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Neuer Speditionsriese Logistik: DSV schließt nach Panalpina-Zukauf zur Branchenspitze auf

Für 4,1 Milliarden Euro in Aktien hat der dänische Konzern den Schweizer Rivalen übernommen. Der kritisierte Zukauf erweist sich nun als Glücksfall.
29.10.2020 - 18:07 Uhr Kommentieren
Die Schweizer werden vom Konkurrenten DSV übernommen. Die Dänen kommt das teuer. Quelle: Reuters
Modell eines Frachtflugzeugs in der Panalpina-Zentrale

Die Schweizer werden vom Konkurrenten DSV übernommen. Die Dänen kommt das teuer.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Teuer und zudem noch zweite Wahl: Als der dänische Speditionsriese DSV Mitte August 2019 mit einem Angebot über 4,1 Milliarden Euro nach dem Schweizer Rivalen Panalpina griff und damit eine der größten Übernahmen in der jüngeren Logistikgeschichte anstieß, war der Jubel der DSV-Aktionäre verhalten.

So zahlen die Dänen - wenn auch in eigenen Aktien - das 19-Fache des Panalpina-Ertrags vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Zudem hatte DSV ursprünglich nach dem Schweizer Panalpina-Konkurrenten Ceva gegriffen, war dabei jedoch von der französischen Containerreederei CMA CGM ausgestochen worden.

Doch der vermeintliche Lückenbüßer erweist sich nun für DSV als Glücksfall. „Wir hatten für die Integration von Panalpina zwei bis drei Jahre eingeplant“, sagte Vorstandschef Jens Björn Andersen jetzt dem Handelsblatt, „haben sie nun aber schon nach gut einem Jahr abgeschlossen.“

Das erstaunliche Ergebnis: Beim Umsatz, so zeigten die Donnerstag veröffentlichten Quartalszahlen, reicht der neue Speditionsriese nun an Konkurrenten wie DB Schenker oder Kühne und Nagel heran. Gleichzeitig verdiente DSV Panalpina zwischen Juli und September vor Zinsen, Steuern und außerordentlichen Aufwendungen 366 Millionen Euro – und damit 126 Millionen Euro mehr als im Vorjahresquartal. Zum Vergleich: Panalpina alleine hatte im kompletten Geschäftsjahr 2018 gerade einmal 111 Millionen Euro an Ebit erzielt.

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    „Damit sind die positiven Effekte der Übernahme bereits jetzt sichtbar“, erklärte Andersen, der die Synergien aus dem Zusammenschluss mit rund 500 Millionen Euro angibt - bei Integrationskosten von gerade einmal 300 Millionen Euro.

    Zum einen sei der Erfolg einem rigorosen Sparprogramm zu verdanken, dem zunächst 3000 Stellen zum Opfer fielen. Zum anderen ergänzten sich die Geschäftsfelder vorbildlich. War DSV bislang vorrangig im Lkw-Verkehr aktiv, besaß Panalpina den Schwerpunkt im Luft- und Seefrachtgeschäft. „Inzwischen haben wir wieder über 2700 neue Mitarbeiter eingestellt“, berichtet Andersen.

    Die Börse belohnte den Geschäftszuwachs zuletzt mit einem kräftigen Kursanstieg. Innerhalb des zurückliegenden Jahres verdoppelte sich der Marktwert des dänischen Konzerns auf 32 Milliarden Euro. Damit sind die Dänen sogar vom Börsenwert des Dax-Konzerns Deutsche Post nur noch ein Drittel entfernt.

    Mehr: Post erwartet vor Weihnachten Rekordzuwachs im Expressgeschäft.

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