monate ein neues Sofa.“

Stattdessen besuchen sie öfter das Ikea-Restaurant. Auch dort passt sich der Möbelriese an eine urbane, junge Käuferschaft an: Im Restaurant werden seit April vegane Gemüsebällchen neben den bekannten fleischhaltigen Köttbullar serviert. „Das ist eine größere Sache, als es klingen mag, weil wir dem Fleischbällchen und dem Hot Dog so verbunden sind“, sagte Agnefjäll.

„Aber was wir bis jetzt sehen, ist dass es ein großes Kundeninteresse gibt.“ Heute wollten sich mehr Menschen gesund ernähren, als das vor 15 oder 20 Jahren der Fall gewesen sei. Die Gemüsebällchen sind zudem Teil der Nachhaltigkeitsstrategie bei der Möbelkette. Dabei war der Gedanke an vegetarische Kost für Agnefjäll selbst eine Umstellung: „Ich bin mit den Fleischbällchen geboren, so haben meine Eltern gekocht.“

Fleischesser müssen sich aber zunächst noch keine Sorgen machen, dass den Köttbullar das Aus droht. „Ich denke, heute geht es darum, Optionen zu schaffen. Wir haben die Köttbullar noch, aber wir bieten auch die Veggie-Bällchen an“, sagte Agnefjäll.

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  • dpa
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