Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nestlé kassiert Wachstumsziele Lebensmittelriese traut sich weniger zu

Lebensmittelskandal in Indien, Absatzflaute in China und Preisrückgang in Europa: Nestlé kämpft gegen viele Probleme – und stutzt die Wachstumsprognose. Investoren setzen große Hoffnung in den neuen Chef Ulf Schneider.
Update: 20.10.2016 - 09:15 Uhr
Der Ex-Chef des Gesundheitskonzerns Fresenius, Ulf Schneider, wechselt zum Jahreswechsel an die Spitze von Nestlé – es warten viele Baustellen auf ihn. Quelle: dpa
Lebensmittelkonzern

Der Ex-Chef des Gesundheitskonzerns Fresenius, Ulf Schneider, wechselt zum Jahreswechsel an die Spitze von Nestlé – es warten viele Baustellen auf ihn.

(Foto: dpa)

Vevey Die schwache Wirtschaftsentwicklung in einigen Schwellenländern und Europa bremst Nestlé. Der für Marken wie Kitkat, Maggi oder Nescafe bekannte Nahrungsmittelriese erwartet für das laufende Jahr nunmehr ein um Sondereffekte bereinigtes organisches Umsatzwachstum von 3,5 Prozent. Bislang hatten die Schweizer ein Plus auf dem Vorjahresniveau von 4,2 Prozent in Aussicht gestellt.

Doch in den ersten neun Monaten wuchs Nestlé nur um 3,3 Prozent und damit langsamer als von Experten erwartet, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Vor allem in Europa und Asien kam der Konzern nicht recht vom Fleck – auch weil Preiserhöhungen angesichts der mauen Konjunktur nur in geringem Maß möglich waren. Die Nestlé-Aktie verlor vorbörslich 1,7 Prozent an Wert.

Nestlé hatte sich eigentlich mittelfristig ein Wachstum von fünf bis sechs Prozent vorgenommen – dieses Ziel aber bereits in den vergangenen drei Jahren verfehlt. Abhilfe erwarten sich Investoren vom neuen Firmenchef Ulf Schneider. Der ehemalige Lenker des Gesundheitskonzerns Fresenius tritt sein Amt offiziell zum Jahreswechsel an.

Die zehn größten Zuckerfallen im Essen
Schokolade
1 von 15

Das Magazin Öko-Test hat 34 Lebensmittel auf ihren Zuckergehalt untersucht und sich die Tricks der Hersteller angeschaut. Gerne wird Süßes in Herzhaftem verstecken. Das Problem: Weniger ist nichts, daher rechnen Hersteller mit Miniportionen die Zuckergehalte gerne klein.

(Foto: dpa)
Rangliste mit Würfelzucker
2 von 15

Als Orientierung und Vergleichsmaßstab rechneten die Tester den Gehalt des süßen Giftes in enthaltene Stück Würfelzucker à drei Gramm um. Die Gehalte an Glukose, Fruktose, Saccharose, Maltose, Laktose und Galaktose wurden analysiert und mit dem deklarierten Gesamtzuckergehalt verglichen.

(Foto: dpa)
Platz 10: Barbecue Sauce
3 von 15

Nummer zehn der Liste ist die Premium Barbecue Sauce von Boydo. Sie enthält satte 23 Stück Würfelzucker – zusätzlich wird auch noch mit Karamellsirup gesüßt. Allerdings steht auf dem Etikett nicht einfach „Zucker“, denn das ist das Produkt „ist Bio also steckt Rohrzucker drin“ kommentiert „Öko-Test“. Das ist zwar herzlich egal, Rohrzucker ist in keiner Weise gesünder als herkömmlicher Kristallzucker, aber es klingt besser. Dafür stammt herkömmlicher Kristallzucker aus heimischen Zuckerrüben, Rohrzucker aus in den Tropen angebautem Zuckerrohr. Bio eben.

(Foto: dpa)
Platz 9: Beeren
4 von 15

Ganze 60 Prozent Cranberries enthalten Seeberger Cranberries. Die hundert Prozent voll machen Zucker und Öl. „Das ist frech“, meint Ökotest, denn das Produkt heißt sicherlich sehr absichtlich nicht „gesüßte Cranberries“ oder „gesalzene Cranberries“ „wie vergleichbare Produkte direkt daneben im Regal.“ Zusammen mit dem natürlichen Zucker der Beeren, kommt das Produkt so auf stolze 57,3 Prozent Zucker – beziehungsweise 24 Stück Würfelzucker.

(Foto: dpa - picture-alliance)
Platz 8: Müsli
5 von 15

Von der Deklarierung „weniger Zucker“ sollten sich Verbraucher nicht täuschen lassen. „„Weniger Zucker“ heißt nicht „wenig““, bemerkt Öko-Test zu Kölln Cerealien Zauberfleks Honig, 30 % weniger Zucker. In der Tat: 29 Stück Würfelzucker stecken in den „Cerealien“.

(Foto: dpa - picture-alliance)
Platz 7: Capuccino
6 von 15

„Ohne Zuckerzusatz“ – und dennoch voller Zucker, zu 45,5 Prozent nämlich, das sind 30 Stück Würfelzucker. Laut Ökotest steht „hinten, klein“ auf der Verpackung auch noch, woher der Zucker kommt: Das Produkt "Rewe beste Wahl Typ Capuccino ohne Zuckerzusatz" enthalte ihn „von Natur aus“. „Natur“, das heißt in diesem Fall Süßmolken- und Magermilchpulver. „Dreist“ nennt Öko-Test das und zieht das Fazit: „Die Werbung mit „ohne Zuckerzusatz“ ist nichts anderes als Irreführung des Verbrauchers.

(Foto: dpa)
Platz 6: Essig
7 von 15

Der Kühne Balsamissimo Cremig Mild ist ein gutes Beispiel für Zucker durch süßende Zutaten – in diesem Fall Traubenmostkonzentrat, im Gegensatz zu den ursprünglichen Trauben garantiert Vitamin und Calciumfrei. Das Ergebnis sind 33 Stück Würfelzucker im Essig.

(Foto: dpa - picture-alliance)

In seinem neuen Job muss Schneider einige Herausforderungen meistern: In China, wo Nestlé eine Absatzflaute bei der Marke Yinlu für Erdnussmilch und Reis-Porridge zu schaffen macht, sei das Umfeld weiterhin schwierig, hieß es in der Mitteilung. Der Konzern arbeite daran, eine Trendumkehr zu erreichen.

In Indien – dort mussten die Eidgenossen im vergangenen Jahr nach einem Lebensmittelskandal vorübergehend ihre beliebten Maggi-Fertignudeln aus den Regalen nehmen – erreichte der Umsatz mit dem Snack 79 Prozent des Vorkrisenniveaus. Auch in Europa kämpft die Firma an mehreren Fronten: In Westeuropa seien die Preise wegen der Deflation zurückgegangen. Und die Entwicklung in Großbritannien, dass sich im Juni für einen EU-Austritt entschieden hatte, sei herausfordernd.

Kepler-Cheuvreux-Analyst Jon Cox sprach von einem enttäuschenden Ergebnis. Die Vontobel-Experten erwarten vom neuen Chef Schneider, dass er „neuen Schwung bringen wird und das Portfoliomanagement beschleunigen wird“, wie sie erklärt hatten.

Gelingen könnte das mit der Übernahme rasch wachsender renditestarker Unternehmen und dem Verkauf von schwächelnden Bereichen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Anbieten könnte sich hier ein Ausbau des Gesundheitsgeschäfts, in dem sich Nestlé bislang auf Hautpflegeprodukte und Lebensmittel für kranke oder ältere Menschen konzentriert. Sein Vorgänger Paul Bulcke will im Frühjahr an die Spitze des Verwaltungsrats wechseln.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Nestlé kassiert Wachstumsziele - Lebensmittelriese traut sich weniger zu

Serviceangebote