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Nach Airline-Pleite Ermittlungen gegen Germania-Chef Balke wegen Insolvenzverschleppung

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Germania-Chef Karsten Balke eingeleitet. Die Vorwürfe: Insolvenzverschleppung und Betrug.
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Der Germania-Chef soll Kunden auch dann noch Tickets verkauft haben, als die Airline schon zahlungsunfähig war. Quelle: imago/Robert Michael
Karsten Balke

Der Germania-Chef soll Kunden auch dann noch Tickets verkauft haben, als die Airline schon zahlungsunfähig war.

(Foto: imago/Robert Michael)

FrankfurtAus Hinweisen ist offensichtlich ein erster Anfangsverdacht geworden: Die Staatsanwaltschaft Berlin hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Germania-Chef Karsten Balke eingeleitet. Das bestätigte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Zuerst hatte das Fachmagazin FVW berichtet.

Die Vorwürfe lauten Insolvenzverschleppung und Betrug. Unter anderem soll Balke Kunden auch dann noch Tickets verkauft haben, als die Airline schon zahlungsunfähig war.

Ausgangspunkt der Ermittlungen dürften Strafanzeigen mehrerer Privatpersonen sein. Die waren vor wenigen Wochen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Man gehe der Sache nach, hatte ein Sprecher damals auf Anfrage des Handelsblatts erklärt. In den Anzeigen werde Balke als mutmaßlich Verantwortlicher genannt.

Der Beschuldigte reagierte damals überrascht auf die Anzeigen. „Ich höre zum ersten Mal durch die Presseanfrage des Handelsblatts davon, dass bei der Berliner Staatsanwaltschaft Anzeigen gegen mich eingegangen sein sollen“, sagte er. „Mir war bislang auch nicht bekannt, dass angeblich Ermittlungen gegen mich geführt werden. Die Anschuldigungen entbehren jeder rechtlichen und sachlichen Grundlage.“

Germania hatte Anfang Februar Insolvenz angemeldet. Die Airline mit rund 1700 Mitarbeitern und etwas weniger als 40 Flugzeugen hatte vor allem Ferienziele im Mittelmeerraum angesteuert.

Versuche von Balke, frisches Geld für den Flugbetrieb aufzutreiben, waren gescheitert, obwohl es zwischenzeitlich angeblich eine Finanzierung gegeben haben soll. Noch kurz vor der Insolvenz hatten sich zudem der frühere Air Berlin-Chef Joachim Hunold und der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl als Retter ins Spiel gebracht, doch ein belastbarer Deal scheiterte.

Wer die Anzeigen gestellt hat, ist nicht bekannt. In der Luftfahrtbranche war allerdings erwartet worden, dass nach der Insolvenzanmeldung der Airline alte Rechnungen beglichen werden würden. Germania ist ein kompliziertes Konstrukt – schwer zu durchschauen.

Balke kam als Anwalt zu Germania-Gründer Hinrich Bischoff, er kümmerte sich unter anderem um Liegenschaften der Familie auf Mallorca. Nach dem Tod von Bischoff im Jahr 2005 bekam Balke von der Witwe Ingrid Bischoff zunehmend mehr Aufgaben übertragen, wurde erst Generalbevollmächtigter und bekam schließlich sukzessive die Anteile an Germania überschrieben.

Das geschah über komplizierte Konstruktionen und war auch nicht ganz reibungslos. Die Familie ist zerstritten. Eric Bischoff, der Sohn des Gründers, klagt auf eine höhere Auszahlung seines Erbes. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

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