Nach Attacke von Kraft Heinz Unilever prüft seine strategischen Optionen

Nach dem abgewehrten Übernahmeversuch von Kraft Heinz kündigt Unilever eine Überprüfung des eigenen Geschäfts an. Kosten und Firmenstruktur werden unter die Lupe genommen, um mehr Wert für Anleger zu schaffen.
Update: 22.02.2017 - 17:25 Uhr Kommentieren
Die Analyse des eigenen Konzerns soll im April abgeschlossen sein. Quelle: dpa
Unilever

Die Analyse des eigenen Konzerns soll im April abgeschlossen sein.

(Foto: dpa)

LondonDer Konsumgüter-Riese Unilever will nach dem abgewehrten Übernahmeversuch des US-Rivalen Kraft Heinz mehr Wert für seine Aktionäre schaffen. Dazu sollten alle Optionen überprüft werden, teilte das britisch-niederländische Unternehmen am Mittwoch mit. „Wir erwarten, dass die Analyse Anfang April abgeschlossen sein wird.“ Dann würden auch Details mitgeteilt. Im Unternehmensumfeld hieß es, dies könne zu Beteiligungsverkäufen und Kostensenkungen führen. Auch Übernahmen und Fusionen würden unter die Lupe genommen – ebenso wie eine Abspaltung der Lebensmittelsparte.

An der Börse in London verteuerten sich Unilever-Aktien daraufhin um fast sieben Prozent. Sie hatten zuletzt wegen der Kraft-Heinz-Offerte neue Höchststände erreicht.

Das Unilever-Management hatte das 143 Milliarden Dollar schwere Angebot des amerikanischen Ketchup-Konzerns umgehend zurückgewiesen. Es bringe weder finanzielle noch strategische Vorzüge mit sich.

Diese Konzerne versorgen die Welt
Platz 41 – Henkel
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Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

Quelle: OC&C

Platz 10 – L'Oréal
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L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

Platz 9 – Mondelez
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Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

Platz 8 – Tyson Foods
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Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

Platz 7 – AB Inbev
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Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

Platz 6 – Coca Cola
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Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

Platz 5 – JBS
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JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

Unilever – unter anderem bekannt für Rexona-Deos, Domestos-Reinigungsmittel, Lipton-Tee und Knorr-Fertiggerichte – hat deutlich schwächere Margen als Kraft Heinz. Hinter dem US-Konzern stehen Investoren wie Warren Buffett und 3G, die in der Vergangenheit immer wieder auf radikale Einsparungen gedrungen hatten, nachdem Kraft andere Unternehmen übernommen hatte.

Unilever wird dagegen von manchen Aktionären kritisch beäugt, weil Probleme in Schwellenländern zulasten der Rentabilität gehen. Unter der Führung des niederländischen Konzernchefs Paul Polman lag der Fokus zuletzt vor allem auf organischem Wachstum – also ohne Übernahmen – und Nachhaltigkeit.

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