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Neue Konkurrenz Fernbuslinien treten ab 2013 gegen die Bahn an

Seit 1931 musste die Deutsche Bahn keine Konkurrenz von der Straße fürchten. Damit ist ab dem kommenden Jahr Schluss. Die Bundestagfraktionen haben sich auf einen Kompromiss für ein Liniennetz für Fernbusse geeinigt.
14.09.2012 - 17:07 Uhr 5 Kommentare
Ab 2013 dürfen Fernlinienbusse auf deutschen Straßen rollen. Quelle: dpa

Ab 2013 dürfen Fernlinienbusse auf deutschen Straßen rollen.

(Foto: dpa)

Berlin Reisende sollen statt mit Auto oder Zug ab 2013 auch mit dem Fernbus alle größeren Städte bundesweit erreichen können. Koalition und Opposition verständigten sich am Freitag zusammen mit mehreren Bundesländern auf die weitgehende Liberalisierung des Fernbus-Verkehrs, der bislang zum Schutz der Bahn stark eingeschränkt war. Besonders die Deutsche Bahn erhält damit im Fernverkehr von den meist günstigeren Bussen verstärkte Konkurrenz

Verkehrsminister Peter Ramsauer sprach von einer klimaschonenden und wirtschaftlichen Alternative um Auto: "Jetzt haben wir grünes Licht: Der Fernbuslinienverkehr kann durchstarten." Bereits ein durchschnittlich besetzter Bus spare pro Passagier im Vergleich zum Pkw deutlich an Sprit und Treibhausgas-Ausstoß. Der ADAC erklärte, das Reisen werde für viele Menschen nun leichter und billiger. "Nischenregionen lassen sich so leichter erreichen. Die Vielfalt beim Reisen wird erhöht, was förderlich für den Wettbewerb ist", sagte Vize-Präsident Ulrich Klaus Becker.

Ein Gesetzentwurf von Ramsauer war zwar bereits Anfang 2011 vorgelegt und vom Kabinett beschlossen worden, traf aber in den eigenen Reihen und vor allem bei den Ländern auf Widerstand. Diese müssen im Bundesrat zustimmen.

Auf Antrag bei Länderbehörden sollen Busunternehmen die Fahrten nun auf praktisch allen Strecken anbieten können. Weder sollen die Zahl der Haltestellen beschränkt noch Strecken in bestimmten Regionen ausgeschrieben werden. Es können auch Verbindungen von zwei Konkurrenten parallel befahren werden, so dass sich Kunden über einen Preiskampf freuen könnten. Geschützt werden praktisch nur Regionalstrecken mit bis zu 50 Kilometern, die Bahnen mit öffentlichen Zuschüssen betreiben.

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    Mit der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes wird zudem der öffentliche Nahverkehr an EU-Recht angepasst. Hier hatte es vonseiten der Länder Widerstand gegeben, die gerade kleinere Busunternehmen schützen wollten, die im Auftrag von Kommunen gerade in ländlichen Gebieten unterwegs sind. Die EU dringt dagegen verstärkt auf Ausschreibungen. Hier konnten sich Bund und Länder auf Kompromisse verständigen.

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    5 Kommentare zu "Neue Konkurrenz: Fernbuslinien treten ab 2013 gegen die Bahn an"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Eine große Chance wurde durch kleingeistiges Politiker-Geklüngel vertan. Es wird nicht erkannt, daß die von der EU verfolgte Wettbewerbs-Ideologie in dieser Form und in dieser Indutrie nicht zusammenpassen. Die EUVO 1370/2007 und das zugrundeliegende Gedankengebäude beziehen sich auf die "Dienleistungs-Freiheit" - sowiet so gut. Für die effektive und effiziente Organisation von netzbasierter Mobilität in einer Gesellschaft ist der Wettbewerb in der Dienstleistung ("Lohnkutscherei" zware eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung. Die mangelnde Berücksichtigung der dafür notwendigen tangilben udn intangiblen Infrastruktur-Elemente und deren effektive und effizeinte Bewirtschaftung zusammen mit der dafür verantwortlichen "Daseinsvorsorge-Idealogie" führen zu den im Kommentar erwähnten paradoxen Ergebnissen!



    • Die Bahn hat Trassengebühren, Fahrgastrechte, einen teuren Tarifvertrag. Die Busunternehmen zahlen nichts für die Straßennutzung, müssen bei Verspätung und Ausfall keine Entschädigung zahlen, und können ihre Busfahrer mit billigeren Löhnen abspeisen.

      Die Neuregelung führt eben nicht zu einem anspornenden Wettbewerb zwischen Bus und Bahn. Deutlich wird das heute schon zwischen Nürnberg und Prag: dort fährt die DB den Fernbus, und die Konkurrenz ALEX stellt ab Dezember ihre Züge ein. Das ist genau das Gegenteil von Wettbewerb, weil der marktbeherrschende Anbieter die Preise diktiert - bei Bahn und Bus!

      Mehr zur Problematik liest man in einem Blogartikel (nach "Was hat Wasserburg am Inn mit Fernbussen zu tun?" suchen) - auch allen Journalisten empfohlen, die etwas zum Thema schreiben wollen.

      Vollkommen unerträglich ist Argumentation mit Energieverbrauch und Umweltwerten. Die Zahlen beziehen sich auf den heutigen Mix von Reisebussen und Fernlinien. Fernlinienbusse haben im Schnitt - insbesondere wenn die Zahl der Anbieter zunimmt - weniger als 60 Prozent Auslastung. Damit sind sie bzgl. Umwelt und Energie nicht besser als die Bahn.

      Das ganz ist ein beispielloser Erfolg von Lobbyismus durch die Busverbände und ganz schwache Verkehrspolitik - aber ein Millionengeschäft. Gegenfinanziert aus Steuermitteln um außerhalb des Kernnetzes noch Bahnstrecken zu erhalten.

    • Fernbusse auf deutschen Autobahnen?

      Fahrplanmäßig in den Stau.

      Deutsches Steuergeld für deutsche Straßen verwenden und nicht nach Europa verschwenden!

    • Die Klimalüge?

      Au-weia - jetzt wird's unterirdisch.

      Aber - Konkurrenz belebt das Geschäft, die deutsche Bundesbahn mit ihren Allüren hat jemanden nötig der sie ein bißchen aufmischt.

      Und Busse sind jedenfalls wesentlich klimafreundlicher als Flugzeuge und PKWs.

      Und eben auch wesentlich flexibler.

      Idealfall wären mehrere Busnetze von Betreibern mit günstigem Preis-Leistungsverhältnis, die aber durchaus hinsichtlich ihres Komfortangebots unterschiedliche Teilmärkte bedienen können.

      Besonders wichtig: einfache Buchbarkeit im Internet auch für Fahrten mit Umsteigen.

      Ausblick: neues Geschäftsfeld "Fahrkarten-Schalter online", das aus einer Hand Bahn/Bus/Flug Verbindungen mit Wechsel des Beförderungsmittels anbietet.

    • das ist nun wirklich mal ein guter Beitrag fur uns als Endverbraucher. Das mit der Kliomalüge glaubt eh kleiner und so bekommen wir endlich eine Alternative zur Bahn, die teuer ist und dafür deutlich Probleme mit sich selbst und ihrer Dienstleistung hat.

      Es lebe der Wettberwerb

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