Netz lacht über Mehdorn „Weil Lothar Matthäus keine Zeit hatte“

Hartmut Mehdorn wird neuer Chef vom Chaos-Flughafen in Berlin. In den sozialen Medien und auf Handelsblatt Online überbieten sich die Nutzer mit spöttischen Kommentaren. Der Ex-Bahn-Chef erhitzt die Gemüter.
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Hartmut Mehdorn, früherer Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin. Quelle: dpa

Hartmut Mehdorn, früherer Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEr war Bahnchef, er war Air-Berlin-Chef und jetzt wird er #BER-Chef: Hartmut Mehdorn ist heute als Retter des Chaos-Flughafens vorgestellt worden. Gerade zwei Monate, nachdem er bei Air Berlin aufgehört hat. Bei der Airline hatte Mehdorn sogar noch eine Feststellungsklage gegen den Flughafen Berlin-Brandenburg, wie BER komplett heißt, angestrengt. Jetzt kann er das Debakel selber richten. Aber dass es ausgerechnet Mehdorn schaffen könnte, glauben im Netz wenige.

So lästert @Prosieben:

Der Twitterer @TheGurkenkaiser wundert sich über das ach-so-hart-umkämpfte Top-Management:

Wer bei Twitter nach dem Stichwort "Mehdorn" sucht, bekommt noch im Sekundentakt Witze in die Timeline gespült. Selbst Politiker sind mit dabei. So twittert der Pirat Martin Delius:

Auch der Grünen-Vorsitzende Jürgen Trittin reiht sich ein in den Witzereigen:

Auch in der Handelsblatt-Community sorgt die Nachricht für Erheiterung. El-tinto schreibt: "Habe gerade in meinen Kalender geschaut. Mist, es ist doch nicht der 1. April...". Und Silvercoin82 fragt, ob Lothar Matthäus keine Zeit hatte. Das ist die zweite Ebene des Witzes: Eine andere Person mit zu veräppeln. Eine ähnliche Idee mit Fußballbezug hatte der Zeit-Online-Literaturredakteur David Hugendiek, Leidtragender ist hier noch Peter Neururer.

In den Kommentaren zeigt sich aber auch Erschütterung: So kommentiert der Nutzer "Fan": "Das kann doch nicht wahr sein! Dann lasst uns doch auch Assad für den Friedensnobelpreis vorschlagen. Oder Berlusconi als Chef der EZB."

Mathias Schindler will die Nachricht über den neuen Flughafen-Chef auch noch nicht ganz glauben:

Der Sprachwissenschaftler und Blogger Anatol Stefanowitsch hat aber direkt einen Vorschlag parat, der zur Expertise des ehemaligen Bahnchefs gehört

Was noch fehlt: Mehdorn als Traumschiff-Kapitän
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11 Kommentare zu "Netz lacht über Mehdorn: „Weil Lothar Matthäus keine Zeit hatte“"

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  • Eine elegante Art, den sinnlosen Flughafen einzustampfen

  • Ein weiteres Beispiel mehr, dass wir es nicht mehr wirklich mit einem Staat zu tun haben, sondern mit einem Selbstbedienungsladen, in dem sich ein kleiner Club gegenseitig die Pfründe schiebt.

    Die Folgerung aus dieser Tatsache darf man hier nicht schreiben, wegen der Zensur, - aber jeder weiss auch so was ich meine, und welche Erwartung ich an "Brüsseler Prozesse" habe um diesen ganzen Drecksladen nach seinem finalen Ende ordentlich zu dezimieren.

  • Welcher verantungsbewusster Politiker kann für Hr. Mehdorn sein? Hat er nicht die Sicherheit bei der Berliner S-Bahn absichtlich abgeschafft? Ist der Luftverkehr nicht minimal empfindlicher als die Eisenbahn?

  • Mehdorn wird Flughafenchef in Berlin, S21 lässt Grüßen, vielleicht wird ja Berlusconi nächste Woche zum Papst gewählt.......

  • Teil 2:
    4. AirBerlin
    Wie üblich handelte er Konsequent und hart, trat dabei auch dem Gründer von AB und Miteigentümer gelegentlich auf die Füße. Doch die Airline kam voran, unter seiner Regie kam es zum Eintritt des Großaktionärs Ethihad, der 30% erwarb.
    Diese Zusammenarbeit entwickelt sich sehr gut und brachte enorme Kosten vorteile und Gewinne ein.
    ETIHAD/Dubai ist naturgemäß sehr stark im arabischen Raum, wie auch in Asien und den USA.
    Denen war Mehdorn jedoch zu sperrig, vor allem war dieser wohl nicht begeistert von der nun anstehenden Allianz/Zusammenarbeit mit Airfrance/KLM.
    Die Bilanz bei Airberlin ist eindeutig positiv. Er brachte den Laden schnell und entschlossen auf Kurs.

    Bei Exmitarbeitern gilt Mehdorn als hart und fordernd, aber auch als fair, verlässlich und herzlich.
    Ob er diesen Berliner Sumpf lange erträgt, wage ich zu bezweifeln, doch ich hoffe es,
    DENN BERLIN IST EINE REISE WERT!

  • Teil 1:
    Soso, die alte Dampflok läßt sich wieder vor den Zug spannen und dass mit so einem Sumpf, den andere nicht haben wollten. Jetzt muß er auch noch mit Wowi und Platzi zusammenarbeiten, die Hauptschuldigen an diesem epochalem Desaster.
    Und Mehdorn selbst, wie waren seine bisherigen Erfolge?
    1. Bei EADS (Chef der Deutsche Airbus) verdienter Manager, immerhin wollte man ihn 2010 sogar zurück holen. Mit seiner dortigen Fortentwicklung nicht zufrieden, wechselte erzur DB.
    2. Bei der DB ist die Bilanz gemischt. Mit Ecken und Kanten behaftet scheute er nicht sich mehrfach mit der Politik anzulegen, deshalb hat er auch heute noch bei vielen Politikern Liebesentzug, speziell bei den Grünen, die nehmen es schnell übel, wenn man unangenehme Wahrheiten ausspricht.
    Bei der DB war er jedoch der Erste der moderne Mangementmethoden eingeführte, selbst der legendäre Verbrauch von Kugelschreibern wurde eingedämmt. Da das Beseitigen der Raucherkippen an den Bahnöfen erstaunliche Summen kostet, legte er sich auch mit den Rauchern an und verbot das Qualmen kurzerhand.
    Er trimmte die Bahn radikal auf Börsenkurs und auch hier eckte er bei der der Politik an, außerdem war sein Renditetrimm zu radikal es wurde zuwenig investiert und repariert.
    So war er auch mitschuldig an den vielen Verspätungen u.d. Ausfall der Zügen im Sommer und Winter. Die Bilanz bei der DB hat also Licht und Schatten.
    3. 1995 übernahm den Vorstandsvorsitz von Heidelberger Druck. Er setzte in bekannter Konsequenz auf die Strategie, die Tätigkeit auf neue und lukrative Geschäftsfälle auszuweiten. Theoretisch eine gute Idee, er machte jedoch den gleichen grandiosen Fehler, wie Hunold seinerzeit bei Airberlin. Heidelberg wuchs zu schnell, die Kosten der Eingliederung neuer Unternehmensteile wurden unterschätzt.
    Mehdorn mußte gehen und Heidelberg stutze das Unternehmen auf Vormehdornsche Zeiten zurück und muß heute noch mit den Folgen kämpfen.
    Das war ein fast tragisches Desaster.

  • O.k. - klar. Jetzt drehen Wowi & Co also vollständig durch. Wenn es nicht unser Steuergeld wäre, könnte man sich köstlich amüsieren. Es ist unglaublich, was sich unfähige Politiker leisten können/dürfen. Dabei hat Herr Ex-Bahnchef ja nun wirklich mehrmals und mit Nachdruck gezeigt, dass er es n i c h t kann. Was muss denn noch alles passieren, damit man ihm glaubt?

  • Ob Bahn oder Air Berlin, Erfolg hatte der Mehdorn noch nie, also warum beim Flughafen? Diese Logig verstehe wer will.

  • Mehrdorn erweist dem Willy-Brand-Airport seine Referenz und wird nun zum Wegbereiter der nächsten Runden von Pleiten, Pech und Pannen. Der Ausspruch oder der Slogan, nichts ist Schöner als Fliegen, bekommt nun einmal mehr einen höheren Stellenwert.

    Manche Leistungsträger sind f.ür d.ie P.leite immer noch gut genug. Chapeau dem Zirkel der Abgehobenen, sie haben Mut und der wird belohnt in klingender Münze, bei den Ausgaben in der Restruktuierung. Ausdrücklicher Dank an den weitsichtigen Bundesverkehrsminister Dr. Ramsauer. Für diesen Job ließ sich leider kein fdp-, geschweige denn cdsu-Ticketer anheuern. Sie nahmen an, es wäre ein Job bei der Flughafen-Feuerwehr-Berlin.

  • Das hat auch eine gute Seite. Nachdem Mehdorn sein Hand angelegt hat, kann man mit gutem gewissen das Projekt begraben.

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