Nach Sparmaßnahmen Air France-KLM verzeichnet Gewinnsprung

Europas Luftfahrtriesen fliegen wieder profitabel. Mit umfangreichen Sparprogrammen hat auch Air France in einem schwierigen Umfeld einen Millionengewinn eingefahren. Doch die Franzosen wollen noch mehr.
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Air France hebt ab. Quelle: AFP

Air France hebt ab.

(Foto: AFP)

ParisDie Fluggesellschaft Air France-KLM hat im dritten Quartal den operativen Gewinn um 28 Prozent auf 506 Millionen Euro gesteigert - und damit die Prognosen der Analysten übertroffen. Der Gewinnsprung ist vor allem mit dem straffen Sparprogramm zu erklären, das sich die Airline auferlegt hat. Auch der Umsatz der Lufthansa-Konkurrentin legte um sechs Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zu. "Die Gruppe hatte ein befriedigendes drittes Quartal in allen Bereichen mit der Ausnahme des Frachtgeschäfts." Die Gesellschaft halte daher an ihren Zielen fest, das Ergebnis im zweiten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr zu steigern und die Schulden abzubauen.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Passagiergeschäft um 7,9 Prozent auf 5,69 Milliarden Euro. Insbesondere im Sommergeschäft flogen 0,9 Prozent Passagiere mehr mit Air France, die Auslastung stieg auf 86 Prozent.

"Die Quartalsergebnisse von Air France signalisieren eine echte Trendwende", betonte Fondsmanager Philippe Cohen von Barclays France. Air-France-Aktien notierten mit einem Plus von bis zu 8,3 Prozent bei 6,44 Euro so hoch wie zuletzt im September 2011. Air France will zweiten Halbjahr insgesamt das Vorjahresergebnis übertreffen. Im vergangenen Jahr hatten die Franzosen einen Gewinn von 195 Millionen Euro eingeflogen. „Eine derart rasche Erholung haben wir nicht erwartet“, sagt Yan Derocles, Analyst bei Oddo Securities in Paris. „Das scheint das Resultat der ersten Sparmaßnahmen zu sein, die schon vor den Jobkürzungen, für mehr Flexibilität sorgen.“
Das Sparprogramm soll in den kommenden Monaten verschärft werden: Air France-KLM will allein in Frankreich mehr als 5.000 Jobs abbauen - zehn Prozent der Gesamtkapazität, sagte Air-France-Chef Jean-Cyril Spinetta. Nur mit diesen Einsparungen könne die Zukunftsfähigkeit des Konzerns gesichert werden. Der Finanzierungsbereich von Air France und KLM sollen zusammengelegt werden.

Auch von der Allianz mit der arabischen Airline Etihad erhofft sich Air France künftig weitere Einsparpotentiale. Die Zusammenarbeit an den Standorten Paris, Amsterdam und Abu Dhabi sei nur der erste Schritt einer weitaus größeren strategischen Partnerschaft, betonte die Airline.

Doch es gibt weiterhin Probleme: Die Treibstoffkosten haben im dritten Quartal um satte 231 Millionen Euro zugelegt. Das Cargo-Geschäft ist um 6,6 Prozent geschrumpft - und dürfte sich angesichts der konjunkturellen Probleme auch in den kommenden Monaten nicht erholen. Die Luftfahrtorganisation IATA prognositiziert, dass die Einnahmen der Airlines um die Hälfte sinken könnten.

 
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