Niki-Verkauf Air Berlin holt sich frisches Geld von Etihad

Air Berlin setzt den Konzernumbau fort und verkauft Anteile an Niki. Die schwer angeschlagene Fluggesellschaft erhält dafür 300 Millionen Euro von Großaktionär Etihad. Der Geldregen kommt gerade rechtzeitig.
Update: 05.12.2016 - 16:06 Uhr Kommentieren
Air Berlin nimmt mit dem Verkauf von Anteilen 300 Millionen Euro ein. Quelle: Imago
Niki

Air Berlin nimmt mit dem Verkauf von Anteilen 300 Millionen Euro ein.

(Foto: Imago)

BerlinDie geplante Verschmelzung des Ferienfliegers Tuifly und der Touristiksparte von Airberlin kommt voran. Der Aufsichtsrat des Airberlin-Großaktionärs Etihad gab am Montag grünes Licht für die Pläne, wie das Unternehmen mitteilte. Zugleich kauft Etihad Airberlin die Anteile an der österreichischen Tochter Niki ab, die ebenfalls in der neuen Airline aufgehen soll. Das spült 300 Millionen Euro in die Kasse der angeschlagenen deutschen Fluggesellschaft.

Die Tuifly-Mutter TUI, der Airberlin-Großaktionär Etihad aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Airberlin selbst hatten Anfang Oktober Pläne für die Gründung des neuen Ferienfliegers bekanntgegeben. Die Gesellschaft soll ihren Sitz in Wien haben und mit rund 60 Maschinen Flüge zu wichtigen europäischen Tourismuszielen anbieten. Allerdings stehen noch behördliche Genehmigungen für das Vorhaben aus.

Der schnelle Aufstieg und tiefe Fall der Krisen-Airline
1978
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Der US-Pilot Kim Lundgren (links, mit Sohn Shane) gründet die Air Berlin Inc. als Berliner Charterfluggesellschaft mit zwei Flugzeugen.

1979
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Erstflug von Berlin nach Palma de Mallorca.

1991
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Joachim Hunold (Bild) und Kim Lundgren gründen die Air Berlin GmbH.

2003
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Air Berlin steigt auf zur zweitgrößten Fluggesellschaft in Deutschland nach Lufthansa, gemessen an der Passagierzahl.

2004
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Air Berlin steigt bei der österreichischen Fluggesellschaft Niki ein.

2005
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Die GmbH wird in eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (PLC) umgewandelt - in die Air Berlin PLC.

2006
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Air Berlin geht am 11. Mai in Frankfurt an die Börse. Später übernimmt das Unternehmen die deutsche Fluggesellschaft dba.

Etihad werde die Niki-Anteile von Airberlin direkt nach dem Kauf in die neue Fluggesellschaft einbringen, teilte das Unternehmen am Montag mit. An der Neugründung werde Etihad am Ende 25 Prozent halten. 24,8 Prozent werden demnach bei der TUI AG liegen und die übrigen 50,2 Prozent bei der Niki-Privatstiftung.

Starten soll die Fluglinie den Angaben zufolge im April nächsten Jahres von „zahlreichen Flughäfen“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Zu den wichtigsten Zielen sollen die Balearen, die Kanaren, das spanische Festland und Griechenland gehören.

Hintergrund der Neugründung ist die Dauerkrise von Airberlin. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft schreibt – mit Ausnahme eines kleinen Gewinns im Jahr 2012 – seit 2008 nur rote Zahlen. Nun soll ein großer Umbau die Lösung bringen. Airberlin will seine Flotte dabei auf 75 Maschinen halbieren und 1200 Stellen streichen.

Die Fluggesellschaft teilte am Montag mit, im Zuge des Verkaufs der Niki-Anteile an Etihad werde sie mehrere touristische Ziele in Südeuropa, unter anderem auf den Kanarischen Inseln, an die österreichische Fluglinie abgeben. Die Veräußerung sei „ein wichtiger Meilenstein“ bei der Restrukturierung von Airberlin.

Airline-Chef Stefan Pichler sprach von einem „entscheidenden Schritt in Richtung unserer neuen strategischen Ausrichtung“. Das Unternehmen vereinfache sein Geschäftsmodell, werde „unabhängiger von saisonalen Flugzielen“ und verbessere außerdem seine finanzielle Lage. Airberlin will sich demnach verstärkt auf „ein ganzjähriges Geschäftsreiseangebot in Deutschland, Italien, den Nordischen Ländern und Osteuropa konzentrieren“.

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  • afp
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