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Nach Corona-Ausbruch Tönnies-Werksschließung wird wohl verlängert – Behörden warten auf Hygienekonzept

Tönnies hat bislang nur erste konzeptionelle Überlegungen für eine Wiedereröffnung des Hauptwerks vorgelegt. Die Fabrik soll vorerst geschlossen bleiben.
01.07.2020 - 19:12 Uhr Kommentieren
Wann das Unternehmen die Produktion wieder aufnehmen kann, ist unklar. Quelle: dpa
Tönnies-Zentrale

Wann das Unternehmen die Produktion wieder aufnehmen kann, ist unklar.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der bundesweit größte Schlachtbetrieb von Tönnies bleibt wohl auch weiterhin geschlossen. Die Behörden werden die entsprechende Verfügung, die aktuell bis Donnerstag läuft, „nach heutigem Stand“ verlängern. Das teilte das nordrhein-westfälische Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales am Mittwoch dem Handelsblatt mit. Wie lange der Betrieb ruhen muss, ist noch unklar. Das Unternehmen habe dem zuständigen Kreis Gütersloh bislang lediglich erste konzeptionelle Überlegungen vorgelegt. Eine abschließende Bewertung liegt noch nicht vor.

Für eine Nachfolgeregelung müsse das Unternehmen einen Weg aufzeigen, wie eine „(schrittweise) Wiedereröffnung mit Hygienekonzepten“ erfolgen kann. Dabei geht es unter anderem um einen Umbau des Lüftungssystems in den gekühlten Werksbereichen.

Zuständig für die Prüfung sei die örtliche Ordnungsbehörde. Diese beziehe Gesundheitsamt und Arbeitsschutz mit ein, die ebenfalls grünes Licht für die Konzepte geben müssten. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales werde den gesamten Prozess begleiten. Tönnies teilte lediglich mit, im Gespräch mit dem Kreis und der Bezirksregierung Detmold zu sein.

Zuvor hatte das Ministerium die Quarantäne für Menschen, die in der Tönnies-Fabrik in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet haben oder in einer der Gemeinschaftsunterkünfte leben, um zwei Wochen verlängert. In der entsprechenden Allgemeinverfügung wird häusliche Quarantäne bis zum 17. Juli angeordnet – unabhängig davon, ob die Betroffenen bei Tönnies, einem Subunternehmer oder einer Leiharbeitsfirma angestellt waren oder sind. Ausgenommen sind unter anderem diejenigen, die schon krank waren und als geheilt gelten.

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    Unter Landwirten regt sich derweil Kritik an der anhaltenden Schließung der Fleischfabrik. Heinrich Dierkes, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), kritisierte, dass nach zwei Wochen ruhender Produktion noch immer unklar ist, wann und wie es am größten deutschen Schlachthof weitergehen soll. Notwendig sei nun ein Zeitplan für die Wiederaufnahme des Betriebs.

    „Noch viele Hausaufgaben zu erledigen“

    Von der Schließung seien alle deutschen Schweinehalter betroffen, denn in dem Tönnies-Betrieb würden im Normalbetrieb zwischen zwölf und 14 Prozent der deutschen Schweine geschlachtet. Der Schlachthof sei damit „systemrelevant“. Wöchentlich stauen sich der ISN zufolge in den Ställen zusätzlich bis zu 100.000 Schweine auf, die derzeit nicht geschlachtet werden können. „Damit lässt man uns Bauern einfach im Regen stehen“, kritisierte Dierkes. Dass die Landwirte nicht einmal ansatzweise wüssten, wie es weitergehen soll, sei ein unhaltbarer Zustand.

    Das Unternehmen selbst hatte seinen Kunden noch Mitte Juni eine Wiederaufnahme der Produktion zum Monatswechsel in Aussicht gestellt. Tönnies gehe davon aus, dass der Betrieb „auf Basis der erfolgreichen Umsetzung von Maßnahmen“ und nach Prüfung des Pakets durch die zuständigen Behörden am ersten Juli-Wochenende „schrittweise wieder aufgenommen werden kann“, hieß es in einem fünfseitigen Brief an die Geschäftspartner.

    Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) hatte in dieser Woche jedoch mehrfach deutlich gemacht, dass ein Termin für die Wiedereröffnung des Schlachthofs noch nicht absehbar ist. Der Kreis werde den Betrieb erst wieder erlauben, wenn von dem Werk keine Gefährdung für die Bevölkerung mehr ausgehe, so der Landrat. Tönnies habe bis dahin noch „viele Hausaufgaben zu erledigen“. Er wolle es unbedingt vermeiden, so Adenauer, dass die Firma wieder läuft und gleichzeitig noch Kindergärten geschlossen sind.

    Mehr: Tönnies-Subunternehmen lassen Mitarbeiter in Quarantäne im Stich.

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