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Niels Lorenz Radeberger-Chef wettert gegen Branchenkollegen – viel Lob für eigene Brauerei

Niels Lorenz ist mit den Antworten der Brauer auf die Probleme der Bierbranche nicht zufrieden. Für die kommenden Jahre lasse das nichts Gutes ahnen.
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Der Radeberger-Chef liest seinen Branchenkollegen die Leviten. Quelle: Radeberger Pressebild
Niels Lorenz

Der Radeberger-Chef liest seinen Branchenkollegen die Leviten.

(Foto: Radeberger Pressebild)

HamburgNiels Lorenz ist einer der wichtigsten Manager auf dem deutschen Biermarkt – immerhin ist er der Chef der Braugruppe Radeberger. 2,2 Milliarden Euro Umsatz hat die Oetker-Gruppe im abgelaufenen Jahr mit ihren gesammelten Biermarken von Jever im Norden bis Schöfferhofer im Süden sowie dem Handelsgeschäft um Getränke Hoffmann geschrieben. Doch Lorenz drängt nicht in die Öffentlichkeit: Interviewanfragen sagt er regelmäßig ab.

Umso mehr haute er am Montag in der Mitteilung zum Geschäftsjahr 2018 auf die Pauke. Mit starken Worten warnte er die deutschen Brauer vor zu viel Euphorie. In der Woche zuvor hatten Warsteiner und Krombacher Jubelmeldungen zu jeweils deutlich gestiegenen Absatzmengen veröffentlicht, diese Woche dürfte Veltins nachziehen. Lorenz dagegen dämpfte die Stimmung. Schließlich sei der lange trockene WM-Sommer 2018 eine Ausnahme gewesen.

„Es stimmt, wettermäßig hätte es für uns Brauer nicht besser laufen können: Das waren ideale Voraussetzungen“, sagte Lorenz. „Nach den Superlativen, mit denen sich die Branche geradezu überschlug, ist am Jahresende trotzdem nur ein überaus zartes Wachstum im Inlands- wie im Gesamtbiermarkt geblieben. Die Jubelmeldungen erweisen sich damit als viel Lärm um fast nichts.“

Der promovierte Betriebswirt rechnete der Branche ihr Problem vor: „Vergleicht man die abgesetzten Mengen 2018 nicht mit dem ausgesprochen schwachen Vorjahr, sondern den Absätzen 2016, haben die deutschen Brauer sogar maßgeblich Absatz verloren.“ Er beklagte einen massiven Kosten- und Investitionsdruck, Überkapazitäten, mangelnde Wertschöpfung und überhöhte Aktionsanteile.

Sein Kassandraruf: „Wenn es der deutschen Brauwirtschaft nicht gelingt, unter Idealbedingungen eine bessere Marktperformance abzuliefern, lässt das nichts Gutes für die kommenden Jahre ahnen.“ Er habe bereits frühzeitig prognostiziert, dass die Digitalisierung die Probleme noch verschärfe.

Für Konflikte in der Branche sorgt derzeit, dass einige Brauer Preiserhöhungen nicht mitgehen, um Menge zu gewinnen. So kam Warsteiner auch dank vergleichsweise niedriger Kastenpreise auf 6,8 Prozent Mengenplus. Krombacher meldete 5,5 Prozent mehr Menge. Lorenz steigerte dagegen den Absatz nur um zwei Prozent, den Umsatz aber überproportional. Die Kennzahl stieg auch dank Zukäufen um zwölf Prozent.

Der Oetker-Manager pries seine Gruppe denn auch als positives Gegenbeispiel. In allen Bereichen erarbeite sie neue Lösungen für die Kundenbedürfnisse. So liefere das Start-up Getränkeexpress in Berlin an Privatkunden per Onlinebestellung. Ein ähnliches Modell erarbeitete die Oetker-Gruppe mit Team Beverage für die Gastronomie. Außerdem hat Radeberger 2018 die Logistik mit dem Familienunternehmen Veltins zusammengelegt und die Getränkemarktkette Dursty von Veltins gekauft.

Solche eigenen Vorstöße sah Lorenz als beispielhaft für die gesamte Branche in Deutschland, die sich viel auf ihre Traditionsmarken einbildet: „Wir können nur wiederholen: Vertrocknete Lorbeeren sind kein gutes Ruhekissen.“

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