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MyTaxi-Angebot Hamburger Taxis fahren erstmals zum Festpreis

Die Branche wehrt sich gegen das Shuttle-Experiment von VW in Hamburg. Mit einer Ausnahmegenehmigung erproben die Taxiunternehmen ein völlig neues Tarifmodell.
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Über die App sollen Gemeinschaftsfahrten zu einem fest errechneten Tarif angeboten werden. Quelle: dpa
MyTaxi-Werbung in Berlin

Über die App sollen Gemeinschaftsfahrten zu einem fest errechneten Tarif angeboten werden.

(Foto: dpa)

HamburgVier Tage vor dem Start eines großangelegten Pilotprojekts von Volkswagen startet die Daimler-Tochter MyTaxi einen Abwehr-Dienst. Ab Donnerstag können Kunden in Hamburg ohne Taxameter zu Festpreisen fahren.

Der Haken des bundesweit einmaligen Angebots: Wie bei dem VW-Projekt müssen die Kunden damit rechnen, sich das Taxi mit Mitfahrern zu teilen.

Anlass für den neuen Service ist offenbar der VW-Dienst Moia. Unter der neuen Marke sollen ab Montag bis zu 500 elektrisch betriebene Kleinbusse durch Hamburg fahren – buchbar per App. Fahrten sind damit deutlich günstiger als der Taxitarif. Zudem steht der Preis bei der Buchung fest.

Mit einer Ausnahmegenehmigung erproben die Taxiunternehmen so erstmals ein völlig neues Modell. „Zusammen mit den Hamburger Taxiunternehmen wollen wir eine Zäsur für die gesamte Branche setzen“, teilte MyTaxi-Manager Alexander Mönch mit.

Statt sich an den bundesweiten Demonstrationen der Taxi-Unternehmen zu beteiligen, organisiert „MyTaxi“, das in einem Gemeinschaftsunternehmen mit BMW aufgeht, ein neues konkretes Tarifmodell: Wie beim VW-Projekt Moia sind auch die neuen „Match“-Tarife von MyTaxi bereits bei der Buchung fix. Und wie bei Uber sollen sie abhängig von Auslastung und Nachfrage variieren. Zu einer Grundgebühr von zwei Euro kommen dabei ein Kilometerpreis von 80 Cent bis 1,80 Euro sowie ein Minutenpreis von zehn bis 30 Cent.

In einer Beispielrechnung zeigt MyTaxi, dass damit eine Fahrt, die sonst 17,70 Euro kosten würde, nunmehr nur 12,80 Euro kostet. Zugleich kassiert der Fahrer von zwei Fahrgästen – und erhält so für seine Fahrt insgesamt 24,20 Euro. Der Fahrgast spart in der MyTaxi-Beispielrechnung also 4,909 Euro, der Fahrer verdient 6,50 Euro mehr.

Mit dabei sind in Hamburg mehr als 60 Taxiunternehmen. „Taxen sind für die Mobilität in einer Metropole unverzichtbar“, erklärte der Hamburger Verkehrssenator Michael Westhagemann in der Mitteilung von MyTaxi.

Die Hamburger Verkehrsbehörde ist derzeit besonders großzügig bei Ausnahmegenehmigungen, weil die Stadt zum Mobilitätskongress ITS im Jahr 2021 möglichst viele Projekte mit Industriepartnern präsentieren möchte. So startete VW gerade erst ein Projekt zur Erprobung autonom fahrender Autos in der Stadtmitte.

Schon bislang bieten MyTaxi und andere Apps geteilte Fahrten an – allerdings zu variablen Tarifen. Nicht immer zahlt sich das für die Fahrer aus: Laut Berichten von Fahrgästen finden sich eher selten Mitfahrer. Das neue Angebot könnte das ändern.

Für die Fahrgäste in Hamburg wird die Situation damit zunehmend unübersichtlich. Am günstigsten ist das Stadtrad, gefolgt vom Bus. Moia wird preisgünstiger sein als MyTaxi Match, am teuersten bleibt das normale Taxi. Carsharing ordnet sich je nach Modell dazwischen ein.

Und noch ein neues Angebot kommt hinzu: Auf einem Wissenschaftscampus in Hamburg verleiht MyTaxi künftig Elektro-Roller.

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