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Neuer Verwaltungsratschef René Obermann übernimmt bei Airbus einen heiklen Job

Der frühere Telekom-Chef beginnt seinen neuen Posten mitten in der Coronakrise. Leicht wird es für René Obermann bei Airbus nicht.
16.04.2020 - 13:46 Uhr 1 Kommentar
Der Manager ist neuer Verwaltungsratschef beim Luftfahrtkonzern. Quelle: Bloomberg
René Obermann

Der Manager ist neuer Verwaltungsratschef beim Luftfahrtkonzern.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Es war alles seit langem geplant – und kam dann doch anders. Schon vor einem Jahr hatte Denis Ranque, langjähriger Verwaltungsratschef beim Luftfahrtkonzern Airbus, erklärt, seinen Posten 2020 zu räumen und da bereits René Obermann, 57, als Nachfolger vorgeschlagen. Am Donnerstag nun wurde der Wechsel offiziell vollzogen.

Doch die Berufung Obermanns verlief ungewöhnlich. Das Treffen der Anteilseigner im Hotel Okura in Amsterdam glich wegen der Pandemie einer Geisterveranstaltung. Weder der Airbus-Vorstand, noch der Verwaltungsrat waren im Saal – auch nicht Obermann selbst. Vertreten wurden sie von einen Anwalt.

Und auch die Agenda von Obermann hat die Coronakrise stark beeinflusst. Fluggesellschaften verschieben oder stornieren gar Bestellungen. Schon gehen französische Minister davon aus, dass Airbus Milliarden Euro an Staatshilfen benötigen wird – was das Unternehmen nicht will.

Für Obermann ist das eine heikle Situation. Mühsam hatte sich Airbus in den vergangenen Jahren vom Einfluss des deutschen und französischen Staates befreit. Die Unabhängigkeit ist wichtig – nicht zuletzt mit Blick auf den Kapitalmarkt.

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    Wenn das jemand weiß, ist es der frühere Telekom-Chef Obermann. Der am 5. März 1963 in Düsseldorf geborene Manager, der aktuell für die Private-Equity-Gesellschaft Warburg Pincus aktiv ist, hat bei der Deutschen Telekom gelernt, wie man sich auf dem politischem Parkett bewegt.

    Auch von Lobbyarbeit und Diplomatie versteht der Manager viel. Von 2007 bis 2013 war er Vizepräsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien. Gute Voraussetzungen also für den obersten Kontrollposten bei Airbus.

    Die Balance stimmt wieder

    Das fand auch die Bundesregierung, für die Obermann schon früh der Favorit für den Job war. Frankreich und Deutschland halten jeweils 11,1 Prozent des Kapitals bei Airbus und haben ein Agreement, dass CEO- und Chefkontrolleurs-Posten mit Personen aus je einem der Länder besetzt werden. Doch nach der Übergabe des CEO-Postens von Tom Enders an Guillaume Faury 2019 waren beide zentralen Posten in französischer Hand. Jetzt stimmt die Balance wieder.

    Doch es wird nicht leicht für Obermann. Er muss jetzt Unabhängigkeit des Konzerns bewahren, er darf aber auch die politischen Akteure nicht verschrecken. Sie sind nicht nur Anteilseigner, sie sind auch Kunden – etwa bei Satelliten, dem Eurofighter, dem neuen europäischen Kampfflugzeugsystem FCAS und sonstigem militärischem Gerät.

    Mehr: Warum Airbus keine Staatshilfe fordern will

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    1 Kommentar zu "Neuer Verwaltungsratschef: René Obermann übernimmt bei Airbus einen heiklen Job"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Was hat ein Sprecher des Bundesverrbandes für Informationswirtschaft und neue Medien bei einem Technologie- und Maschinenbaukonzern zu suchen?
      Mit Lobbyarbeit und heisser Luft kennt er sich aus, das glaube ich auch.
      Ansonsten keine Ahnung von Flugzeugbau, Forschung- und Entwicklung, Technologie,weltweitem Airline Geschäft , kommt weder aus artverwandten Branchen und hat keinerlei Basiswissen im Bereich Maschinenbau.
      Wann werden endlich Ingenieure mit Basiskenntnissen aus der High tec Industrie auf derlei Posten gesetzt?Lobbyisten die verstehen wie man an Steuertöpfe der Bürger gelangt haben wir bereits ausreichend bei EU, Bund und Ländern. Airbus ist kein Paketzusteller und kein Handybetreiber, wir werden sehr bald sehen wie weit Airbus mit solchen Personalentscheidungen kommen wird, in diesem Konzern wundert mich nichts mehr!
      Der weitere Niedergang des Konzerns steht bevor.

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