Nach der Insolvenz Die meisten Praktiker-Angestellten fanden einen Job

15.000 Angestellte verloren auf einen Schlag ihren Job. Doch zweieinhalb Jahre nach den Pleiten von Praktiker und Max Bahr zeigt sich: Für viele ehemalige Beschäftigte ging es glimpflich aus. Aber längst nicht für alle.
Bei der Insolvenz der Praktiker-Baumarktkette mussten rund 10.000 Angestellte in Transfergesellschaften überführt werden. Rund zwei Drittel fanden danach wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Quelle: dapd
Größter Fall seit 1998

Bei der Insolvenz der Praktiker-Baumarktkette mussten rund 10.000 Angestellte in Transfergesellschaften überführt werden. Rund zwei Drittel fanden danach wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

(Foto: dapd)

HamburgDie meisten ehemaligen Beschäftigten der insolventen Baumarktketten Praktiker und Max Bahr haben wieder einen Job gefunden. Das ergab eine wissenschaftliche Untersuchung über die Arbeit der Transfergesellschaften, die nach den beiden Insolvenzen eingesetzt worden waren. Laut den am Donnerstag in Hamburg vorgestellten Ergebnissen fanden rund zwei Drittel der Beschäftigten in eine neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder in die Selbstständigkeit. Ein Viertel sei dagegen arbeitslos geblieben.

Das sei ein sehr gutes Ergebnis – auch im Vergleich zu ähnlichen Fällen, sagte Studienleiter Gernot Mühge vom Bochumer Helex-Institut. Bei der Schlecker-Insolvenz fanden etwa 49 Prozent der Beschäftigten wieder eine Stelle, 39 Prozent blieben dagegen arbeitslos. Viele Vergleichsmöglichkeiten gibt es jedoch nicht. Mit 7600 Beschäftigten (von 8200 Berechtigten) in sechs verschiedenen Transfergesellschaften war der Fall Praktiker/Max Bahr der größte seit 1998.

Insgesamt beschäftigten beide Baumarktketten in über 300 Filialen rund 15.000 Arbeitnehmer, von denen aber 5500 geringfügig beschäftigt waren und nicht für eine Transfergesellschaft infrage kamen. Über ihr berufliches Schicksal ist nichts bekannt.

Praktiker und Max Bahr waren 2013 zahlungsunfähig geworden und hatten 2014 ihre letzten Filialen geschlossen. Zahlreiche Standorte wurden von anderen Baumarktketten oder Einzelhändlern übernommen, andere ersatzlos geschlossen oder umgewandelt. Nur rund 20 Prozent der Beschäftigten konnten am gleichen Standort weiterarbeiten.

Transfergesellschaften sind ein arbeitsmarktpolitisches Instrument, das nicht nur bei Insolvenzen eingesetzt wird, sondern auch bei größeren Entlassungen. An den Kosten beteiligen sich die Unternehmen oder Gläubiger sowie die Agentur für Arbeit. Bei Praktiker/Max Bahr lagen die Kosten in der Größenordnung von 100 Millionen Euro.

Die (un-) beliebtesten Baumärkte Deutschlands
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Vor dem Renovieren sollte man sich genau überlegen, welche Materialien benötigt werden. Also Liste anfertigen und in den Baumarkt. Doch spätestens jetzt drängt sich renovierungshungrigen Kunden die Frage auf: In welchem Baumarkt soll ich die Materialien besorgen?

Der Wust in den Baumärkten
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Sanitäreinrichtungen, Fließen, Werkzeuge, Schrauben, Parkett und vieles mehr findet man bei Obi, Hornbach und anderen. Das kann potenzielle Kunden überfordern. Eine gute Kundenberatung, ein gut sortiertes Sortiment und natürlich anständige Preise sind da unentbehrlich. „Kundenmonitor Deutschland“ hat 4713 Deutsche befragt, wie überzeugt sie von Deutschlands Baumärkten sind. Dabei wurde außerdem abgefragt, ob sie den von ihnen besuchten Baumarkt weiterempfehlen würden.

Platz 7: Toom
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Auf dem letzten Platz ist Toom. Während der Branchendurchschnitt bei 2,39 liegt, benoten Baummarktkunden die Qualität der Toom-Märkten nur mit einer Note von 2,55. Ein schwaches Ergebnis für die Kette, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro generiert hat und 14.400 Menschen beschäftigt.

Platz 6: Hellweg
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Nicht viel besser sieht es bei Hellweg aus. Zufriedene Kunden findet man auch hier nur selten. Die Befragten gaben dem Baumarkt die Note 2,49. Bei der Befragung durch Kundenmonitor Deutschland ging es allerdings nicht nur um die Baumärkte selbst. Auch deren Internetauftritt sollte bewertet werden. Viele Kunden monierten bei Hellweg vor allem die Unübersichtlichkeit der Homepages. Auch der Informationsgehalt und das Layout wurde schwach benotet (2,79 und 2,80).

Platz 5: Obi
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Obi – wie ist das schlecht. Der Biberbaumarkt konnte die Befragten ebenfalls nicht überzeugen. Über die unterdurchschnittliche Note von 2,46 kam Obi nicht hinweg. Doch damit ist die Kette nicht allein. Insgesamt stellt sich bei den Baumärkten ein negativer Trend ein: Seit dem Jahre 2000 sinkt die Weiterempfehlungsrate der Baumarktkunden. Zum Millennium empfahlen noch 48 Prozent der zufriedenen Kunden ihren Baumarkt. 15 Jahre später sind es nur noch 29 Prozent.

Platz 4: Bauhaus
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Bauhaus liegt mit 2,40 leicht unter dem Schnitt. Für ein Unternehmen, das in ständigem Kundenkontakt steht, eher ein schwaches Ergebnis. Überhaupt bekleckern sich die Baumärkte in Deutschland der Umfrage zur Folge nicht mit Ruhm. Die gesamte Branche hat mit die unzufriedensten Kunden.

Platz 3: Hagebaumarkt
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Mit einem leicht überdurchschnittlichen Ergebnis von 2,37 kommt Hagebaumarkt hinsichtlich der Kundenzufriedenheit auf das Treppchen. Gegründet wurde die Baumarktkette im Jahre 1964. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz von Hagebaumarkt 6,1 Milliarden Euro.

Dabei waren die Beschäftigten nur drei bis sechs Monate in den Transfergesellschaften – und damit kürzer als die gesetzliche Höchstdauer von zwölf Monaten. Andernfalls hätten die Gesellschaften noch erfolgreicher arbeiten können, meinte Mühge. In den Auffanggesellschaften erhalten die von Arbeitslosigkeit bedrohten Arbeitnehmer Beratung, Bewerbungstrainings und zusätzliche Qualifikationen wie zum Beispiel Computerschulungen oder Sprachkurse.

  • dpa
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