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MöbelhausketteCorona-Schließungen sorgen für Umsatzrückgang bei Ikea – Onlinegeschäft boomt

Das Onlinegeschäft kann die Einbußen im stationären Handel nicht vollständig ausgleichen. Deshalb will Ikea nun den Umbau zum Händler, der alle Kanäle bedient, beschleunigen.Aylin Dülger 02.12.2021 - 16:11 Uhr Artikel anhören

Der Online-Anteil am Einzelhandelsumsatz stieg von 16,2 Prozent auf 34,3 Prozent.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Deutschlands größter Möbelhändler Ikea steht trotz enormem Wachstums im Onlinegeschäft unter Druck. Die E-Commerce-Umsätze konnten die Verluste durch geschlossene Möbelhäuser im Geschäftsjahr 2021 (bis 31. August) nicht ausgleichen. Zudem verlor Ikea auf seinem wichtigsten Einzelmarkt gegenüber Mitbewerbern an Boden.

Unter dem Strich steht für Ikea Deutschland ein Gesamtumsatz von etwa 5,3 Milliarden Euro. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 3,2 Prozent. Vor allem die fünfmonatige Schließung der insgesamt 54 Ikea-Einrichtungshäuser in Deutschland löste Umsatzeinbußen im stationären Geschäft aus.

Die geschlossenen Geschäfte bedeuteten auch Verluste bei den konzerneigenen Restaurants und Cafés, schließlich gehört Ikea ebenfalls zu den größten Systemgastronomiebetreibern des Landes. Hier ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 39,3 Prozent auf rund 115 Millionen Euro zurück.

Die Besucherzahl in den deutschen Einrichtungshäusern sank auf rund 53,2 Millionen Menschen – ein Rückgang um 35,4 Prozent.

Der Lockdown hat das Einkaufsverhalten vieler Kunden verändert, auch in der Möbelbranche: 417,4 Millionen Menschen besuchten nach Firmenangaben den Ikea-Online-Shop – 9,36 Millionen Menschen kauften dabei ein.

Ikea verdoppelt Onlineumsatz

Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Die Onlineumsätze des Möbelkonzerns wuchsen im Vergleich zum Vorjahr um 102,9 Prozent und erreichten rund 1,7 Milliarden Euro. Der Onlineanteil am Gesamtumsatz stieg damit von 16,2 Prozent auf 34,3 Prozent. Ikeas Marktanteil am gesamten deutschen Möbelmarkt sank auf 8,09 Prozent, wie Dennis Balslev berichtete, Geschäftsführer und CSO von Ikea Deutschland.

Den Trend zum Onlinekauf will Ikea weiter forcieren. „Wir haben unsere Entwicklung zum Omnichannel-Händler weiter beschleunigt und konnten den Umsatzeinbruch im stationären Geschäft nahezu kompensieren“, sagte Balslev. Ikea baute dazu die Online-Planungs- und Beratungsangebote für Kunden aus und führte „Click&Collect“ ein. Damit soll der Einkauf erleichtert werden, indem die Onlinebestellung in einem der stationären Einzelhandelsgeschäfte abgeholt wird.

Infolge der Pandemie sei die Kundennachfrage in allen Sortimentsbereichen des Konzerns hoch gewesen. Das Zuhause sei wichtiger geworden und das Interesse, die eigenen vier Wände umzugestalten, deutlich ausgeprägter.

Die weltweite Lieferketten- und Ressourcenproblematik in der Coronakrise stellte jedoch für viele Ikea-Kunden eine Geduldsprobe dar. Um die Nachfrage der Kunden trotzdem zu bedienen, sei nun deutlich mehr Flexibilität gefordert, hieß es bei der Vorstellung der Jahreszahlen.

Deshalb waren und sind stark nachgefragte Produkte nicht oder nur in geringen Stückzahlen vorrätig, auch die Lieferzeit ist häufig verzögert. Ikea ist dabei allerdings kein Einzelfall, ähnliche Probleme herrschen in der gesamten Möbelindustrie und auch in vielen weiteren Branchen.

Nachhaltigkeit als Schwerpunkt

Die Möbelhauskette investierte nach eigenen Angaben insgesamt rund 185 Millionen Euro in einen Neubau in Karlsruhe, die bestehenden Häuser und neue Planungsstudios.

Zudem schreibt sich der in Schweden gegründete Konzern Nachhaltigkeit auf die Fahnen: Bis zum Jahr 2030 will Ikea ein klimapositives Unternehmen werden, also entlang der Lieferkette mehr Treibhausgase einsparen als emittiert werden. Dafür sollen ausschließlich erneuerbare oder wiederverwertete Materialien verbaut werden, zudem will Ikea ab 2025 nur noch emissionsfrei liefern. Zulieferer sollen dazu bewegt werden, ausschließlich mit grünem Strom zu produzieren.

Auf Kundenseite nahm der Möbelgigant den Konsumrausch-Tag Black Friday zum Anlass, stattdessen einen „Buyback Friday“ auszurufen. Dabei soll alten Ikea-Möbeln eine „zweite Chance“ gegeben werden, indem Ikea sie von den Kunden erwirbt und in der „Fundgrube“ weiterverkauft.

„Das Geschäftsjahr 21 hat den Auftakt in eine Dekade der Nachhaltigkeit markiert, denn alle sehen: Die Zeit zu handeln ist jetzt. Deshalb unterstützen wir auch verschiedene nationale und internationale Unternehmensappelle an die politisch Verantwortlichen, die Weichen im Kampf gegen den Klimawandel wirkungsvoll zu stellen“, so Ikea-Geschäftsführer Balslev.

Im Hinblick auf die 2G-Regel für den Einzelhandel hat Balslev eine klare Meinung: „2G ist viel besser als eine Schließung der Geschäfte.“ Damit ist der Konzern ohnehin vertraut, schließlich müssen Kunden bereits im Restaurant einen Nachweis über die Impfung oder Genesung vorzeigen.

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Mit Agenturmaterial.

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