Neue Konkurrenz für Edeka Tegut-Eigner steigt ins Rennen um Tengelmann ein

Rewe poltert und nun bekommt Edeka noch einen Gegenspieler im Kampf um Tengelmann. Der Schweizer Tegut-Eigner Migros will sich die Filialen in Bayern schnappen. Geht Tengelmann-Chef Haub darauf ein?
Update: 13.07.2015 - 11:37 Uhr Kommentieren
Eigentlich wollte Tengelmann bundesweit 451 Supermärkte an den Rivalen Edeka verkaufen. Quelle: ap
Eine Tengelmann-Filiale

Eigentlich wollte Tengelmann bundesweit 451 Supermärkte an den Rivalen Edeka verkaufen.

(Foto: ap)

FrankfurtDer Schweizer Handelskonzern Migros will 130 Tengelmann-Geschäfte in Bayern übernehmen. „Wir möchten ins Bieterrennen einsteigen“, sagte Jörg Blunschi, Chef der Migros-Genossenschaft Zürich, der „Schweiz am Sonntag“. Damit würden die Schweizer ihre Position auf dem von Preiskämpfen bestimmten deutschen Lebensmittelmarkt ausbauen. Bereits 2012 hatte die Züricher Genossenschaft des Migros-Konzerns die rund 290 Lebensmittelmärkte der hessischen Tegut übernommen.

„Wir wollen mit Tegut aus unserem Stammgebiet in Hessen, Thüringen und Nordbayern hinaus auch im Süden Deutschlands wachsen. Die 130 Tengelmann-Standorte in Bayern wären deshalb für uns perfekt“, sagte Blunschi. Mit Tegut sieht sich Blunschi auf Kurs, auch wenn er schwarze Zahlen erst für 2018 erwartet.

Edeka und Tengelmann halten sich in der Frage zunächst bedeckt. Die beiden Handelskonzerne wollten zunächst die Entscheidung des Wirtschaftsministers abwarten, erklärten die Sprecher am Montag übereinstimmend.

Eigentlich wollte Tengelmann sich von Kaiser's Tengelmann trennen und bundesweit 451 Supermärkte an den Rivalen Edeka verkaufen. Doch das Kartellamt hat die Großfusion untersagt, da es eine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs befürchtete. Die beiden Handelsriesen laufen gegen das Veto der Wettbewerbshüter Sturm und wollen dieses mit Hilfe einer Ministererlaubnis aushebeln.

Auch Konkurrent Rewe will die Kaiser's-Übernahme durch Edeka mit allen Mitteln verhindern. „Es wäre ungesund für den Wettbewerb, wenn Edeka Kaiser's übernehmen dürfte“, hatte Rewe-Chef Alain Caparros im Reuters-Interview jüngst gesagt. Er brachte unter anderem einen Einstieg von Migros ins Spiel.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) soll die Übernahme nach ihrem Willen doch noch durchsetzen. Sollten die Handelsriesen mit ihrem Anliegen scheitern, dürfte die defizitäre Kaiser's Tengelmann-Supermarktkette mit ihren knapp 16.000 Mitarbeitern zerschlagen werden.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

  • rtr
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