Nach Firmenpleite Insolvenzverwalter verteidigt Schlecker-Chef

Schleckers Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat nicht nur Kritik übrig für den gefallenen Chef der Drogeriekette. Im Interview weist er allerdings auch auf die persönlichen Schwächen des Ehinger Unternehmers hin.
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Anton Schlecker: Auch seine strategischen Fehlentscheidungen haben die Insolvenz von Schlecker verursacht. Quelle: dapd

Anton Schlecker: Auch seine strategischen Fehlentscheidungen haben die Insolvenz von Schlecker verursacht.

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MünchenDer Insolvenzverwalter der Drogeriekette Schlecker, Arndt Geiwitz, hat den Firmengründer Anton Schlecker vor Kritik in Schutz genommen. "Wer Anton Schlecker kritisiert, sollte bedenken, dass er auch einmal 50.000 Arbeitsplätze in Europa aufgebaut hatte", sagte Geiwitz der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe). "Ich habe einen Mann kennengelernt, der sich ganz anders mit seinem Unternehmen identifiziert, als es ein Vorstandsvorsitzender tut. Ein Patriarch." Der Ehinger Unternehmer sei aber auch "eher ein beratungsresistenter Mensch".

Für Geiwitz selbst ging das Insolvenzverfahren bis an die Substanz. "Vor dem Hintergrund einer immens kritischen Öffentlichkeit und Politik, eines extrem veralteten Geschäftsmodells und eines gewaltigen Aufwands mit 6.000 Vermietern, Zehntausenden Mitarbeitern und Lieferanten war das sicher eine der schwierigsten Aufgaben unserer Kanzlei", sagte er. Nachdem er im Juni im Gläubigerausschuss das endgültige Aus für Schlecker verkündet hatte, sei er zwei Stunden allein im Wald spazieren gewesen. "Sie brauchen eine Pufferzeit, sonst gehen Sie kaputt", sagte der Insolvenzverwalter.

 
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6 Kommentare zu "Nach Firmenpleite: Insolvenzverwalter stellt sich vor Anton Schlecker"

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  • es gibt auch eine Kaufmannsweisheit die besagt: Wachstum muss man sich leisten können

  • @jeanvaljean

    Mit der Form einer Kapitalgesellschaft und deren Transparenz/Einschraenkungen (auch hinsichtlich Fremdkapitalbeschaeffung), waere es wohl frueher zum Untergang gekommen.

  • Beratungsresistent wie wahr - sonst hätte er von Beginn an eine Kapitalgesellschaft gegründet und den Konkurs ohne Beitrag des Großteils seines Privatvermögens hingelegt.

  • Man muss auch sehen, wie viele Glaeubiger ihr Geld und vielleicht auch ihre Existenz verloren haben. Das Mitleid gilt mittlerweile nur mehr den Schuldnern - voellig unverstaendlich aber Mode. Der gute Herr Schlecker hat letztlich DEREN Geld verbrannt.

  • Herr Schlecker hatte immer wieder vor der Insolvenz versucht, mit den Gewerkschaften einen Gehaltsverzicht der Mitarbeiter auszuhandeln. Doch vergebens. - Heute ist nun bekannt, dass selbst lt. Aussage der gekündigten Mitarbeiter, die Gehälter der Mitarbeiter und die sonstigen Zuwendungen(Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld) bei Schlecker überdurchschnittlich waren. Ebenso lief es bei Fa. EPCOS, etc. mit den Gewerkschaften. Wenn man alles haben möchte, hat man am Ende nichts mehr.

  • "eher ein beratungsresistenter Mensch", Das triftzu auf vielmehr Manager die zu lange auf ihre posten sitzen und sitzen beleiben. Ab 60 jahre zuruck ziehen und an die naechste generation ueberlassen. Nicht wie ein Alpha-Affe sitzen bleiben.

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