Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Neue American Airlines startet Der Kampf der Giganten kann beginnen

Am US-Himmel entsteht ein neuer Luftfahrt-Riese: Die neue American Airlines geht heute an den Start. Nach der Fusion haben die großen Drei in den USA eine enorme Marktmacht. Doch Fernflieger könnten profitieren.
2 Kommentare

American Airlines wird zur größten Fluggesellschaft der Welt

San FranciscoDie Glocke der Börse Nasdaq hat Doug Parker am Montag zwar geläutet. Aber nach New York ist er dafür nicht geflogen. Der neue Chef von American Airlines, der seit 9.30 Uhr Ostküstenzeit größten Luftfahrtgesellschaft in den USA, saß wie Tausende andere Passagiere am Flughafen Dallas/Fort Worth International fest – ein Wintersturm. Deswegen startete er per Fernbedienung den Handel der Aktie mit dem neuen Kürzel AAL.

Die 17-Milliarden-Dollar Megafusion der Luftfahrt-Giganten American und US Airways ist zehn Monate nach der Ankündigung beschlossene Sache. Gut ein Jahr nachdem sich American samt Muttergesellschaft AMR unter den Gläubigerschutz des Chapter 11 des US-Konkursrechts geflüchtet hatte, entsteht ein neuer Riese. Er verdrängt mit 38 Milliarden Dollar Umsatz und 100.000 Angestellten die bisherigen Marktführer United und Delta Airlines.

Rund 1500 Flugzeuge von American werden täglich 6500 Flüge bestreiten. Zusammen haben die drei Fluggesellschaften die geballte Macht und beherrschen mehr als 80 Prozent des kommerziellen Luftverkehrs der USA, weshalb die Fusion heftig umstritten ist.

Theoretisch stand alles bis zur letzten Minute auf der Kippe. Erst zum Wochenende sprach Richterin Loretta Preska ein Machtwort, der Zusammenschluss kann vollzogen werden, beschied Preska in New York. 40 Kläger hatten eine Aussetzung des Verfahrens gefordert, um „irreparable Schäden“ für den Wettbewerb in der Branche zu verhindern, wenn die beiden Giganten erst einmal verschmolzen sind. Aber Preska hielt eine Entscheidung der Vorinstanz aufrecht, die dem widersprochen hatte.

Eine bittere Niederlage für Anwalt Joseph Alioto aus San Francisco, der die Kläger vertreten hatte. „Das ist der vierte Mega-Merger in der US-Luftfahrtindustrie in fünf Jahren“, bedauert Alioto den Schritt. „Das war die letzte Hürde auf dem Marsch zur Monopolmacht.“

Die amerikanische Luftfahrtindustrie ist eine notorische Pleite-Branche. Unter den namhaften Spielern ist keiner, der nicht – so wie American Airlines – mindestens einmal Gläubigerschutz hätte beantragen müssen. Löhne wurden zusammenstrichen, Mitarbeiter entlassen, die Altersvorsorge gekürzt, Gebühren für die kleinsten Kleinigkeiten an Bord eingeführt und Flüge gestrichen. Erste Gesellschaften erheben bereits Gebühren für das Handgepäck, jeder Cent zählt.

„Die Vereinbarung wird die Kuschelbeziehung beenden“

Die beliebtesten Airlines der Business-Reisenden
File-Asiana_B772_HL7597_(cropped)
1 von 10

Platz 10 - Asiana Airlines (Südkorea) - 77,9 Punkte

Das US-Reisemagazin Condé Nast Traveler hat seine Leser abstimmen lassen: Welche sind die besten Fluggesellschaften für Business-Flüge?

Die südkoreanische Airline Asiana schafft es in die Top Ten der Leser-Rangliste 2013. Die Erste-Klasse-Suites von Asiana verfügen über einen 32-Zoll-HD-Fernseher und zwei Sitzplätze, die jeweils eine eigene Tür zum Gang haben. Asiana sei beständig bei der Verpflegung und der Servicequalität der Flugbegleiter, urteilte ein Leser. Ein anderer lobte besonders die flachen Liegesitze. Zuletzt machte Asiana aber Negativschlagzeilen: Bei einem Unglück einer Maschine der Südkoreaner in San Francisco kamen im Juli mehrere Menschen ums Leben.

Thai Airways crew members pose beside the first Airbus Thai A380-800 at Bangkok's Suvarnabhumi International Airport
2 von 10

Platz 9 - Thai Airways (Thailand) - 78,7 Punkte

Die Flugbegleiterinnen von Thai Airways tun nicht nur so, als stünden sie stets zu Diensten. Die Fluggesellschaft mit der Markenfarbe Lila überzeugte die Leser auch mit ihrem freundlichen Service. „Kombiniert mit wie es scheint größerem persönlichem Platz als bei den meisten anderen Airlines“, wie ein Leser kommentierte, brachte das Thai Airways Rang neun ein. Dazu überzeugten die guten Lounges. In Deutschland fliegt die Airline Frankfurt und München an.

(Foto: Reuters)
huGO-BildID: 4623445 ** FILE ** A worker passes by an airplane of Swiss International Air Lines, on the tarmac at the Unique airport in Kloten, Switz
3 von 10

Platz 8 - Swiss Air (Schweiz) - 79,5 Punkte

Die Lufthansa-Tochter Swiss International Air Lines schafft es als eine von nur zwei europäischen Fluggesellschaften in die Top Ten der Leserwahl. Swiss sei eine tolle Airline für Übersee-Flüge, lobte einer der US-Leser. Die hoben besonders die Verpflegung bei den Schweizern hervor – und den schönen Heimatflughafen Zürich.

(Foto: ap)
Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung 2012
4 von 10

Platz 6 - Emirates (Dubai) - 80 Punkte

Die Fluggesellschaft aus den Emiraten hat soeben ihren Privatjet-Service „Emirates Executive“ gestartet. Doch die mit Ölmilliarden ausgestattete Airline vom Golf überzeugte auch die Linienflieger. „Luxus auf dem höchsten Level“, schwärmte ein Leser bei der Bewertung. Hervorgehoben wurde auch das freundliche Kabinenpersonal, das den Flug zu einem besonderen Erlebnis mache.

(Foto: dapd)
Korean Air begins A380 service from Atlanta, Georgia, USA.
5 von 10

Platz 6 - Korean Air (Südkorea) - 80 Punkte

Gleichauf mit Emirates liegt mit Korean Air eine weitere Fluggesellschaft aus Asien. Die Südkoreaner überzeugen ebenfalls durch den Service in der Kabine, aber auch durch Kleinigkeiten wie Socken oder Zahnpasta als Extras.

(Foto: dpa)
cathay
6 von 10

Platz 5 - Cathay Pacific (China) - 80,5 Punkte

Cathay Pacific ist die bekannteste Airline aus China und liegt auf Platz 5 der Rangliste. Hongkong ist nicht nur der Gründungsort des schnell wachsenden Unternehmens, sondern auch dessen Drehkreuz. Die US-Leser empfehlen Cathay vor allem für Flüge innerhalb Asiens. Für Interkontinental-Flüge sei die Airline dagegen nur bedingt geeignet, meint ein Leser. Grund: Fehlende Optionen beim Entertainment-Programm und der Verpflegung. In Deutschland fliegt Cathay Pacific ausschließlich Frankfurt an.

DDN13VirginRefit-Gatwick
7 von 10

Platz 4 - Virgin Atlantic (Großbritannien) - 82,9 Punkte

Die beste europäische Fluggesellschaft für die US-Leser ist Virgin Atlantic. Die von Milliardär Richard Branson gegründete Airline schrieb im vergangenen Jahr zwar rote Zahlen, aber immerhin sind die Geschäftsreisenden zufrieden. Virgin sei einfach „sehr cool“, so das schlichte Fazit eines Lesers.

Trotzdem häuften sich durch die Wirtschaftskrise und Managementfehler Milliardenverluste an. Die Folge war eine beispiellose Marktbereinigung. Es begann mit Delta und Northwest in 2008, danach verschmolzen United und Continental, gefolgt von Southwest und Air-Tran.

Um vor diesem Hintergrund die Genehmigung für den Zusammenschluss zu bekommen, mussten die beiden Kandidaten diesmal eine bittere Kröte schlucken. Der Zwang zur Aufgabe von Flugsteigen sowie Start- und Landerechten an mehreren zentralen Flughäfen verschiebt die Wettbewerbssituation zugunsten der kleineren Anbieter wie Virgin Air, Southwest, Jet Blue oder Alaska Air. So jedenfalls die Hoffnung.

„Die Vereinbarung ist bahnbrechend und wird die kuschelige Beziehung der großen Linien untereinander beenden und Billigfliegern besseren Zugang zu Flughäfen in Schlüsselpositionen eröffnen“, gibt sich Vize-Staatsanwalt Bill Bear beim Justizministerium in Washington zuversichtlich.

Betroffen sind besonders die Flughäfen Reagan National in Washington, Chicago O'Hare, Dallas Love Field, Los Angeles International, La Guardia in New York und Miami International. Die Übertragung der ersten Landerechte für La Guardia erfolgte bereits vergangenen Freitag. Die Luftaufsichtsbehörde FAA schlug Southwest 22 und Virgin Airlines zwölf Landerechte zu, die bislang American genutzt hatte.

Doch das alles könnte sich als riesiger Trugschluss erweisen. „Wir fragen uns alle“, so Luftfahrt-Analyst Bill Swelbar vom Massachusetts Institute of Technology, „ob wir am Ende des Tages noch wie bisher acht große Luftdrehkreuze in den USA haben werden.“ Die Vereinbarung mit dem Justizministerium schreibt nur einen Zwangsbetrieb aller vorhandenen Hubs für drei Jahre vor. „Alle Gesellschaften“, prophezeit Swelbar gegenüber der texanischen Zeitung „Star Telegram“, „werden sich die Verkehrsflüsse genau ansehen und dann optimieren.“ Der Effekt könnten ausgedünnte Flugpläne, stillgelegte Linien, längere Flugzeiten und höhere Preise sein.

Neuer internationaler Konkurrenzkampf?

Die beliebtesten Airlines der Welt
800px-Aircanada_b767-300_c-fxca_arp
1 von 20

Platz 20 - Air Canada (Kanada)

Die größte kanadische Airline rangiert unter den besten 20. Mit dem Service an Bord der Maschinen sind die Kunden etwas weniger zufrieden als im Vorjahr. Da erreichten die Kanadier noch Platz 19.

800px-Hainan_Airlines_A330-200_B-6089_SVO_2009-4-23
2 von 20

Platz 19 - Hainan Airlines (China)

Obwohl die Airline noch keine 20 Jahre alt ist, gehört sie zu den größten der Welt. Benannt wurde sie nach einer Insel südlich von China. Die junge Flotte und das freundliche Personal verschaffen der Fluggesellschaft einen Rang unter den Top 20.

AIR NEW ZEALAND PLANE TAXIS AT AUCKLAND INTERNATIONAL AIRPORT
3 von 20

Platz 18 - Air New Zealand

Mit einer relativ kleinen Flotte ist das Mitglied der Star Alliance geradezu winzig im Vergleich mit den Branchenriesen. Im Service schneidet die Airline gut ab. Die Neuseeländer rangieren auf Platz 18.

(Foto: Reuters)
huGO-BildID: 15095213 Customers walk near the model planes of Korean Air in a showroom at the headquarters of Korean Air lines Co. in Seoul, South Ko
4 von 20

Platz 17 - Korean Air (Südkorea)

Der Anspruch der Koreaner ist groß: Mit einer erneuerten Flotte steigt die Airline groß im hart umkämpften asiatischen Markt ein. Der Service blieb im abgelaufenen Geschäftsjahr stabil.

(Foto: ap)
A fleet of Swiss airline passenger jets are pictured at Zurich airport
5 von 20

Platz 16 - Swiss (Schweiz)

Vom Problemfall zum Vorbild: Die Lufthansa-Tochter hat turbulente Zeiten hinter sich, fliegt aber mittlerweile wieder erfolgreich. Die Zufriedenheit der Kunden war relativ stabil. Die Schweizer büßten einen Platz ein.

(Foto: Reuters)
THAILAND-AIRPORT
6 von 20

Platz 15 - Thai Airways (Thailand)

Die staatliche Fluggesellschaft Thailands ist Mitglied der Star Alliance und vielen Deutschen als Urlaubsflieger bekannt. Im Zufriedenheitsranking hat die Fluggesellschaft dieses Mal sechs Plätze eingebüßt und fällt aus den Top 10.

(Foto: AFP)
An Airbus A380, owned by Malaysia Airlines, lands ahead of the Farnborough Airshow 2012 in southern England
7 von 20

Platz 14 - Malaysia Airlines (Malaysia)

Für die Airline insgesamt reicht es diesmal nur für Platz 14. Im Vorjahr erreichte die Fluggesellschaft noch Platz 10.

(Foto: Reuters)

Die Hoffnungen ruhen auf einer scharfen Konkurrenz vor allem von Delta Airlines. Die aggressive Nummer drei des US-Marktes hat all die schmerzhaften Probleme und Rückschläge einer Großfusion bereits hinter sich, die American noch bevorstehen.

Branchenexperten sehen daneben eine Verlagerung der Schlacht um die Kunden vom nationalen auf den lukrativen internationalen Flugverkehr. Tom Horton, scheidender American-Chef, machte schon Anfang November klar, wohin die Reise gehen wird: „Wir glauben, die USA sollten die führende Luftfahrtgesellschaft der Welt haben“, erklärte er, „Und genau die wird gerade hier gebildet.“

Tatsächlich ziehen die USA nur mit Europa gleich, wo sich ebenfalls drei große klassische Fluggesellschaften den Markt aufteilen, Air France-KLM, Lufthansa und British Airways (IAG). Ein neu aufflammender internationaler Konkurrenzkampf der Airlines gegeneinander könnte zumindest vorübergehend auf Transkontinentalstrecken zu sinkenden Preisen führen.

Doch am Montag gab es erst einmal den Börsenstart. Der kommende American-Chef Doug Parker, der bis zuletzt US Airways geführt hatte, hätte auch ins Auto steigen und von Dallas/Fort Worth zum 20 Minuten entfernten Flughafen Love Field fahren können. Von dem deutlich kleineren Flughafen aus operiert Southwest – und noch am Samstag lagen keine Berichte über nennenswerte Flugstornierungen vom Heimatflughafen der Airline vor.

American musste dagegen alleine am Freitag und Samstag laut Flightstats.com fast 500 Flüge von ihrem Heimatflughafen Dallas/Fort Worth ausfallen lassen. Doch bevor er nach Love Field gefahren wäre, da wäre Parker die paar tausend Kilometer zur Nasdaq eher zur Fuß nach Manhattan gegangen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Neue American Airlines startet - Der Kampf der Giganten kann beginnen

2 Kommentare zu "Neue American Airlines startet: Der Kampf der Giganten kann beginnen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • In welcher Ausgabe kann ich diesen Artikel finden?

  • Konkret kann ich wo sparen, wenn ich in die USA fliege?