Neuer Fernbus-Anbieter Flixbus plant 300 Verbindungen

In den USA sind Fernbusse seit Jahrzehnten ein Klassiker. In Deutschland geht es jetzt erst los: Nach dem Wegfall der Marktbeschränkungen sind die ersten Linienbusse unterwegs. Nächste Woche fährt Flixbus los.
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André Schwämmlein (rechts), Geschäftsführer von FlixBus, und Harald Baumann, Geschäftsführer der Baumann-Busbetrieb GmbH, stehen vor einem Flixbus-Bus. Quelle: dpa

André Schwämmlein (rechts), Geschäftsführer von FlixBus, und Harald Baumann, Geschäftsführer der Baumann-Busbetrieb GmbH, stehen vor einem Flixbus-Bus.

(Foto: dpa)

MünchenFür Fahrten zwischen Großstädten in Deutschland können Reisende aus immer mehr Bus-Anbietern wählen. Wenige Wochen nach dem Wegfall der strengen Marktbeschränkungen für Fernbusse im Inland geht in der kommenden Woche das neue Unternehmen Flixbus an den Start. Geplant seien 300 Direktverbindungen zwischen deutschen Städten, sagte Geschäftsführer Jochen Engert am Donnerstag in München. Die Preise für die Tickets sollen im Schnitt 60 bis 80 Prozent unter den Normalfahrpreisen der Bahn liegen. Die Fahrt von München nach Frankfurt beispielsweise koste je nach Zeitpunkt der Buchung 15 bis 29 Euro.

Bei der Fahrzeit können die Busse die Bahn allerdings nicht schlagen: Für die Fahrt von München nach Nürnberg rechnet Flixbus mit zweieinhalb Stunden - mit der Bahn dauert diese Fahrt nur gut eine Stunde. Für die Strecke von München nach Berlin geht das Unternehmen von mehr als acht Stunden Fahrzeit aus - ohne Staus.

Trotzdem ist das Potenzial für Fernbusse aus Sicht von Flixbus da. „Wir sind sicher, dass die Fernbusse ihre Nische finden werden“, sagte André Schwämmlein, ebenfalls Geschäftsführer des Unternehmens. Durch Kooperationen mit mehreren Busunternehmen will sich Flixbus an die Nachfrage anpassen - eine eigene Flotte hat der Anbieter nicht.

Bis Januar galt zum Schutz der Bahn ein Gesetz aus den 1930er Jahren, wonach Fernbuslinien in der Regel nicht genehmigt wurden, wenn es parallel eine Zugverbindung gab. Seitdem die alte Regelung aufgehoben wurde, ist Bewegung in den Fernbus-Markt gekommen. Einige junge Unternehmen wie Mein-Fernbus oder Dein-Bus sind bereits von Stadt zu Stadt unterwegs und auch etablierte Unternehmen haben Pläne in der Schublade: Der ADAC prüft zusammen mit der Deutschen Post den Einstieg in ein bundesweites Fernbusnetz, das von 2014 an einige Dutzend Großstädte verbindet. Das grundsätzliche Konzept stehe, sagte ein ADAC-Sprecher auf Anfrage in München. Viele Details sind in den nächsten Monaten aber noch zu klären - und die obersten Gremien der beiden Unternehmen müssten dann auch noch zustimmen.

Bislang spielten Busse im Fernverkehr keine große Rolle: Laut Statistischem Bundesamt kamen sie zuletzt auf 2 Millionen Fahrgäste im Jahr, Fernzüge hingegen auf 125 Millionen. Eine Konkurrenz zur Bahn werden die Busse nach Einschätzung der Omnibusunternehmer auch in Zukunft nicht werden. „Der typische Bahnkunde wird nicht umsteigen“, sagte Monika Steffen vom Landesverband der bayerischen Omnibusunternehmen. „Der Schienenfernverkehr muss sich nicht vor dem Fernbus fürchten.“ Zielsetzung sei es vielmehr, ein eigenständiges, umweltfreundliches und preisgünstiges Verkehrssystem zu etablieren.

Eine wichtige Zielgruppe für die Anbieter sind junge Leute, die kein eigenes Auto haben und günstig reisen wollen. „Fernbeziehung, Numerus-Clausus-Opfer oder für ein Praktikum weit weg von Zuhause - die moderne Welt verlangt viel Mobilität“, heißt es etwa bei Dein-Bus. Gebucht werden die Tickets im Internet, der Fahrschein kann gleich ausgedruckt werden.

  • dpa
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12 Kommentare zu "Neuer Fernbus-Anbieter: Flixbus plant 300 Verbindungen in Deutschland"

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  • Es wäre schön wenn der Fixbus auch von kleineren Städte fahren würden. Z.B.von Hattingen früh Morgens nach Dortmund und Nachmittags und Abends zurück. Das wäre eine Erleichterung für Pändler. MfG C.M

  • Was soll denn diese Antwort bitte?

    "Dann doch lieber die Bahn, die kommt nicht nur pünktlich an, man kann sich auch vor Punks, Studenten und Ausländern in der 1. Klasse einigermaßen abschotten."

    Wo sind wir denn heir gelandet liebe Frau? Rassenhass? Unterschichtenhass? Da geht aber einiges schief bei Ihnen. Am besten wäre bei ihnen eine Privat-Limo! Vielleicht erst mal erkundigen und Erfahrungsberichte (z.b. auf fernbus-bewertung.de, ciao.de, etc) lesen und mal mit fahren - DANN urteilen.

  • Der Umweltkritik kann ich überhaupt nicht zustimmen. Der Fernbus wird viele Autos einsparen, damit die Autobahnen eher entlasten und ist zudem jetzt schon umweltfreundlicher als die Bahn.
    und da ist dieser neue Anbieter nicht der einzigen, die das auch in Zahlen klar machen:
    https://www.flixbus.de/fernbus/umwelt

  • ...also ich fahre jetzt gleich wieder mit meinem T5 nach Hause zu meiner Familie und habe wieder 8 Mitfahrer mit dabei... ...einige davon sind regelmäßige Mitfahrer, die es bevorzugen, bequem und günstig und sicher mit mir zu fahren... Eine win-win-Situation für alle Beteiligten, worüber sich auch andere Autofahrer mal mehr Gedanken machen sollten, die noch immer unnötigerweise alleine in Fahrzeugen sitzen, die spielend einfach mit 5 oder mehr Personen besetzt werden könnten... ...aber da bricht wohl machen eher ein Zacken aus der Krone...

  • Solange Bahnfahren selbst innerhalb Deutschlands oft teurer ist als Fliegen und in der Regel immer teuerer als Autofahren (je nach PKW)ist diese neue Konkurrenz definitiv zu begrüßen.
    Es wird doch immer gefordert, dass man auf Bus&Bahn ausweichen soll, aber bei den Preisen und der Ungewissheit wann man ankommt, nicht vorhandenen P&R Parkplätzen, baufälligen Bahnhöfen, unmöglichen Preisanzeigen im Internet (ich finde im Netz eher eine direkt buchbare, güntige Flugverbindung in die USA, als das preisgünstigste Bahnticket bis Berlin), keine Gepäckablage im ICE (schöne wenn man auf dem Weg zum Frankfurter Flugplatz 2,5 Stunden vor dem Klo neben den Koffern stehen darf damit die nicht wegkommen), uninformierte Angestellte, unqualifizierte (weil unterbezahlte) Bahn"service"center und und und wird das nicht so schnell passieren!
    Gut das es etwas mehr Konkurrenz gibt!

  • Heute, wo alle über Nachhaltigkeit, Umweltschutz, der Zukunft unserer Kinder usw. schwätzen, ist es eine Schande, dass nicht versucht wird, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, sondern durch solche Gesetze, die bereits hoffnungslos überfüllten Autobahnen mit Russ-Schleudern noch mehr zu verstopfen. "Das ist eine von den alten Sünden, sie meinen: Rechnen sei das Erfinden", Zitat J.W.v.Goethe

  • Wer regelmäßig Bahn fährt wird feststellen können, dass der ICE im Schnitt 15 min zu spät kommt und dann nochmal 10 min länger braucht. DREI schlimme Vorfälle mit über 1.5 h Verspätung innerhalb eines Jahres (ein Vorfall bedeutete Evakuierung wegen Betriebsschaden mittem im Nirgendwo und 4 h Verspätung) wurden bisher NICHT von der DB bearbeitet. Das Personal IST unfreundlich und die Preise einfach überzogen. Ich finde Busfahren nicht toll, ist mir aber 10x lieber alos Geld für die Bahn auszugeben. Ausserdem ist es sehr wohl in der Bahn manchmal sehr laut (Schulklassen, Fusi-Fans. Kleinkinder, ...) und eng und vor allem herrscht oft eine gereizte Atmosphäre (Verspätung, Lautstärke oder Klimaanlage kaputt). Wer das nicht wahr haben möchte, der solle doch einfach häufiger die Bahn nutzen. Am besten ist immernoch Autofahren, wenn es nicht so verdammt teuer wäre. Bis ich es mir für jede Strecke leisten kann, wird halt Bus gefahren und nur im absoluten Notfall Bahn. Bevor hier einige ablästern: Einfach mal ausprobieren. Aber vorsicht: Busse können sehr überzeugen ( meinfernbus.de )

  • Deutschland muss sich ein vernünftiges Bahnsystem zulegen. Man sollte mal nach Taiwan, China oder Japan schauen. 15min Takt und nie zu spät. Alle Zuege mit mindestens 250km/h unterwegs! Jeder Platz muss reserviert werden und Abfertigung wie im Flugzeug ohne Sicherheitskontrolle.

  • In nicht weniger as 10 Jahren sind wir keine Exportweltmeister mehr,Magnetschwebetechnik groser Flopp, Highspeedzüge werden dann wohl die Chinesen für die DB bauen usw....
    Ich bin einmal mit dem Bus nach Berlin gefahren kann nur sagen nie wieder, hat stundenlang gedauert.Es sei den ich habe auch keinen Job mehr und bin dann Hartzer da habe ich Zeit und kann billig die Republik bereisen.

  • @ Morjan / Anja
    Immer diese armen und minderbemittelten Mitreisenden wie zum Beispiel Studenten...
    Ihre Kommentare sind nicht nur abwertend Ihren Mitmenschen gegenüber, sondern lassen auch vermuten, dass Sie nie jung waren und erst recht nicht Studenten.
    Ich kann Ihnen sagen, dass es sehr wohl recht intelligente und nette Studenten/ junge Leute gibt, die sich benehmen können und mit denen man sich auf so einer Zugfahrt/ Busfahrt auch wunderbar unterhalten kann. (Es gibt immer Ausnahmen sicher auch in Ihrer Alters-/ 1.-Klasse) Achja, @ Morjan -> der Absatz mit dem Schützen vor Punks, Studenten und Ausländern lässt mich wirklich an Ihnen zweifeln. Vielleicht sollten sich diese Gruppen eher vor Ihnen und Ihren Verallgemeinerungen schützen!

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