Neue Geschäftsmodelle Logistikbranche hofft auf stabilen Höhenflug

Nach den harten Einbrüchen des vergangenen Jahres, vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen, arbeitet die deutsche Logistikbranche an krisenfesteren Geschäftsmodellen. Die weltweite Unsicherheit hält weiter an. Ein Trend zeigt sich dafür deutlich: Grüne Logistik zahlt sich aus.
  • Mathias Peer
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Container: Der weltweite Konjunkturaufschwung hilft auch der Transportbranche. Quelle: Reuters

Container: Der weltweite Konjunkturaufschwung hilft auch der Transportbranche.

(Foto: Reuters)

KÖLN. Einzelkämpfer kommen in turbulenten Zeiten schnell unter die Räder. Über 1 000 vor allem kleine und mittelständische Transportunternehmen mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. "Wenn die Aufträge knapp sind, haben kleine Betriebe alleine kaum eine Chance zu überleben", sagt Unternehmensberater Karl-Gerd Jux. Vor einem Jahr hat er deshalb das Netzwerk Transcoop 09 ins Leben gerufen, in dem 66 Logistikunternehmen ihre Aufträge gemeinsam bearbeiten: "Die Zusammenarbeit ermöglicht es, teure Leerfahrten zu vermeiden und flexibler auf Kundenwünsche einzugehen." Mit über 90 internationalen Niederlassungen, 6 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von einer Mrd. Euro habe Transcoop die kritische Größe erreicht, um auch mit den Großen der Branche zu konkurrieren, sagt Jux. Die Einnahmen der Mitglieder seien so um 15 Prozent gestiegen.

Erfolge wie diesen hat das Logistikgewerbe dringend nötig: 2009 erlebte es den größten Umsatzeinbruch seit der Liberalisierung des Marktes Anfang der 90er-Jahre. Dank der verbesserten konjunkturellen Lage kommen die Geschäfte nun zwar wieder ins Rollen. Doch die Logistiker bleiben auf der Hut: "Auch wenn sich die Logistikwirtschaft in Deutschland erholt hat, sollte man bei Prognosen vorsichtig sein", sagt Raimund Klinkner, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik (BVL).

Weltweit gibt es laut Klinkner noch immer große Unsicherheiten, die sich auch auf die Entwicklung der deutschen Unternehmen auswirken könnten. Auch Bernhard Simon, Sprecher der Geschäftsführung von Dachser, dem drittgrößten Anbieter von Lkw-Logistik in Europa, warnt vor Risiken: "Konjunkturschwankungen wird es künftig wahrscheinlich in noch größerem Ausmaß geben."

Die heimischen Logistikdienstleister stehen deshalb vor einer anspruchsvollen Aufgabe: Sie streben ein nachhaltiges Wachstum an, das auch dabei hilft, die nächste Krise zu überstehen. "Damit das gelingt, müssen Logistikunternehmen flexibler werden und sich durch Mehrwertleistungen noch stärker differenzieren und an Kundenwünschen orientieren", sagt Bernd Sondermann, Logistik-Experte der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting.

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