Neue Strategie Ein Extra-Schubs für den E-Postbrief

Mit großer Euphorie stürzte die Deutsche Post sich auf den E-Postbrief. Doch die Nachfrage ist schleppend. Eine neue Strategie soll nun den nötigen Schwung bringen. Zahlen nennt man lieber gar nicht erst.
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Werbung für den E-Postbrief der Deutschen Post. Quelle: dapd

Werbung für den E-Postbrief der Deutschen Post.

(Foto: dapd)

BonnDie Deutsche Post steuert wegen der schleppenden Nachfrage nach ihrem "E-Postbrief" um. Weil der vor zwei Jahren gestartete Internetdienst, über den vertrauliche Dokumente sowohl Bürger wie auch Unternehmen und Verwaltungen zuverlässig erreichen, bislang die Erwartungen des Konzernvorstands nicht erfüllt hat, verordnet E-Postbrief-Chef Ralph Wiegand dem Projekt eine neue Strategie.

"Wir haben uns bisher zu sehr auf das Versenden elektronischer Briefe konzentriert", sagte er dem Handelsblatt. "Jetzt kümmern wir uns darum, wie der E-Postbrief die Arbeitsabläufe unserer Kunden verbessern kann."

Das sind die Stärken und Schwächen der Post
Postbank Filiale
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Stärke 1: Volle Kassen

Der Verkauf der Postbank machte es möglich: Weil der Deal den Bonnern vor drei Jahren 4,9 Milliarden Euro in die Kassen spülte, besitzt der Dax-Konzern heute unter dem Strich ein Geldpolster von 938 Millionen Euro. Die Mittel nutzt er vor allem für Investitionen in effizientere Briefzentren und für den Ausbau des asiatischen Express- und Frachtgeschäfts.

Umfangreiche Zukäufe wie unter dem einstigen Vorstandschef Klaus Zumwinkel, die insbesondere in den USA mit Milliardenverlusten endeten, soll es dagegen nicht mehr geben. Außerdem flossen vergangenes Jahr 2,37 Milliarden Euro Cash in die Kasse - 23 Prozent mehr als im Vorjahr.

Markenrelaunch 2012: Die KfW modernisiert sich
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Stärke 2: Starker Ankeraktionär

Über die bundeseigene Bank KfW besitzt der Bund - als einziger meldepflichtiger Aktionär - immer noch 30,5 Prozent aller Aktien. Die Ratingagentur Standard & Poor's wertet das positiv. Weil im Ernstfall wohl der Staat eingreifen würde, sinkt laut S&P das Insolvenzrisiko.

BRIEF
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Stärke 2: Stabilisiertes Briefgeschäft

Lange Zeit sah es so aus, als ob das Internet dem traditionellen Briefgeschäft die Ertragsgrundlage rauben könnte. Beispiele aus den USA, den Niederlanden oder Italien zeigten, dass der konkurrierende E-Mail-Verkehr den Zustellern hohe Verluste bescherte. Auch für die Bonner Briefträger halbierte sich der Betriebsgewinn (Ebit) seit 2004.

Doch nicht nur der Umsatzschwund wurde inzwischen erfolgreich gestoppt, auch die Betriebsergebnisse stabilisierten sich knapp oberhalb der Milliarden-Euro-Grenze.

DHL
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Ausgleich bringt der Internethandel, der in Deutschland jährlich im zweistelligen Prozentbereich wächst. Laut HGB-Bilanz verlor die Post 2011 beim Umsatz zwar 162 Millionen Euro im klassischen Briefgeschäft, das nur noch 5,36 Milliarden Euro erlöste.

Das deutsche Paketgeschäft aber, das etwas irreführend unter der Marke „DHL“ von der Brief-Sparte geführt wird, wuchs um 243 Millionen auf 2,77 Milliarden Euro.

Bilanz Pk - Deutsche Post
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Schwäche 1: Teures EU-Urteil

Damit hatte Post-Chef Frank Appel (Foto) nicht gerechnet: Ende Januar entschied EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia, dass die Bonner ungerechtfertigt erhaltene Staatsbeihilfen an den Bund zurückzahlen sollen - und zwar in einer Höhe von 500 Millionen bis einer Milliarde Euro. Der Dax-Konzern habe nicht nur staatliche Beihilfen erhalten, um die hohen Pensionslasten des einst von Beamten geführten Staatsunternehmens auszugleichen.

Mit derselben Begründung habe ihr die Regulierungsbehörde auch ein höheres Briefporto gewährt, was einer doppelten Begünstigung gleichgekommen sei. Die Post wird in den nächsten Monaten zahlen müssen, klagt aber gegen Brüssel.

Post sieht mehr als eine Million E-Brief-Kunden
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Schwäche 2: Innovationsflop

Um der Abwanderung der Briefkunden ins Internet nicht tatenlos zuzusehen, startete die Deutsche Post im November 2010 den „E-Postbrief“ - eine rechtsverbindliche, vertrauliche und sichere Form der E-Mail, für die Nutzer 55 Cent pro Sendung zahlen sollen.

Bislang aber zählen Marktforschungsinstitute gerade einmal 200.000 Nutzer pro Monat. Zudem stehen Konkurrenten mit Dumpingpreisen vor dem Start.

DHL-Frachtverkehr am Flughafen Leipzig/Halle
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Schwäche 3: Hohe Konzernkosten

389 Millionen Euro kostete den Konzern 2011 sein Headquarter, kaum weniger als im Jahr zuvor. Analysten halten die hohen Kosten für eine Erbschaft des ehemaligen Staatsunternehmens, das einst von Beamten geführt wurde. Zum Vergleich: Der Logistikkonzern Kühne + Nagel begnügte sich 2011 mit Verwaltungsaufwendungen von 109 Millionen Euro.

So wird der E-Postbrief ab Herbst eine Bezahlfunktion erhalten. "Wer eine Rechnung per E-Postbrief erhält, kann sie anschließend mit einem Mausklick begleichen", sagte Wiegand.

Möglich macht dies die eindeutige Identifikation von Sender und Adressat: Teilnehmer an dem E-Postbrief-Verfahren müssen sich, bevor sie die rechtsverbindliche und abgesicherte E-Mail-Kommunikation nutzen, bei einem Postamt registrieren lassen.

Auch andere Angebote will Wiegand seinen Kunden rund um den E-Postbrief zur Verfügung stellen. Zum Ende des Jahres sollen die ersten Apps für das iPhone getestet werden, mit denen die sicheren E-Mails gesendet und empfangen werden können.

Zudem soll das Kommunikationsnetz die deutschen Grenzen überschreiten. Mit den Postgesellschaften in Dänemark, Italien und Österreich führen die Bonner Gespräche, wie ähnliche Dienste in diesen Ländern mit dem deutschen E-Postbrief verbunden werden können.

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  • In Zeiten wo keine Daten mehr sicher sind und die Behörden (allen voran die USA!) Zugriff auf jegliche Datenbestände haben, wird der Epost-Brief keine Chance haben. Das Postgeheimnis wird mit dieser Art von "Brief" ausgehebelt - Wer glaubt das die Geheimdienste die mittlerweile praktisch jeden Bürger als Terroristen ansehen vor dem Lesen dieser Dokumente halt machen irrt gewaltig! Dies ist nur ein weiterer Schritt hin zum gläsernen Bürger. Wir können zwar dadurch, das wir Epost nicht unterstützen, dauerhaft diese Entwicklung nicht aufhalten, aber zumindest können wir sie verzögern und dies sollten wir auch tun!

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