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Nahrungsmittel Dr. Oetker wächst im Lockdown mit Pizza, Kuchen und Desserts

Trotz starker Einbußen in der Gastronomie steigern die Bielefelder in der Pandemie ihren Umsatz deutlich. Neue Café-Konzepte sollen Wachstum bringen.
18.05.2021 - 17:01 Uhr Kommentieren
Im Lockdown wuchs der Appetit auf Fertig- und Tiefkühlgerichte. Quelle: dpa
Tiefkühlpizza von Dr. Oetker

Im Lockdown wuchs der Appetit auf Fertig- und Tiefkühlgerichte.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Im Lockdown haben offenbar viele Deutsche mehr Desserts, selbst gebackenen Kuchen und aufgetaute Blechkuchen verspeist. Auch die Tiefkühlpizza stand in Zeiten von Homeoffice häufiger als sonst auf dem Tisch. Von mehr Konsum zu Hause profitierte auch das Geschäft der Nahrungsmittelsparte von Dr. Oetker und seine Tochter für Tiefkühlbackwaren Coppenrath & Wiese.

Obwohl der Außer-Haus-Geschäft, die Belieferung von Gastronomie und Betriebskantinen, in der Pandemie einbrach, konnten die Bielefelder insgesamt deutlich wachsen. Der weltweite Umsatz legte 2020 auf rund 3,7 Milliarden Euro zu. Das entspricht einer Steigerung zum Vorjahr um knapp zehn Prozent. Dabei wuchs Dr. Oetker im Ausland stärker als auf dem Heimatmarkt. In Deutschland war das Geschäft 2019 noch rückläufig gewesen.

„Trotz Pandemie konnten wir ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis erzielen“, sagte Albert Christmann, Vorsitzender der Oetker-Geschäftsführung. Zum Gewinn nennt das Familienunternehmen traditionell keine Details.

„Die Umsatzentwicklung unterstreicht, dass die Diversifizierung der letzten Jahre der richtige Weg war“, konstatiert Matthias Riemann, Partner bei der Beratung Munich Strategy und Branchenexperte für Nahrung und Verpackung. Durch den höheren Auslandsanteil und das besser ausbalancierte Einzelhandels- und Außer-Haus-Geschäft gelinge es Dr. Oetker, auch in einem schwierigen Umfeld Marktanteile auszubauen oder zu halten.

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    „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das weltweite Wirtschaftsgeschehen waren gravierend“, sagte Christmann. Wichtig seien 2020 vor allem intakte Lieferketten gewesen. „Anscheinend hat Dr. Oetker seine Hausaufgaben gemacht und war in der Lage, die zumindest aus dem Einzelhandel steigende Nachfrage zu bedienen – keine Selbstverständlichkeit und im Wettbewerb mit kleineren und weniger professionell aufgestellten Playern ein großer Vorteil“, meint Branchenexperte Riemann.

    Mehr Brötchen und Kuchen, dafür weniger Torten

    Nicht zuletzt dürfte laut Riemann Dr. Oetker mit seinen lokal jeweils traditionellen und starken Marken davon profitiert haben, dass sich die Verbraucher in Krisenzeiten an Bewährtes und Vertrautes gehalten haben – zulasten von Handelsmarken und Newcomern.
    Zwei Drittel des Geschäfts macht die Nahrungsmittelsparte von Dr. Oetker außerhalb des Heimatmarktes. Allerdings war das Geschäft von US-Backdekorhersteller Wilson, der von den Bielefeldern 2018 zugekauft wurde, vom Lockdown „stark negativ“ betroffen.

    Die veränderten Konsumgewohnheiten in der Pandemie zeigten sich auch bei Coppenrath & Wiese, seit 2015 Tochter von Oetker. Die Umsätze stiegen um sechs Prozent, wobei tiefgekühlte Blechkuchen, Brötchen, kleine Kuchen und Strudel zulegten. Das Geschäft mit Tiefkühltorten schwächelte aber, weil im Lockdown Verzehranlässe wie Geburtstage oder Kaffeeklatsch fehlten.

    Wegen der Pandemie musste Dr. Oetker neue Geschäftsmodelle im Gastrobereich auf das Jahr 2021 verschieben. Im März eröffnete am trendigen Venice Beach von Los Angeles die erste Filiale der Dessert-Restaurantkette „Pudu Pudu“. „Pudu Pudu entführt Sie zu einem Geschmackserlebnis, um Pudding in essbare Kunst zu verwandeln“, heißt es auf der Homepage – der Konzern wirbt mit „Pudding-Tradition seit 1894“, Biomilch und Superfood-Zutaten. Auf dem zugehörigen Instagram-Profil sind bunte Bilder mit Pudding in dekorativ angerichteten Schalen zu sehen, die an den seit einigen Jahren vorherrschenden Bowl-Trend anknüpfen.

    Außerdem sollen nach der Schweiz auch in Deutschland Cafés mit dem Namen „Gugelhupf & Du“ entstehen. Die erste Filiale ist in Frankfurt geplant. „Frau Renate“ nennt sich zudem ein Gastronomiekonzept von Dr. Oetker für den Handel. Mitte Juni eröffnete im Edeka-Markt Goerzen in Koblenz ein Testladen – eine Mischung aus Bistro, Bäcker und Convenience-Geschäft.

    Für 2021 erwarten die Nahrungsmittel-Unternehmen einen etwa gleichbleibenden Umsatz. Die Nahrungsmittelsparte von Dr. Oetker mit Pizza, Pudding und Torten erwirtschaftet etwa die Hälfte des Umsatzes der Oetker-Gruppe. Dort waren zuletzt mehr als 17.500 von insgesamt rund 34.000 Beschäftigten tätig. Die Gruppe betreibt zudem die Sparten Bier und Getränke (Radeberger), Sekt und Wein (Henkell Freixenet), ein Chemiewerk und Luxushotels.

    Mehr: Sekt zu Hause hilft Henkell Freixenet durch die Krise

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