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Nach Corona-Ausbruch Kreis Gütersloh: Tönnies-Subunternehmen lassen Mitarbeiter in Quarantäne im Stich

Der Kreis Gütersloh kritisiert die Quarantäne-Versorgung durch die Subunternehmen des Tönnies-Konzerns. Nun haben die Behörden die Polizei eingeschaltet.
01.07.2020 - 14:56 Uhr Kommentieren
Ein Rotkreuz-Helfer überreicht einen Beutel mit Brot an einen Bewohner eines Wohnhauses, das unter Quarantäne gestellt worden ist. Quelle: dpa
Quarantäne in Verl

Ein Rotkreuz-Helfer überreicht einen Beutel mit Brot an einen Bewohner eines Wohnhauses, das unter Quarantäne gestellt worden ist.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Sven-Georg Adenauer hatte eine gute und eine schlechte Nachricht für Clemens Tönnies. Der Gütersloher Landrat (CDU) teilte dem Unternehmer in einem Telefonat am Dienstag mit, dass er zwar mit Blick auf die Versorgung der unter Quarantäne stehenden Arbeiter durch den Fleischkonzern nichts zu beanstanden habe.

Die von dem Unternehmen angeheuerten Subfirmen würden ihre Beschäftigten allerdings vernachlässigen. Adenauer nahm Tönnies persönlich in die Pflicht: Er habe den Unternehmer gebeten, „doch bitte Einfluss auf seine Dienstleister zu nehmen“, sagte der Landrat auf einer Pressekonferenz.

In einem Schlachtbetrieb haben sich mehr als 1550 Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert. Die Behörden hatten das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh daraufhin massiv eingeschränkt. 7000 Tönnies-Mitarbeiter mussten Mitte Juni in Quarantäne. Das Unternehmen ist für die Versorgung der direkt bei dem Schlachtkonzern angestellten Mitarbeiter zuständig, die Subunternehmer für ihre jeweiligen Werkvertragsarbeiter.

Adenauer hatte vor einer Woche Vertreter aller Tönnies-Subunternehmen einbestellt und sie aufgefordert, dieser Fürsorgepflicht nachzukommen. Der Landrat verdonnerte die Dienstleister außerdem dazu, die Auslieferungen an ihre Mitarbeiter zu dokumentieren und zuständige Ansprechpartner zu nennen.

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    Am Ende hätten zwar alle Dienstleister zugesagt und ein entsprechendes Dokument unterschrieben, teilte der Kreis nun mit. Dennoch sei die Versorgung nicht spürbar besser geworden.

    Tönnies im ständigen Austausch mit Behörden

    „Es kann nicht sein, dass nun 60 Einsatzkräfte vom Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst, den Johannitern und dem THW im Dauereinsatz sind“, so Adenauer. Zudem würden den Krisenstab „immer wieder teils groteske Details“ vom Umgang der Subunternehmer mit ihren Angestellten und deren Angehörigen erreichen.

    Einige davon seien an die Polizei zur weiteren Veranlassung weitergeleitet worden, teilte der Kreis mit. Details zu den Vorkommnissen und dazu, um welche Subunternehmen es konkret ging, wollte ein Sprecher jedoch nicht kommentieren, solange die Vorwürfe nicht bestätigt sind. Das Polizeipräsidium Bielefeld verwies lediglich auf die Mitteilung des Kreises.

    Tönnies teilte mit, dass das Unternehmen im ständigen Austausch mit den Behörden und seinen Dienstleistern stehe. „Das funktioniert. Wir haben die Behörden aber auch gebeten, uns bei konkreten Problemen direkt zu informieren“, so ein Sprecher. Allein in Rheda-Wiedenbrück arbeitet Tönnies mit 13 Subunternehmen zusammen, die ihre Mitarbeiter auch in der Stadt unterbringen.

    Mehr: Nach der Tönnies-Schließung gerät die Fleischindustrie ins Wanken.

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