Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Heineken-Flaschen

Die wohl internationalste Biermarke der Welt.

(Foto: REUTERS)

Niederländischer Konzern Hinter diesen Getränken steckt Heineken

Heineken-Bier mit dem roten Stern kennt jeder. Zum Getränkeangebot des Konzerns gehören aber mehr als 300 Marken. Hier erfährst du, was hinter dem Giganten steckt.
  • Lea Königshofen
03.08.2020 - 08:35 Uhr Kommentieren

Dieser Artikel ist am 03. August 2020 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Du bekommst das Bier in fast jedem Land der Welt und der deutsche Rapper Samy Deluxe hat der Marke sogar ein eigenes Lied gewidmet: Heineken. Wer keine Lust darauf hat, für den hat das Unternehmen noch einige Alternativen im Sortiment: Desperados? Apple Cider? Oder lieber Biersorten aus Polen, Mexiko oder Singapur? Hinter Heineken steckt deutlich mehr als nur Heineken.

Der Bierbrauer aus den Niederlanden ist nämlich sehr breit aufgestellt. Mehr als 300 verschiedene Getränkemarken gehören laut der jüngsten Jahreszahlen zu dem Konzern. Trinken kann man die Produkte fast überall auf der Welt – damit ist der holländische Bier-Gigant die wohl internationalste Biermarke überhaupt. Das Sortiment von Heineken teilt sich in zwei Kategorien: Bier und Cider.

Heineken-Produkte: Diese Bier-Marken gehören zu Heineken

Neben der Hauptmarke Heineken vertreibt das Unternehmen auch international bekannte Biermarken wie:

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    • Affligem (Beglien)
    • Amstel (international)
    • Bintang (Indonesien)
    • Birra Moretti (Italien)
    • Cruzcampo (Spanien)
    • Desperados (international)
    • Dos Equis (Mexiko, USA)
    • Foster’s (Australien)
    • Gösser (Österreich)
    • Karlovačko (Kroatien)
    • Krušovice (Tschechien)
    • Red Stripe (Jamaika)
    • Sagres (Portugal)
    • Sol (Mexiko)
    • Tecate (Mexiko)
    • Tiger (Singapur)
    • Żywiec (Polen)

    Dazu besitzt Heineken auch Anteile an Brauereien und Getränkeherstellern. In Deutschland hält Heineken beispielsweise 30 Prozent der Paulaner Brauerei Gruppe, die unter anderem die Biere Paulaner, Thurn und Taxis und Fürstenberg verkauft.

    Bei Cider-Getränken sind die Niederländer weltweit sogar Marktführer. Und das erklärte Ziel: das noch relativ unbekannte Getränk überall zum Verkaufsschlager machen. Alleine der Cider-Absatz von Heineken betrug 2019 rund 5,6 Millionen Hektoliter. Zum Vergleich: Im Rhein bei Köln würde es bei normalem Pegelstand fast fünf Minuten dauern, bis diese Menge vorbeigeflossen ist.

    Apfelwein, bislang vor allem in britischen Pubs ein Hit, soll in möglichst vielen Ländern auf die Getränkekarten und in die Kühlschränke kommen.

    Heineken-Produkte: Diese Cider-Marken gehören zu Heineken

    Zu den von Heineken vertriebenen Cider-Sorten gehören:

    • Blind Pig
    • Bulmers
    • Old Mout
    • Orchard Thieves (Apfel Räuber Cider)
    • Stassen
    • Strongbow Apple Cider

    Wie hoch sind Umsatz und Gewinn von Heineken 2019?

    Im ersten Halbjahr 2020 schrumpfte Heineken beim Umsatz nach eigenen Angaben um 19 Prozent auf nur noch rund 9,2 Milliarden Euro. Wegen der Corona-Krise machte der Konzern sogar Verlust. Unterm Strich blieb ein Minus von knapp 300 Millionen Euro. Das heißt: In den zehn Minuten, die du für ein Glas Heineken brauchst, verlor das Unternehmen weltweit mehr als 11.000 Euro.

    Da Heineken N.V. – das N.V. steht für die niederländische Bezeichnung für Aktienunternehmen – an der Börse notiert ist, kann jeder Bierliebhaber auch einen Schluck vom Konzern abhaben.

    Nach den schwachen Halbjahreszahlen sank der Aktienkurs Anfang August auf rund 80 Euro (Stand: 03. August 2020). Im Februar war eine Heineken-Aktie noch mehr als 100 Euro wert. Der Mehrheitsanteil des Unternehmens ist nach wie vor im Besitz der Heineken-Familie.

    2019 produzierte Heineken noch mehr als 241 Millionen Hektoliter Bier. Das waren umgerechnet mehr als 70 Milliarden 0,3 Liter-Flaschen. Im Rhein bei Köln würde es fast dreieinhalb Stunden dauern, bis diese Menge durchgeflossen ist. Im ersten Halbjahr 2020 ging der Absatz um 11,5 Prozent zurück.

    Den größten Teil seines Biers verkauft Heineken in europäischen Kneipen, Clubs und Getränkemärkten. Mit dieser Menge spielte Heineken ganz oben in der weltweiten Brauerei-Liga.

    Etwa 14 Millionen Hektoliter der verkauften Getränke waren 2019 alkoholfrei- oder alkoholarm (dazu zählt zum Beispiel alkoholfreies Bier), das waren knapp eine Million Hektoliter mehr als noch 2018.

    2020 wollte Heineken sein Geschäft eigentlich weiter ausbauen. Doch dann kam die Corona-Krise. Bei der Vorlage der neuen Halbjahreszahlen Anfang August wagte der Vorstand wegen der Unwägbarkeiten keine Jahresprognose. Er erklärte aber, dass sich seit dem Tiefstand im April die Geschäfte zunehmend erholten.

    Heineken-Geschichte: So entstand die Marke mit dem roten Stern und den vielen Tochterunternehmen

    Mit gerade mal 22 Jahren entdeckt der Niederländer Gerard Heineken seine Leidenschaft fürs Bierbrauen. 1864 kauft er deshalb eine der größten Brauereien der Niederlande auf und legt damit den Grundstein für das heutige Bier-Imperium der Heineken-Familie.

    Da die hippe, biertrinkende Kundschaft von damals aber bayrisches Lager-Bier bevorzugt, was bis dato nicht im niederländischen Sortiment enthalten war, schwenkt Heineken um und braut sein Bier nach deutschem Vorbild. Der Unterschied zum klassischen Pils: „Helle Lagerbiere sind etwas weniger stark gehopft und schmecken ein wenig süß. Sie sind blank gefiltert und meist von hellgelber Farbe.“– Deutscher Brauer-Bund

    Nach einiger Zeit der Experimente auf der Suche nach der richtigen Brauart ging die Strategie auf: Heineken setzte sich auf dem heimischen Markt mit seinem neuen Lagerbier durch und entwickelte sogar eine eigene Hefe, die heute noch ein wichtiger Bestandteil des Heineken-Biers ist. Mittlerweile (Stand: Ende 2019) sind weltweit rund 85.000 Mitarbeiter bei dem Unternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam angestellt. Mit der Zeit sind immer mehr Tochterunternehmen hinzugekommen.

    Heineken und die Rassismus-Vorwürfe

    Doch so sauber wie Heineken sie gerne präsentiert, ist der niederländische Bier-Exporteur nicht. Im Frühjahr 2018 erlitt Heineken einen Rassismus-Shitstorm. In einem Spot für ein leichtes Diät-Bier sitzt eine hellhäutige Frau in einer Bar und ist offensichtlich unzufrieden mit ihrem Drink. Der Barkeeper lässt daraufhin eine Flasche Heineken über die Bar vorbei an dunkelhäutigen Gästen hin zu der Frau rutschen. Der Spruch dabei: „Sometimes, lighter is better“.

    Manchmal ist leichter besser, soll das heißen. „Lighter“ kann aber nicht nur mit „leichter“ sondern auch mit „heller“ übersetzt werden. Für diese Werbung beschimpften viele User in den sozialen Netzwerken den niederländischen Bierbrauer, woraufhin der den Spot zurückzog.

    Was bleibt, ist ein unangenehmer Nachgeschmack und die Frage, ob das Unternehmen die rassistische Kampagne absichtlich gestartet hat, um mehr Klicks und höhere Reichweiten zu schaffen. Schließlich wurde das Video durch die öffentliche Debatte vermutlich öfter angeschaut, als eine reguläre Werbung ohne Aufreger-Potential. Für manche Twitter-Nutzer wie den Musiker Chance The Rapper ist die Sache glasklar.

    Heineken: Kritik gegen Saatgut-Patente

    2017 gab es außerdem große Proteste gegen Heineken und seinen dänischen Wettbewerber Carlsberg. Die beiden Konzerne sicherten sich gemeinsam Patente auf Biergerste. Das bedeutet: nur sie dürfen bestimmte Sorten Braugerste produzieren und verwenden.

    Die beiden Konzernbrauer nutzen dabei eine Lücke im Gesetz. Eigentlich dürfen nur genveränderte Pflanzen unter Patent genommen werden, da sie als eine Art Ingenieursleistung und damit als Erfindung gelten. Heineken und Carlsberg bewegen sich hier in einer Grauzone, da Pflanzen die durch eine natürliche Mutation verändert sind, nicht klar von dieser Regelung ausgenommen sind. Dieses Schlupfloch versuchen übrigens auch Saatgut-Giganten wie Bayer und Monsanto auszunutzen.

    Beim Bier hört für viele der Spaß auf – besonders in Deutschland ist der Protest gegen die Braukonzerne groß. Gegner und Umweltschützer kritisieren, dass Gerste keine Erfindung ist und daher nicht patentiert werden darf. Sie fürchten, dass so immer mehr Pflanzen im Besitz von großen Konzernen landen könnten.

    Mehr: Bierabsatz sackt ab – Flaschenverkauf kann Fass-Verluste nicht ausgleichen

    Startseite
    0 Kommentare zu "Niederländischer Konzern: Hinter diesen Getränken steckt Heineken"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%