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Nicolas Hieronimus L'Oréals „Goldesel“ muss sich in schwieriger Zeit als Chef beweisen

Im Mai folgt der 56-Jährige als CEO auf Jean-Paul Agon. Bei den Luxusmarken hat Hieronimus die Umsätze des Kosmetik-Marktführers schon in die Höhe getrieben.
20.10.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Seinen Aufstieg verdankt er vor allem den Jahren, die er in der Sparte „Luxusprodukte“ verbrachte. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Nicolas Hieronimus

Seinen Aufstieg verdankt er vor allem den Jahren, die er in der Sparte „Luxusprodukte“ verbrachte.

(Foto: Frank Beer für Handelsblatt)

Paris Er hat seine ganze Karriere bei L’Oréal absolviert, beschäftigt sich schon seit 33 Jahren hauptberuflich mit Schönheitspflege. Nun macht Nicolas Hieronimus einen weiteren Karrieresprung, denn der langjährige L’Oréal-Chef Jean-Paul Agon hat seine Nachfolge geregelt: Am 1. Mai kommenden Jahres übergibt er seinen CEO-Posten an Hieronimus. Allerdings behält Agon einen Teil der Macht, denn den Verwaltungsrat wird er weiterhin leiten.

Der 56-jährige Hieronimus war bereits die vergangenen drei Jahre Stellvertreter von Agon. Seinen Aufstieg verdankt der neben dem hochgewachsenen Agon fast etwas schmächtig wirkende Franzose vor allem den Jahren, die er in der Sparte „Luxusprodukte“ verbrachte.

Hieronimus entpuppte sich als wahrer Goldesel für seinen Arbeitgeber, denn unter seiner Leitung übersprangen sechs Marken der Division die Latte von einer Milliarde Euro Umsatz. Das durchschnittliche Umsatzwachstum der Luxussparte betrug zwischen 2011 und 2018 jährlich 7,7 Prozent, weit über der Expansion des Marktes.

Zur DNA von L’Oréal zählt der Anspruch, jedes Jahr schneller zu wachsen als der Markt. Wer das Ziel übererfüllt, erhält das Ticket für die Spitze. Je größer der Marktanteil des französischen Schönheitshauses bereits ist, desto schwerer wird das. Die Lösung des Problems besteht in der Akquisition schnell wachsender junger Firmen, was Hieronimus intensiv betrieben hat. Eine weitere Dimension ist die Digitalisierung des Konzerns.

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    Hier hat Agon in den vergangenen Jahren viel geleistet, Digitalisierung hat er nicht als simplen zusätzlichen Absatzkanal verstanden, sondern als völlig neue Form, mit den Kunden in Kontakt zu treten. Dank Smartphone, Tablet und Laptop sitzt L’Oréal quasi im Kosmetikschrank der Kunden und ist im wahrsten Sinne des Wortes hautnah mit ihnen verbunden. Denn die Franzosen haben verschiedene Apps entwickelt, die es erlauben, Produkte virtuell auszuprobieren und den eigenen Hauttyp analysieren zu lassen. Der Wert der generierten Daten ist kaum zu überschätzen.

    Intakter Appetit auf Produkte

    Hieronimus tritt seinen Job allerdings unter erschwerten Bedingungen an. Nicht nur, weil Agon so erfolgreich war und er in sehr große Fußstapfen tritt, sondern auch, weil die Coronakrise anhält. Er ist dennoch optimistisch: „Der Appetit auf Produkte der Schönheitspflege bleibt intakt“, sagte er dem Handelsblatt.

    Während des in vielen Ländern geltenden Lockdowns im Frühjahr sei der Markt in einer „völlig neuen Lage gewesen, nämlich einer Angebots- und nicht in einer Nachfragekrise“, da in sehr vielen Ländern der Welt Geschäfte schließen mussten. Die Kriseneffekte seien international sehr unterschiedlich, erläutert der künftige CEO. Der chinesische Markt sei bereits wieder angesprungen, während in anderen Weltregionen der Absatz noch unter der Pandemie leide.

    Hieronimus beobachtet, dass die Krise bestimmte frühere Tendenzen verstärke: die Bedeutung der Digitalisierung etwa. Im Falle von L’Oréal hätten die Onlineverkäufe im ersten Halbjahr um 65 Prozent zugelegt. Aber man spüre auch eine größere Nachfrage nach Produkten der Hautpflege, den verstärkten Wunsch nach natürlichen Inhaltsstoffen und die Erwartung der Kunden, dass Produkte ökologisch verantwortlich hergestellt werden, sagt Hieronimus, der in Paris geboren wurde und dort die auf Betriebswirtschaft spezialisierte Uni ESSEC besuchte.

    Manche Beobachter erkennen bei L’Oréal einen Terrier-Charakter: Auf jede Herausforderung wird sehr kämpferisch reagiert. Das kennzeichnet auch Hieronimus. Die Nachfrageprobleme, die mit Corona verbunden sind, redet er nicht klein. „Make-up zählt zu den Produktkategorien, die besonders unter dem Lockdown und dem allgemeinen Tragen von Masken gelitten haben“, räumt er ein. Logisch: Wenn man ohnehin nur per Videokonferenz wahrgenommen wird oder ständig mit Maske herumlaufen muss, sinkt der Aufwand fürs Make-up.

    Schädliche Effekte des Maskentragens

    Doch dann kommt auch schon der Gegenangriff: „Wir beschleunigen bei der Hautpflege, dank des reichen Produktportfolios, das wir haben.“ Die Erzeugnisse von La Roche-Posay verkauften sich ausgezeichnet, und die der Hautpflege-Serie CeraVe „explodierten“ geradezu.

    Bereitwillig geht der künftige Chef auf die „äußerst schädlichen Effekte des Tragens von Masken ein, besonders für empfindliche Haut und Menschen mit Hautproblemen“. L’Oréal werde im Herbst hier mit zahlreichen neuen Angeboten auf den Markt kommen. Hieronimus stellt zufrieden fest: „Wir gewinnen Marktanteile hinzu.“ Genau das erwarten der Konzern und die Bettencourt-Familie als Hauptaktionäre vom künftigen Chef.

    Mehr: L’Oréal will noch grüner werden

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