Nach Notlandung in den USA US-Behörden testen Triebwerke, europäische Aufseher verschärfen Vorschriften

Nach der Notlandung eines Passagierflugzeugs müssen in den USA Hunderte Flieger zum Check. Auch in Europa gibt es Konsequenzen.
Update: 21.04.2018 - 12:24 Uhr Kommentieren
Der Vorfall fand in fast 10 000 Metern Höhe statt. Quelle: AP
Trümmer des beschädigten Fensters

Der Vorfall fand in fast 10 000 Metern Höhe statt.

(Foto: AP)

New York/FrankfurtDie US-Luftfahrtbehörde FAA hat nach der Notlandung eines Passagierflugzeugs in dieser Woche Kontrollen bei insgesamt 352 Triebwerken der neuen Generation der Boeing 737 angekündigt. Diese Zahl könne durch weitere Erkenntnisse des jüngsten Vorfalls noch steigen, erklärte die FAA am Freitag. Die Turbinenschaufeln sollen binnen 20 Tagen überprüft werden. Die betroffenen Triebwerke CFM 56-7B werden in rund 1800 aller 737-Maschinen in den USA eingesetzt, weltweit sind rund 6400 in Betrieb.

Am Dienstag hatte sich laut Ermittlungen der US-Transportsicherheitsbehörde ein Schaufelblatt an einem Motor gelöst, Trümmer beschädigten ein Fenster und führten schließlich zum Tod einer Passagierin, deren Oberkörper aus der Maschine gesogen worden war. Das Flugzeug, das sich auf dem Weg von New York nach Dallas befand, musste nach dem Vorfall in fast 10.000 Metern Höhe in Philadelphia notlanden.

Indes entschuldigte sich die Fluggesellschaft Southwest bei den Passagieren des Unglücksflugs. Neben einem Brief bekamen die Fluggäste eine Entschädigung in Höhe von 5.000 Dollar sowie einen Reisegutschein im Wert von 1.000 Dollar überreicht.

Die Lufthansa, Europas größte Fluggesellschaft, sieht keinen Anlass für die Überprüfung ihrer Maschinen. „Die 737 haben wir nicht mehr in der Flotte“, sagte eine Sprecherin der Fluglinie auf Anfrage am Samstag. Auf Kurz- und Mittelstrecken – also Flügen in Deutschland und Europa – setze die Lufthansa nur Maschinen der 320-Familie von Airbus ein. Für Langstrecken verwende man Airbus- und Boeing-Maschinen, zum Beispiel den Airbus A 380 und die Boeing 747.

Der Vorfall in den USA hat offenbar auch die europäische Flugsicherheitsagentur Easa zu einer Verschärfung einer Inspektionsanordnung veranlasst. Gemäß einer Anordnung, die am Freitagabend veröffentlicht wurde, sollen Rotorblätter in den ältesten Triebwerken der Serie CFM56-7B innerhalb von 20 Tagen untersucht werden. Neuere Triebwerksrotorblätter müssen innerhalb von 133 Tagen inspiziert werden.

In einer Anordnung vom 26. März hatte die Easa Ultraschall-Inspektionen von Triebwerksrotorblättern innerhalb von neun Monaten gefordert. In der aktualisierten Anweisung wurde ein „weiteres Versagen“ eines Rotorblatts in einem CFM56-7B-Triebwerk erwähnt.

  • ap
  • dpa
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