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Nach Air Berlin Insolventer deutscher Ferienflieger Small Planet hofft auf Investoren

Der Insolvenzverwalter führt bereits erste Gespräche mit möglichen Geldgebern, um Small Planet zu retten – und appelliert an Niki Lauda.
Update: 19.09.2018 - 14:43 Uhr Kommentieren
Small Planet: Insolventer Ferienflieger hofft auf Investoren Quelle: Reuters
Airbus-Maschine

Small Planet hatte in Deutschland zuletzt eine Flotte von fünf Airbus A320 und zwei A321.

(Foto: Reuters)

FrankfurtGut ein Jahr nach der Pleite von Air Berlin trifft es nun die nächste Fluggesellschaft. Die kleine Touristik-Airline Small Planet GmbH meldete am Dienstagabend Insolvenz in Eigenverwaltung an – ist aber guter Hoffnung schnell einen Investor finden zu können.

„Es gibt schon Gespräche mit Investoren und die werden jetzt unter neuen Bedingungen intensiviert“, sagte der gerichtlich eingesetzte Sachwalter des Unternehmens, Joachim Voigt-Salus, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Bisher hätten die Interessenten die Altschulden, „die ganz beträchtlich sind“, nicht übernehmen wollen. „Jetzt ist die Frage, ob man diese ganzen Verbindlichkeiten beim Insolvenzverfahren abschneiden kann und dass dann ein neuer oder anderer Investor mit Small Planet gut durchstarten kann.“ Die Chancen dafür seien „gar nicht mal so schlecht“.

Voigt-Salus zeigte sich optimistisch für die anstehenden Gespräche mit Interessenten. „Ich bin zuversichtlich, dass die Verhandlungen fortgesetzt werden und man in den nächsten Wochen greifbare Ergebnisse hat – in die eine oder andere Richtung.“

Offen sei, ob es auf ein Bieterverfahren hinauslaufe. „Da kann jeder kommen, auch Niki Lauda kann kommen.“ Der ehemalige Rennfahrer und Unternehmer hatte die Air-Berlin-Tochter Niki gekauft.

Nach Informationen des Fluggast-Sofortentschädigers EUflight.de sind bei der Airline nach einem chaotischen Sommer Entschädigungsforderungen von mehr als 20.000 Passagieren aufgelaufen. „Wir gehen von rund neun Millionen Euro gemäß EU-Fluggastrechte-Verordnung bestehender Ansprüche aus“, sagte Geschäftsführer Lars Watermann.

Small Planet zählt zu den kleineren Fluggesellschaften, die wie auch Germania Touristikverkehr anbietet. Das deutsche Unternehmen gehört zur litauischen Small Planet, die Jets und Bordpersonal an andere Airlines und Touristikunternehmen verchartert. Zeitweise wurde zum Beispiel für die Ferienfluggesellschaft Condor geflogen.

Small Planet hatte in Deutschland zuletzt eine Flotte von fünf Airbus A320 und zwei A321. Wie viele Fluggesellschaften hatte auch Small Planet nach dem Ende von Air Berlin die Hoffnung, sich ein Stück vom Geschäft der einst zweitgrößten deutschen Airline zu sichern.

Allerdings litt Small Planet wie alle Anbieter unter Verspätungen und Flugausfällen. Die waren zeitweise sogar richtig massiv, der Frust der Passagiere war groß.

Auf seiner Webseite nannte die deutsche Tochtergesellschaft der litauischen Small Planet Airlines die „angespannte finanzielle Situation durch die Ereignisse des laufenden Sommers“ als Grund. Gemeint sind zahlreiche Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb, die zu hohen Entschädigungsansprüchen der betroffenen Passagiere geführt haben. Die gesamte Branche kämpft in diesem Sommer mit Engpässen bei der Flugsicherung, Streiks und Wetterphänomenen, die sich auf den Flugverkehr auswirken. Bei Small Planet sollen laut Branchenkreisen noch interne Organisationsprobleme hinzugekommen sein.

Die Insolvenz zeigt, dass das Chaos im Sommer gerade kleinere Airlines vor große Herausforderungen stellt. Die Kosten sind explodiert und im bevorstehenden Winter verdienen viele Fluggesellschaften wegen der geringeren Nachfrage kaum Geld. Branchenexperten rechnen deshalb in den kommenden Monaten mit weiteren Pleiten.

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