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Nahrungsmittelhersteller Kraft Heinz verschiebt Veröffentlichung von Bilanzzahlen

Mit einer Abschreibung von über 15 Milliarden Dollar hatte Kraft Heinz Anleger vergangene Woche schockiert. Nun verspäten sich die Jahreszahlen.
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Die veränderten Geschmacksvorlieben der Konsumenten machen dem Konzern zu schaffen. Quelle: AFP
Käse-Fertiggericht von Kraft Heinz

Die veränderten Geschmacksvorlieben der Konsumenten machen dem Konzern zu schaffen.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDer Nahrungsmittelhersteller Kraft Heinz wird seine Bilanzzahlen für das Jahr 2018 nicht pünktlich veröffentlichen können. Das teilte der US-Konzern nach Börsenschluss am Donnerstagabend mit. Als Grund für die Verzögerung nannte das Unternehmen interne Untersuchungen im Zusammenhang mit Abschreibungen auf die wichtigsten Marken des Konzerns.

Eigentlich hätte das Unternehmen seine Quartalszahlen am vergangenen Mittwoch veröffentlichen sollen. Bis Donnerstag hatte der Konzern Zeit, seine Anleger über die Verzögerung zu informieren, was er nun per Mitteilung getan hat. Laut US-Gesetz hat Kraft Heinz nun weitere 15 Tage Zeit, die Ergebnisse nachzuliefern.

Der Konzern arbeite daran, die Zahlen „in den kommenden Wochen“ nachzureichen, zitiert das Wall Street Journal den Kraft-Heinz-Sprecher Michael Mullen. Zunächst müsse jedoch die interne Untersuchung abgeschlossen sein.

In der vergangenen Woche hatte Kraft Heinz die Anleger mit einer 15,4 Milliarden Dollar schweren Abschreibung, der Untersuchung ihrer Rechnungslegung durch die US-Börsenaufsicht SEC sowie eine Dividendenkürzung von mehr als einem Drittel schockiert. Die Abschreibung verringerte den Börsenwert des Unternehmens – ehemals 97 Milliarden Dollar – um gut 17 Prozent auf 80,5 Milliarden Dollar.

Kraft Heinz kämpft mit Währungseffekten, globalen Zollbeschränkungen, Schwierigkeiten in der eigenen Lieferkette – aber vor allem auch mit den sich verändernden Geschmacksvorlieben der Konsumenten. Denn statt Fastfood – der Spezialität von Kraft Heinz – fragen die Verbraucher zunehmend frische Lebensmittel nach.

So waren rund 4,1 Milliarden Dollar der gesamten Abschreibungssumme einer schwächeren Prognose für die Verkäufe von fertig abgepacktem Käsegerichten geschuldet; 3,3 Milliarden waren dem Margenrückgang in der Fleischsparte Oscar Mayer geschuldet, die abgepackte Wurst herstellt.

Seit der Ankündigung der Milliardenabschreibung Ende vergangener Woche hat die Aktie mehr als ein Drittel an Wert eingebüßt. Eine Kraft-Heinz-Aktie notiert derzeit bei rund 33,20 Dollar und damit so tief wie noch nie, seit der Lebensmittel-Riese 2015 aus der Fusion von Kraft Foods und Heinz Company entstanden ist.

Ein weiterer Rückschlag für den Konzern: Großinvestor Warren Buffett, der den Ketchup-Hersteller Heinz zunächst übernommen und später die Fusion mit Kraft Foods eingefädelt hatte, räumte ein, dass er mit diesen Investments falsch gelegen habe. „Wir haben für Kraft zu viel bezahlt“, sagte der 88-jährige Börsenguru am Montag dem Finanzsender CNBC. „Ich lag in mehrfacher Hinsicht falsch.“

Die Verluste der Kraft-Heinz-Aktie haben Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway einen der größten Quartalsverluste in der Geschichte des Konzerns eingebracht. Buffett will dennoch weiterhin an seinem Investment festhalten.

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