Neue Gleise an Rheintalbahn Schlichtung soll Schadensursache klären

Der Countdown zur Wiedereröffnung der gesperrten Rheintalbahn läuft. In zehn Tagen sollen zwischen Baden-Baden und Rastatt wieder regulär Züge rollen. Die Schadensursache soll nun durch eine Schlichtung geklärt werden.
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Die Bahnstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden ist seit Mitte August gesperrt und soll ab dem 2. Oktober 2017 wieder befahrbar sein. Quelle: dpa
Baustelle der Rheintalbahn

Die Bahnstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden ist seit Mitte August gesperrt und soll ab dem 2. Oktober 2017 wieder befahrbar sein.

(Foto: dpa)

RastattNach sechswöchiger Sperrung der wichtigen Rheintalbahn-Strecke zwischen Rastatt und Baden-Baden sind die Weichen für die Wiederinbetriebnahme gestellt. Zehn Tage bevor die wegen eines Tunneleinbruchs gesperrte Rheintalstrecke wieder befahr sein soll, liegen die Gleise. „Unser Ziel ist es, am 2. Oktober um 0.01 Uhr die Wiederinbetriebnahme der Rheintalbahn zu gewährleisten - und bautechnisch werden wir das schaffen aus heutiger Sicht“, sagte Frank Roser, der für den Abschnitt Karlsruhe-Offenburg zuständige Projektleiter des Bahn-Konzerns am Freitag an der Baustelle in Rastatt-Niederbühl.

Die Fernzüge sollen dann wieder planmäßig fahren. Bei einzelnen Zügen könne es anfangs aber noch zu Abweichungen kommen, so die Bahn.

Die für den gesamten europäischen Bahnverkehr bedeutsame Nord-Süd-Verbindung ist seit dem 12. August gesperrt. Damals hatten sich beim Tunnelbau bei Rastatt die Schienen gesenkt, nachdem Wasser und Erdreich eingedrungen waren. Um langwierige Gerichtsprozesse zur Klärung der Havarie-Ursache zu vermeiden, will sich die Bahn mit der Baufirma bei einer Schlichtung verständigen. „Ein gemeinsames Team aus technischen und juristischen Gutachtern soll innerhalb der kommenden sechs Monate zu einem Ergebnis kommen und einen Schlichtungsvorschlag unterbreiten.“ Komme es zu keiner Einigung, werde ein Verfahren vor einem Schiedsgericht angestrebt.

Das sind Deutschlands beliebteste Bahnhöfe
Platz 1: Köln
1 von 10

Der Kölner Hauptbahnhof landet mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,9 Punkten mit Abstand auf Platz 1 des „Netzsieger“-Rankings. Der Domblick und das nahegelegene Rheinufer dürften unter den Reisenden wohl als besondere Schmankerl gelten. 280.000 Reisende nutzen den Bahnhof täglich.

Platz 2: Dresden
2 von 10

60.000 Menschen passieren täglich den Dresdner Hauptbahnhof. Direkt neben dem Bahnhofsgebäude befindet sich der Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft. 235 Reisende – darunter sicher auch einige Studenten – bewerteten den sächsischen Verkehrsknotenpunkt mit durchschnittlich 4,4 Sternen.

Platz 3: Leipzig
3 von 10

Der Hauptbahnhof der sächsischen Großstadt ist der flächenmäßig größte Kopfbahnhof Europas und besteht seit 1915. Unter DDR-Führung wurde die Bahnhofshalle nach Kriegsende zwanzig Jahre lang peu à peu restauriert. Im Ranking der beliebtesten Bahnhöfe landet das monumentale Gebäude mit im Schnitt 4,4 Sternen auf Platz drei.

Platz 4: Berlin
4 von 10

Nach elfjährigem Umbau wurde der Berliner Hauptbahnhof 2006 neu eröffnet. Vom Architekten Meinhard von Gerkan entworfen, ist die einzigartige Glaskonstruktion der größte Turmbahnhof Europas. Von 730 Reisenden erhält der Bahnhof im Mittel 4,4 Sterne und landet damit – knapp am Treppchen vorbei – auf Platz 4.

Platz 5: Kiel
5 von 10

Den Hauptbahnhof der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt nutzen pro Tag gut 25.000 Menschen. Direkt an der Kieler Förde gelegen, sind auch Anschlussfähren nach Oslo und Göteborg schnell zu erreichen. Dieser Komfort ist den Reisenden durchschnittlich 4,4 Sterne wert.

Platz 6: München
6 von 10

Der Münchner Hauptbahnhof stemmt wie auch der Frankfurter Hauptbahnhof ein tägliches Reiseaufkommen von 450.000 Personen. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,2 Sternen unter 453 Nutzern belegt der 1960 fertiggestellte Bahnhof den 6. Platz.

Platz 8 und 7: Bochum und Frankfurt am Main
7 von 10

Der 1955 neu errichtete Bochumer Hauptbahnhof erzielte bei Google unter 32 Reisenden eine durchschnittliche Bewertung von 4,1. Punktemäßig gleichauf liegt der Frankfurter Hauptbahnhof (Bild). 633 Reisende haben den Bahnhof der Finanzmetropole rezensiert.

Seit sechs Wochen müssen an dem Streckenabschnitt täglich an die 30 000 Reisende und Pendler in Busse umsteigen - sie sind damit etwa eine Stunde länger unterwegs. Der Güterverkehr wird umgeleitet. Von den täglich 800 bis 1300 Personenfernzügen, die auf dem deutschen Schienennetz unterwegs sind, passieren regulär etwa 70 die Rheintalstrecke. Hinzu kommen 50 Regionalzüge sowie bis zu 200 Güterzüge.

In Rastatt-Niederbühl gehen die Reparaturarbeiten laut Bahn planmäßig voran: Zwei massive Betonplatten sollen über der havarierten östlichen und der geplanten westlichen Tunnelröhre für zusätzliche Stabilität sorgen. Auf sie wurde Schotter aufgetragen, worauf am Freitag vormontierte Einheiten aus Schienen und Schwellen gelegt wurden. „Damit liegen erstmals wieder durchgehend Gleise in dem Bereich“, so Bahningenieur Roser.

In den kommenden Tagen wird Schotter zwischen die Schwellen geschüttet, dann werden die Montageschienen gegen neue, bis zu 60 Meter lange Schienen getauscht. Diese werden verschweißt, die Gleise danach gerichtet und stabilisiert. Dannn werden Oberleitungen montiert.

Anwohner, die unter dem wochenlangen Rund-um-die-Uhr-Betrieb leiden, sehnen den 2. Oktober herbei. Baustellenlärm und Erschütterungen, die in ihren Häusern zu spüren waren, haben wiederholt den Schlaf geraubt. In zehn Tagen gibt es zwar dann wieder Lärm durch Züge. Doch, so sagt eine junge Frau: „An die Züge sind wir hier gewöhnt.“

Unklar ist, wie es mit dem Tunnelbau in der havarierten Oströhre weiter geht. „Darüber wird im Augenblick noch entschieden“, sagte Bahn-Ingenieur Roser. Weitergebaut wird zunächst an der Weströhre, die noch 560 Meter vor sich hat. Ab dem 4. Oktober wird sie unter der L77 gebaut und die Straße dafür gesperrt. Seit vergangenem Jahr werden die zwei knapp 4300 Meter langen Tunnelröhren unter der Stadt Rastatt gebohrt. Sie sind Teil des Ausbaus zwischen Karlsruhe und Basel für das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz.

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  • dpa
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