Neuer Chef-Vertrag Elon Musk soll Tesla zum Börsengiganten machen

Elon Musk bleibt weitere zehn Jahre Chef des Elektroautobauers Tesla. Ein fixes Gehalt soll der Unternehmer nicht bekommen, sondern nur Aktien. Und die sind an ziemlich ambitionierte Ziele gekoppelt.
Update: 23.01.2018 - 12:28 Uhr 10 Kommentare
Tesla: Elon Musk verlängert für zehn Jahre beim Elektro-Autobauer Quelle: dpa
Elon Musk

Zuletzt war spekuliert worden, der 46-Jährige könnte den Spitzenjob bei Tesla aufgeben, um sich auf die Führung seiner Raumfahrt-Firma SpaceX zu konzentrieren.

(Foto: dpa)

Palo AltoElon Musk soll für weitere zehn Jahre an der Spitze des Elektroauto-Herstellers Tesla bleiben - und wird dafür nur bezahlt, wenn er eine Serie ambitionierter Aufgaben erreicht. So wurden für den Börsenwert zwölf Zielmarken in Schritten von 50 Milliarden Dollar gesetzt. Ein Gehalt oder Boni werde Musk nicht bekommen, betonte Tesla am Dienstag.

Musk wurden außerdem Ziele für Umsatz und operativen Gewinn gesetzt, die Tesla nicht näher bezifferte. Die Aufgabe beim Börsenwert ist aber bereits extrem ambitioniert: Er soll ihn bis auf 650 Milliarden Dollar hochtreiben von aktuell 59 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Volkswagen, der größte Autobauer der Welt, bringt es derzeit auf einen Börsenwert von rund 116 Milliarden Dollar, Microsoft liegt bei rund 700 Milliarden. Außerdem gibt es Ziele für Umsatz und operativen Gewinn.

Musk selbst zeigte sich optimistisch, dass das zu schaffen sei. „Ich sehe für Tesla das Potenzial, binnen zehn Jahren eine Billion Dollar wert zu sein“, sagte er der „New York Times“.

Wenn Musk einzelne Zwischenziele erreicht, winken ihm rund 1,69 Millionen Aktien – aktuell ein Prozent am Unternehmen. Schafft er keine der gesetzten Marken, geht er komplett leer aus. Musk hatte bereits 2012 einen ähnlichen Vertrag abgeschlossen, wenn auch mit weniger hochgesteckten Zielen. Damals war Tesla erst gut drei Milliarden Dollar wert.

Zuletzt war spekuliert worden, der 46-Jährige könnte den Spitzenjob bei Tesla aufgeben, um sich auf die Führung seiner Raumfahrt-Firma SpaceX zu konzentrieren. Dort treibt er unter anderem einen Plan zur Mars-Besiedelung voran. Der „New York Times“ zufolge kann Musk gemäß dem Vertrag auch auf den Posten des Produktchefs wechseln oder die Führung im Verwaltungsrat halten, mit einem Firmenchef, der an ihn berichtet.

Bisher schickte Tesla Musk gemäß kalifornischen Beschäftigungsregeln Schecks, die sich im Jahr auf rund 37.000 Dollar addierten. Er habe sie nie eingelöst, sagte der Firmenchef der „New York Times“. Seinen Lebensunterhalt finanziere er mit Krediten auf einen Teil seiner Tesla-Beteiligung. Musks Anteil ist aktuell 13 Milliarden Dollar wert.

Dem neuen Vertrag von Musk müssen noch die Aktionäre zustimmen. Tesla kämpft derzeit mit Problemen beim Hochfahren der Produktion seines ersten günstigeren Wagens Model 3. Das Ziel, auf 5000 Autos pro Woche zu kommen, wurde um ein halbes Jahr auf Ende Juni verschoben. Stockt die Massenfertigung länger, könnte Tesla wieder frisches Kapital brauchen.

„Tesla hat das Potenzial, eine Billion Dollar wert zu sein“
„Ich sehe für Tesla das Potenzial, binnen zehn Jahren eine Billion Dollar wert zu sein“
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Elon Musk hat im Januar 2018 seinen Vertrag bei Tesla für weitere zehn Jahre verlängert - und wird dafür nur bezahlt, wenn er eine Serie ambitionierter Aufgaben erreicht. So wurden für den Börsenwert zwölf Zielmarken in Schritten von 50 Milliarden Dollar gesetzt. Diese zu erreichen ist laut Musk aber kein Problem.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in der ursprünglichen Realität leben, ist eins zu einer Milliarde.“
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Ist das, was wir sehen, wirklich real? Könnten wir vielleicht bereits in einer computergenerierten Traumwelt leben? Musk glaubt: Das ist ganz wahrscheinlich.

„Eine Firma aufzubauen ist wie Kuchen backen. Man braucht von allen Zutaten genau die richtige Menge.“
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Musk über das Gründen und Führen eines Unternehmens.

„Menschen arbeiten besser, wenn sie wissen für welches Ziel und warum. Es ist wichtig, dass die Leute sich darauf freuen, morgens in die Arbeit zu kommen, und ihnen das Arbeiten Spaß macht.“
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Die Zufriedenheit der Mitarbeiter hat für Musk eine entscheidende Wichtigkeit.

„Apple ist Teslas Friedhof. Wenn Du es bei Tesla nicht schaffst, arbeite halt bei Apple.“
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In einem Interview mit dem Handelsblatt äußert sich Musk zu den Abgängen von Tesla-Ingenieuren zu Apple alles andere als bescheiden.

„Es ist okay, alle seine Eier in einem einzigen Korb aufzubewahren, solange man aufpasst, was mit dem Korb passiert.“
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Auch zum Thema Risiko hat Musk eine klare Meinung.

„Unternehmer zu sein ist wie Glas zu essen und in den Abgrund des Todes zu starren.“
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Musk antwortet auf die Frage, was es für ihn bedeutet, Gründer zu sein, unter anderem mit einer „Weisheit“, die er von einem Freund erhalten habe.

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10 Kommentare zu "Neuer Chef-Vertrag: Elon Musk soll Tesla zum Börsengiganten machen"

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  • Na ja Musk macht ja nicht alles falsch wie man an seiner Weltraumfirma sieht, nur gut möglich das er sich mit Tesla deutlich verhebt. Zumal er auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen will. Bisher hatte er keine Konkurrenz aber das wird sich im Premiumsegment dieses und nächstes Jahr schlagartig ändern und dann wird die Luft schnell dünn.
    In der Massenproduktion ist Nissan schon deutlich weiter als Tesla und Cherverolet verkauft mit dem Bolt monatlich schon jetzt mehr Fahrzeuge als Musk.

    @ Herr Wilcka, Sie scheinen ja eine Menge Emotionen in dieses Thema einzubringen. Mir ist die deutsche Autoindustrie relativ wurscht, die stehen wie Tesla mit Tesla im Wettbewerb und können Investionen aus dem laufenden Cashflow wuppen, ganz im Gegensatz zu Musk der ,wenns schlecht läuft, dieses Jahr nochmals seine Aktionäre um eine Kapitalerhöhugn bitten muß.

    Es war übrigens ein amerikanische Blog der darauf hingewiesen hat das Porsche demnächst eine Elektroversion rausbringt die deutlich günstiger ist als Teslas Model S und dann wird sich weisen was die Kunden kaufen.

    Teslas Autos reifen zum Teil beim Käufer das wird er sich in Zukunft nicht mehr leisten können und dieses und nächstes Jahr kommt gehörig Konkurrenz für Tesla auf das bisher allein auf weiter Flur war . Da wird sich schnell zeigen ob die Käufer bereit sind noch 2 Jahre auf ein Auto zu warten wenn die Alternativen schon morgen zu kaufen sind.

    An den Fakten gemessen glänzt Musk derzeit, in Bezug auf das Model 3, nur durch nicht eingehaltene Versprechen. Eigentlich wollte er schon letztes Jahr bei 5000 Autos pro Woche sein und dieses Jahr bei 10.000. Jetzt ist er froh wenn er im Herbst diesen Jahres die 5000 pro Woche bauen kann.

    Wäre ich Aktionär bei Tesla würden mich Fakten nicht Fiktionen interessieren, aber das interessiert ja die "Aktionäre" die Tesla hat nicht, deswegen habe ich auch keine Tesla Aktien. Firmen die Umsatz statt Gewinn produzieren und dazu gehört auch Amazon gehören nicht ins Depot.

  • Ein echter Nachfolger für Enron wird installiert

  • Wer schreibt denn hier was von "Hass"? Meine Güte, so einen Loser wie Musk kann man doch gar nicht hassen!
    Wollte er nicht eigentlich zum Mars fliegen? Aber wir kennen ja bei ihm das leidige Problem mit der Reichweite .....

    Die einzige wirkliche Frage, die sich für mich in Zusammenhang mit Tesla stellt, ist die: Wann erkennen die Investoren, dass sie auf Sand gebaut haben und ziehen sich zurück?

  • Ihr Deutsche seid gut, sehr gut sogar. Bei vielen Sachen. Nur etwas engstirnig. Bedenkt wer und was euch zur heutigem Erfolg gebracht hat - die Grunderzeit mit ihren Helden. Wo sind sie heute? Nichts davon geblieben. Und Tesla mit Musk sind solche Grunder. Sie mit dem Schlagwort zu kritisieren sie machen keine Profite ist doch irrsinnig. Wie kann eine Firma die standig Milliarden investiert und immens wachst Profite erwirtschaften. Sie investieren gerade machtig um in Zukunft solche Firmen wie Mercedes oder BMW vom Markt zu jagen. Passt auf - wenn eure Autobosse noch etwas langer schlafen, bleibt nicht viel ubrig von der stolzen deutschen Autoindustrie. Deutsche Fernsehen, Handys - erweckt das eine Erinnerung. Na ja, es waren Kleinigkeiten. Ohne die kann man auskommen. Aber das Auto? Das wird schon ein Problem .

  • PS. Mir ist bewusst das sich die Nagelprobe eher auf den Fingernagel beziehen dürfte und der Rest des Vergleiches, nun ja...

  • @ Herr zack wittka. SIe scheine zu den Musk Jüngern zu gehören. Ich lese hier nix von Hass, Herr Müller behauptet sogar ein Auto von Tesla zu fahren und die Aktien verkauft zu haben, letzteres ist bei den derzeitigen Kursen sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung.

    Fakt ist Tesla hat die Branche aufgemischt, aber Fakt ist auch Tesla hat seit Gründung nur Geld verbrannt im Gegensatz zu der hier von Ihnen als verschnarcht tiutlierten Deutschen Automobilindustrie, die haben nämlich über den gleichen Zeitraum, trotz Dieselskandal, durchweg Milliardengewinne eingefahren und auch an die Aktionäre ausgeschüttet, im Gegensatz zu Tesla.

    SIe glauben offensichtlich das ein Aktienkurs immer die Etragssituation eines Unternehmens widerspiegelt, das ist oft der Fall, gilt aber weder für Tesla noch für Amazon. Beide sind Hoffnungswerte, wobei man von Werten eigentlich nicht reden kann nur Hoffnung spielt da eine Rolle und die stirbt bekanntlich als letztes.

    Sie könne ja gerne Teslaaktien kaufen zu den derzeitigen Kursen scheint das ja für Sie ein Schnäppchen zu sein. Für Tesla kommt dieses Jahr jedenfals die Nagelprobe und ich wage zu prognostizieren das die einzigen die genagelt werden die Aktionäre sind die Ende des Jahres die Aktie noch im Depot haben.

  • Es freut mich solche voller Hass Kommentare uber Tesla zu lesen. Es freut mich sogar sehr - weil es nur eins bedeuten kann, namlich: die deutschen VW, BMW, Mercedes - Liebhaber haben die Hosen voll vor Tesla. Und insgeheim haben sie schon begriffen, dass es fur diese Konzerne in Zukunft eng wird. Vor allem Dank Tesla. Und das sind gute Nachrichten fur alldijenigen die echten Fortschritt in Autoindustrie erwarten statt Mercedes/VW/BMW-firmierten Stillstand der letzten -zig Jahre. Ciao

  • Musk ist ein ausgezeichneter Entertainer. Aber das USP - First Mover - ist hier schon 2018 aufgebraucht. Ohne das Tesla bisher Gewinn einfährt. Ab 2018 kommen dann Tesla Killer, die neben wesentlich besserer Qualität vor allem in einer anderen Design Liga spielen.

    Gutes Design ist und bleibt der Motion Differenziator. Und auch Amerikaner fahren am Ende lieber in einem funktionierenden E- BMW, Porsche, Mercedes als einen Tesla, in den es nach dem Spurt auf 100 reinregnet.

  • Das hirnrissige Kursziel würde Tesla mit dem Geschäftsmodell der Softwareindustrie gleichsetzen die eine komplett andere Kostenstruktur und daher ganz andere Gewinnmargen hat.

    Das Märchen Tesla sei ein Softwareunternehmen wird schon durch die derzeitigen Produktionsprobleme entlarvt, nur die "Anleger" glauben noch daran sonst wäre der Aktienkurs derzeit nicht so hoch.

    Aber Tesla hat ja auch Jünger und keine Investoren, egal wie groß der Stuss ist den Musk verspricht alles wird geglaubt, Fakten spielen da keine Rolle. Diese können den Kurs auch noch in irrealere Höhen treiben die amerikanische Börse hat ja sowieso schon jede Bodenhaftung verloren.

    Es ist nicht wichtig was Musk verkündet sondern was er nicht verkündet, nämlich das man jetzt alle Produktionsprobleme überwunden hat und Tesla das Model 3 ab morgen wie geplant produziert und auch ausliefert. Dazu wird derzeit sehr auffällig laut geschwiegen von einem der sonst bei jeder Gelegenheit die Klappe aufreist.

    Und selbst wenn ab morgen die Produktionsziele erreicht werden heißt das nicht das Tesla deswegen auch automatisch profitabel wäre.

  • Erinnert mich an Bitcoin....

    Der Börsenkurs ist auch von Gewinnen abhängig. So lange Tesla keinen Gewinn erwirtschaftet, und hier ist keine Änderung in Sicht, dürften neue Höchstwerte fraglich bleiben.

    Ab Ende diesen Jahres wird die Konkurrenz für Tesla mit reinen Elektroautos durch europäische Autobauer spürbar größer. Auch wenn es die Tesla-Jünger nicht gerne hören: Die Verarbeitungsqualität der Teslas (ich fahre ein Model X) ist bei Mercedes-Preisen unter VW-Niveau und der Autopilot 2 ist nicht nur ohne die Schilderkennung ein Megaflop. Der Spurhalteassistent von Mercedes ist teilweise zuverlässiger als der "Autopilot 2" von Tesla.

    ... Meine Tesla-Aktien habe ich längst verkauft und werde ganz sicher keine weitere Aktien von Tesla kaufen.

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