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Nielsen-Studie Deutsche wollen schnell und günstig einkaufen

Die Bundesbürger gehen laut einer Studie immer seltener Lebensmittel und Konsumgüter einkaufen. Und wenn doch: Dann kaufen sie am liebsten alles in einem Geschäft.
Update: 19.08.2019 - 15:59 Uhr Kommentieren
Immerhin 59 Prozent der Kunden kaufen am liebsten dort, wo sie ihre Einkaufszettel rasch abarbeiten können. Quelle: dpa
Einkaufen im Supermarkt

Immerhin 59 Prozent der Kunden kaufen am liebsten dort, wo sie ihre Einkaufszettel rasch abarbeiten können.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Beim Einkaufen sind die Verbraucher in Deutschland doppelter Hinsicht Sparfüchse: Sie wollen nicht nur billig einkaufen, sondern beim Shoppen auch noch wenig Zeit verschwenden. Das geht aus einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen hervor.

Sonderangebote beim Einkaufen seien für fast zwei Drittel (65 Prozent) der Bundesbürger wichtig, berichteten die Marktforscher. Doch kaum weniger bedeutsam sei für die Verbraucher ein schneller Einkauf. Immerhin 59 Prozent der Kunden kaufen am liebsten dort, wo sie ihre Einkaufszettel rasch abarbeiten können. Eine fachkundige Beratung bei Käse, Wurst und Co. sei dagegen nur jedem Vierten Verbraucher wichtig.

„Einkaufen muss praktisch sein“, betonte Nielsen-Experte Frank Küver. Die Bundesbürger gingen immer seltener einkaufen, gäben dabei jedoch immer mehr aus. Im vergangenen Jahr war jeder deutsche Haushalt nach Angaben der Marktforscher im Schnitt rund 193 Mal einkaufen und gab dabei im Mittel jedes Mal rund 20 Euro aus. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 196 Einkaufe mit Ausgaben von 19,40 Euro.

Am liebsten erledigen die Verbraucher Nielsen zufolge alle Einkäufe auf einen Rutsch. „Sie möchten für ihren Einkauf nicht viele verschiedene Geschäfte ansteuern, sondern neben Butter, Nudeln und Wurst an einem Einkaufsort auch eine breite Auswahl an Waschmitteln, Arzneimitteln und Kosmetik haben“, sagte Klüver. Davon profitierten derzeit große Supermärkte mit entsprechend vielfältigem Angebot.

Doch auch Drogeriemärkte könnten bei den Verbrauchern mit ihrem vielfältigen Sortiment, ihren Preisen, attraktiven Eigenmarken und Trendprodukten punkten, berichteten die Marktforscher. Die Anzahl der Discounter und der kleinen Supermärkte mit weniger als 1000 Quadratmetern und entsprechend überschaubarem Angebot sei dagegen rückläufig.

Der Trend zum sogenannte One-Stop-Shopping ist seit einigen Jahren zu beobachten, wie eine repräsentative Umfrage des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) belegt. Danach gaben 2018 rund 85 Prozent der Verbraucher an, sie bevorzugten Lebensmittelgeschäfte, in denen sie alle Einkäufe auf einmal erledigen könnten. 2015 waren es „nur“ gut 75 Prozent. Über 40 Prozent der Befragten erklärten außerdem, Geschäfte zu meiden, die keine ausreichend große Auswahl böten.

Einen wichtigen Grund für die Veränderungen im Einkaufsverhalten – vor allem für die sinkende Zahl der Shoppingtrips – sieht die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in der Hochkonjunktur der vergangenen Jahre und dem damit verbundenen Beschäftigungsboom. Dadurch hätten die Menschen immer weniger Zeit für Freunde und Familie, aber auch fürs Einkaufen gehabt.

Der Handel mache es den Händlern allerdings auch zunehmend leichter, mit weniger Einkäufen den gesamten Haushaltsbedarf zu decken, betonte die GfK in ihrer Studie. Bis vor gar nicht so langer Zeit habe, wer bei einem Discounter wie Aldi oder Lidl einkaufen war, danach noch Fleisch und Wurst im Supermarkt oder beim Metzger kaufen müssen. Und außerdem habe er oder sie vielleicht auch noch beim Bäcker vorbeischauen müssen. Das habe sich geändert, seit die Discounter ihre Frischesortimente ausgebaut hätten und in fast jedem Discounter und Supermarkt eine Backstation laufend frische Brötchen produziere. Bei Aldi finde der Verbraucher immer mehr Markenartikel, in den Supermärkten immer mehr preiswerte Handelsmarken. So falle es den zeitgestressten Verbrauchern immer leichter, ihren Einkaufszettel in weniger Läden oder gar nur in einem Geschäft abzuarbeiten.

Nach wie vor auf den Durchbruch warten muss in Deutschland Nielsen zufolge der Onlinehandel mit Lebensmitteln. Doch gebe es positive Zeichen für die E-Commerce-Anbieter. Durchschnittlich habe jeder deutsche Haushalt 2018 im Online-Handel rund 179 Euro für Waren des täglichen Bedarfs ausgegeben. Das seien 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders gut gefällt den Bundesbürgern am Online-Einkauf von Waren des tägliche Bedarfs Nielsen zufolge die damit verbundene Zeitersparnis und die große Produktvielfalt im Internet. Gegen den Online-Einkauf sprachen in ihren Augen nicht zuletzt Extra-Kosten für den Versand und das fehlende Produkterlebnis.

Die Studie „Nielsen Consumers 2019“ basiert auf Daten des Nielsen-Hauhalts-Panels, das rund 20.000 deutsche Haushalte erfasst, auf Informationen aus dem Nielsen-Handelspanel und auf einer Reihe von Nielsen-Studien der vergangenen Monate.

Mehr: Der Essenslieferdienst Deliveroo zieht sich aus dem deutschen Markt zurück und möchte sich aufs globale Wachstum konzentrieren. Lieferando profitiert.

  • dpa
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