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Neun-Monats-Zahlen Eon legt beim Gewinn deutlich zu

Der Energiekonzern Eon hat nach der Integration der neuen Töchter Powergen und Ruhrgas den Betriebsgewinn in den ersten neun Monaten kräftig gesteigert und die Erwartungen von Analysten nahezu erreicht. Das deutsche Stromgeschäft verzeichnete angesichts hoher Sonderbelastungen allerdings einen Gewinnrückgang. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde leicht angehoben.

HB DÜSSELDORF. Im Gesamtjahr werde der Betriebsgewinn nun „deutlich“ über dem des Vorjahres liegen und der Nettogewinn „erheblich“ steigen, kündigte Eon bei der Vorlage der Neun-Monatszahlen am Montag an. Im August war nur von einer Steigerung bei Betriebsergebnis und Überschuss die Rede gewesen. Nach den jüngsten Übernahmen von Powergen und Ruhrgas, die beide einen gewichtigen Anteil an der operativen Ergebnisentwicklung hatten, stehen weitere Großakquisitionen derzeit nicht auf der Agenda. „Wir konzentrieren uns auf Integration und die Verbesserung unserer Performance, nicht auf Akquisitionen“, sagte Eon-Chef Wulf Bernotat.

Das Konzern-Betriebsergebnis stieg den Angaben zufolge von Januar bis September um elf Prozent auf 3,4 Mrd. €. Die seit Anfang Februar in die Konzernrechnung einbezogene Essener Ruhrgas habe hierzu 875 Mill. € beigetragen, der britische Versorger Powergen knapp 500 Mill. €. Bei der Tochter Eon Energie konnte der Gewinn wegen eines Rückgangs im deutschen Stromgeschäft um 190 Mill. € aber nur bei 2,24 Mrd. € stabil gehalten werden. Der Konzernüberschuss stieg Eon zufolge um 16 % auf ebenfalls 3,4 Mrd. €, der Umsatz kletterte um 33 % auf 33,3 Mrd. €.

Mit seinem Betriebsergebnis kam Eon den Erwartungen von Analysten nahe. Diese hatten in einer Reuters-Umfrage im Schnitt einen Betriebsgewinn von 3,455 Mrd. € prognostiziert. Am vorigen Donnerstag hatte der größte Eon-Konkurrent in Deutschland, RWE, einen Anstieg seines Betriebsgewinns um rund ein Viertel auf vier Mrd. € bekannt gegeben.

An der Börse verlor die Eon-Aktie mit dem Gesamtmarkt über drei Prozent auf 45 €. Zahlen und Ausblick seien weder besonders gut, noch besonders schlecht ausgefallen, sagte Christian Saul, Analyst bei der Vereins- und Westbank. Deshalb gebe es keinen Grund, weshalb man die Aktien gerade jetzt kaufen sollte. Andere Analysten machten den Rückgang im Stromergebnis für die Kursverluste verantwortlich.

Bernotat bekräftigte, dass Eon derzeit nicht auf Einkaufstour sei. „Wir konzentrieren uns auf Integration und die Verbesserung unserer Performance, nicht auf Akquisitionen“, sagte er. Im August hatte der Eon-Chef erklärt, für Investitionen stünden mittelfristig 26 bis 28 Mrd. € zur Verfügung. Zuletzt hatte Eon im Oktober den britischen Stromverteiler Midlands Electricity für 1,6 Mrd. € übernommen. Den Kaufpreis zahlt Eon aber nach Angaben von Finanzvorstahl Erhard Schipporeit erst im Januar. Deshalb dürfte die Verschuldung zum Jahresende auch bei zehn Mrd. € und damit auf dem Niveau von Ende September verharren.

Den Eon-Anteil am ostdeutschen Gasunternehmen VNG will Bernotat nach eigenen Worten noch in diesem Jahr abgeben. „Wir erwarten immer noch, die Transaktion bis zum Ende dieses Jahres abzuschließen“, sagte er. Eon muss sich im Zuge der Übernahme von Ruhrgas von der rund 40-prozentigen Beteiligung trennen.

Der Gewinnrückgang in der Sparte Strom ist dem Zwischenbericht zufolge auf die Sonderbelastungen zurückzuführen, die durch die ungeplanten Stillstände der Atomkraftwerke Unterweser und Brunsbüttel entstanden seien. Wegen technischer Defekte hatte Brunsbüttel fast ein Jahr lang still gestanden und war erst im März wieder in Betrieb genommen worden. Unterweser ging Konzernangaben zufolge im Februar nach mehrmonatigem Stillstand ans Netz.

Außerdem sei im dritten Quartal eine Belastung durch die Abrechnung teuer zugekaufter Regelenergie angefallen, hieß es zur Begründung. Dies alles habe den Gewinn im deutschen Stromgeschäft um 190 Mill. € auf 1,6 Mrd. € gedrückt. Das Gewinnniveau von Eon Energie insgesamt konnte den Angaben zufolge aber durch Steigerungen im deutschen Gasgeschäft und im Ausland gehalten werden.

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