Möbelkonzern Steinhoff versilbert Anteile an Investmentholding PSG

Steinhoff braucht dringend frisches Kapital und hat deswegen einen Großteil seiner Anteile an der Investmentholding PSG verkauft. Der Deal spült viel Geld in die Kassen – doch der Druck auf Steinhoff bleibt hoch.
Update: 22.01.2018 - 16:58 Uhr Kommentieren
Zu dem Möbelkonzern Steinhoff gehören auch die Poco-Märkte. Quelle: dpa
Möbelkonzern Steinhoff

Zu dem Möbelkonzern Steinhoff gehören auch die Poco-Märkte.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer in einem Bilanzskandal steckende und schwer angeschlagene Möbelkonzern Steinhoff sucht weiter nach Wegen, um sich Geld zu verschaffen. Nun wurden weitere Anteile an der in Südafrika notierten Investmentholding PSG Group versilbert.

Durch den Verkauf von PSG-Anteilen hat Steinhoff umgerechnet fast 480 Millionen Euro eingenommen. 29,4 Millionen Aktien wurden zum Preis von je 240 Rand bei Investoren untergebracht, wie der Poco-Mutterkonzern am Montag mitteilte. Das entspricht einem Abschlag von 5,3 Prozent gegenüber dem PSG-Schlusskurs vom Freitag. Das Paket entsprach einem Anteil von 13,5 Prozent an PSG.

Ein erstes Paket an PSG-Aktien hatte der Möbelkonzern bereits am 15. Dezember veräußert. Damals hatte das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft. Dadurch hatte Steinhoff nach damaligen Angaben umgerechnet rund 293 Millionen Euro eingenommen. Nach dem Verkauf im Dezember hatte Steinhoff noch eine PSG-Beteiligung von gut 16 Prozent beziehungsweise rund 37 Millionen Aktien gemeldet.

Steinhoff hatte Unregelmäßigkeiten in mehreren Jahresabschlüssen eingeräumt, woraufhin zahlreiche Führungskräfte gehen mussten. Die Aktie war daraufhin abgestürzt und notiert nur noch im Cent-Bereich. In Deutschland laufen seit längerem Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen gegen die Nummer zwei im weltweiten Möbelhandel hinter Ikea.

Wichtigste Aufgabe des neuen Managements ist es nun, den laufenden Betrieb sicherzustellen. Steinhoff ist hierzulande am Möbelhändler Poco beteiligt. Dieser sieht sich von den Turbulenzen nach früheren Angaben nicht betroffen. Am 26. Januar will Steinhoff nach jüngsten Angaben seine europäischen Geldgeber in London treffen. Ende vergangener Woche hatte Steinhoff zudem angekündigt, sich gegenwärtig in der Lage zu sehen, fällige Zinsen auf Schulden zu bezahlen.

  • rtr
  • dpa
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