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Nestlé Warum man Nespresso-Kapseln jetzt auch auf Ebay kaufen kann

Die Kaffeekapseln gibt es nun auch bei Ebay. Mit dem Experiment will Nestlé den veränderten Gewohnheiten der Kundschaft nachkommen.
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Nestlé: Konkurrenzdruck drängt die Kaffeekapseln wohl zu Ebay Quelle: dpa
Kaffeekapseln

Die Nespresso-Kapseln sind nun auf dem deutschen Markt auch bei dem Online-Händler Ebay zu erwerben. Damit geht Nestlé neue Wege.

(Foto: dpa)

Zürich, HamburgGeorge Clooney kauft seine Kapseln im Nespresso-Shop – zumindest, wenn man der Werbung des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé glaubt. Doch in Zukunft fällt der Flirt im Laden womöglich aus, wenn er die begehrte Ware per Mausklick ordert. Denn der Nahrungsmittelriese Nestlé bietet die Kapseln nun auf Ebay an. Die beide Firmen testen in einem Pilotprojekt einen eigenen „Markenshop“.

Mit dem Nespresso-Shop auf Ebay betritt Nestlé Neuland. Bislang brachten die Schweizer die edlen Kapseln fast immer über ihre eigenen Kanäle an die Kundschaft. Die Nespresso-Boutiquen stehen meist in Spitzenlagen und passen zum edlen Markenimage. Nun setzt der Nahrungsmittelriese auf das Online-Kaufhaus.

Das Pilotprojekt startete schon im Mai 2018 und ist zunächst auf Deutschland beschränkt. Nestlé bemüht sich, es nicht als Abkehr von der bestehenden Verkaufsstrategie darzustellen: „Wir suchen immer nach neuen Wegen, um unsere Distribution möglichst nah am Kunden auszurichten“, sagte eine Sprecherin.

Tatsächlich aber muss Nespresso inzwischen darum kämpfen, von den Kunden, die eine Nespresso-Maschine zu Hause haben, tatsächlich auch gekauft zu werden. Denn die Patente auf die Kapseln sind vor einigen Jahren ausgelaufen. Seitdem gibt es die einst so exklusive Kapsel in fast jedem Supermarkt und Discounter – allerdings nicht von der Nestlé-Tochter selbst, sondern von diversen anderen Kaffeemarken.

Auf dem deutschen Markt nimmt für Nespresso die Konkurrenz besonders zu, da seit über zwei Jahren neben den globalen Wettbewerbern auch starke lokale Kaffee-Anbieter wie Dallmayr aus München und Darboven (Mövenpick) aus Hamburg Kapseln für das System anbieten.

Einen Anhaltspunkt, wie sich das Wachstum für Nespresso in der Bundesrepublik abschwächt, geben die im Bundesanzeiger veröffentlichten Zahlen. Demnach stieg die Kennzahl von 2015 auf 2016 nur noch um eine gute Million Euro auf 43,6 Millionen Euro – nach rasanten Wachstumsraten in den Vorjahren.

„N-Points“ bei Media Markt und Saturn

Besonders transparent ist die Zahl allerdings nicht, da sie lediglich die interne Verrechnung im Konzern widerspiegelt. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns aus wettbewerblichen Gründen dazu entschieden haben, Verkaufszahlen von Nespresso nicht zu kommunizieren“, teilte Nespresso auf Handelsblatt-Anfrage lediglich mit.

Ebay ist nicht der einzige Versuch, Kunden an ihren gewohnten Einkaufsorten zu bedienen. So hat der Konzern in Deutschland etwa auch sogenannte N-Points eingeführt. Das sind Terminals, an denen Kunden ihre Kaffeesorte per Touchscreen auswählen können. Sie stehen vor allem dort, wo es auch die Maschinen gibt: etwa bei Media Markt und Saturn. „Der Nespresso Shop auf Ebay ist eine zusätzliche Erweiterung dieses Angebots“, sagte die Sprecherin.

Mit dem neuen Angebot wolle man die Sichtbarkeit der Marke stärken. Auch hätten sich die Kundengewohnheiten geändert. „Die momentane Entwicklung im Handel und die Tatsache, dass mehr Transaktionen mittlerweile online erfolgen, haben uns gezeigt, dass Verbraucher nach einem schnellen und effizienten Zugang zu Artikeln suchen.“ Mit der Partnerschaft eröffne man sich neue Vertriebswege, behalte aber den direkten Kundenkontakt.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb Nespresso ausgerechnet Ebay wählt: Hier können die Marken direktere Kontakte zu Endkunden aufbauen als bei Händlern wie Amazon und Otto.de. „Der direkte Kontakt zum Endkunden als Prinzip des Nespresso Business Modells bleibt dabei unberührt“, betont Ebay in einer Mitteilung zu der Kooperation.

Ob Partnerschaften mit anderen Online-Marktplätzen geplant sind, will Nestlé derzeit nicht verraten. Auch über Verkaufszahlen schweigt sich Nespresso aus. Kaffee zählt zu den Feldern, auf denen Nestlé wachsen will. Konzernchef Ulf Mark Schneider hatte etwa die Kaffeehaus-Kette Blue Bottle gekauft und eine milliardenschwere Allianz mit der Kaffeehauskette Starbucks geschmiedet.

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