Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Boeing 737 Max 8 von Silk Air

Am Flughafen Singapur darf das Modell nicht mehr starten und landen.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Nach Absturz in Äthiopien Deutschland sperrt seinen Luftraum für Boeing 737 Max 8

Nach dem zweiten Absturz binnen weniger Monate zieht auch Deutschland Konsequenzen. Zuvor hatte Großbritannien als Vorsichtsmaßnahme seinen Luftraum für die Maschinen gesperrt.
Update: 12.03.2019 - 17:08 Uhr Kommentieren

Singapur, Neu Delhi, Sydney, Berlin, Kuala LumpurNach dem Absturz einer Passagiermaschine des Typs Boeing 737 Max 8 in Äthiopien sperrt auch Deutschland seinen Luftraum für Flugzeuge des Typs. Das sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Dienstag in Berlin. Zunächst hatte Minister Andreas Scheuer (CSU) dies dem Sender NTV gesagt.

Auch Frankreich entschloss sich zu diesem Schritt. Zuvor hatte die britische Luftfahrtbehörde den Luftraum für Maschinen des Typs gesperrt und den Schritt als „Vorsichtsmaßnahme“ bezeichnet.

Betroffen sind alle kommerziellen Flüge von allen Airlines, die im Vereinigten Königreich landen, starten oder das Land überfliegen. Die Anordnung werde bis auf Weiteres in Kraft sein, hieß es. Die Behörde betonte, sie stehe in engem Kontakt mit der europäischen Luftaufsicht EASA.

Derzeit nutzen fünf Maschinen des Typs 737 Max Flugbasen in Großbritannien. Die britische Airline des Touristikkonzerns Tui bestätigte, dass alle ihre Boeing 737 Max in Großbritannien nicht mehr abheben dürfen.

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat für Dienstagabend eine Bewertung der Situation aus ihrer Sicht in Aussicht gestellt. Ein Sprecher der Behörde widersprach allerdings Gerüchten, dass eine Sperrung des europäischen Luftraums für den Maschinentyp geplant sei.

Zuvor hatten Singapur, Malaysia und Australien mit sofortiger Wirkung ein vorübergehendes Verbot für die Boeing-Maschinen beschlossen. Am Montag bereits kündigten unter anderem China und Indonesien an, die Boeing nicht mehr starten und landen zu lassen.

Das Verbot in Singapur soll nach einer Mitteilung der nationalen Flugsicherheitsbehörde solange gelten, bis „weitere Informationen gesammelt und das Sicherheitsrisiko neu bewertet“ ist. Betroffen von dem Verbot sind unter anderem die Fluggesellschaften China Southern, Thai Lion, Garuda, Silk Air und Shandong.

Mit mehr als 60 Millionen Passagieren gehört der Changi-Flughafen von Singapur zu den 20 größten der Welt. Insbesondere für den Weiterflug in andere asiatische Länder und nach Australien wird er auch von europäischen Passagieren viel genutzt.

Trotz der zahlreichen Verbote befanden sich am Dienstagnachmittag immer noch rund 46 Boeing 737 Max 8 in der Luft. Darauf lassen Daten des Flugportals Flight Aware schließen, auf dem Nutzer in Echtzeit den Flugverkehr mitverfolgen können.

Absturz mit 157 Toten

Die Boeing 737 Max 8 von Äthiopiens nationaler Fluggesellschaft Ethiopian Airlines war am Sonntag auf dem Weg in die kenianische Hauptstadt Nairobi kurz nach dem Start in Addis Abeba mit 157 Menschen an Bord abgestürzt. Unter den Opfern waren dem Auswärtigen Amt zufolge auch fünf Deutsche. Die Ursache ist noch unklar. Im Oktober vergangenen Jahres waren beim Absturz einer baugleichen Maschine der Fluglinie Lion Air 189 Menschen in Indonesien ums Leben gekommen.

Die Piloten der Ethiopian Airlines haben der Flugsicherung kurz vor dem Absturz von Problemen berichtet, die Maschine unter Kontrolle zu halten. Das sagte der Vorstandsvorsitzende von Ethiopian Airlines, Tewolde GebreMariam, am Dienstag dem Nachrichtensender CNN. Welche Probleme es genau waren, blieb aber zunächst unklar.

Ethiopian hatte bislang noch keine Details preisgegeben, was in den letzten Minuten im Cockpit passiert ist. Der Airline-Chef sagte weiter, die am Montag gefundenen Flugschreiber würden nun zur Auswertung ins Ausland geschickt. Normalerweise werden sie ins Herstellerland geschickt, in diesem Fall die USA.

Das Modell fliegt einem Bericht zufolge auch mindestens einen Flughafen in Deutschland an: In Düsseldorf nutzten die Airlines Lot (Polen), Smart Wings (Tschechien), Turkish Airlines und Corendon (beide Türkei) Maschinen dieser Reihe, berichtete die „Rheinische Post“ mit Verweis auf den Flughafen.

Hersteller Boeing kündigte umgehend Nachbesserungen an der umstrittenen Steuerungssoftware des Flugzeugs an. Außerdem äußerte der Flugzeugbauer Verständnis dafür, dass Aufsichtsbehörden und Airlines „Entscheidungen treffen, die sie am angemessensten für ihre Heimatmärkte halten“.

Das Unternehmen arbeite weiter mit Regulierern und Kunden zusammen, damit diese die nötigen Informationen erhielten, um Vertrauen in den Betrieb der Flotte zu haben. Boeing verwies erneut darauf, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA derzeit keine weiteren Maßnahmen fordere. Auf Basis der derzeit verfügbaren Informationen gebe es keine Grundlage, neue Anweisungen für den Betrieb der 737-Max-Flotte auszugeben.

Die 737 ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug der Welt. Die 737-Max-Reihe ist die neueste Variante des Verkaufsschlagers.

Mehr: Hier finden Sie eine Übersicht, wie welche Länder reagiert haben und wie sich die Fluggesellschaften verhalten.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
  • pma
Startseite

Mehr zu: Nach Absturz in Äthiopien - Deutschland sperrt seinen Luftraum für Boeing 737 Max 8

0 Kommentare zu "Nach Absturz in Äthiopien: Deutschland sperrt seinen Luftraum für Boeing 737 Max 8"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.